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Sexy Golf Beast ODER Golf an der Costa Brava

“Thanks Don, see you Don, off to sunny Spain now Don, fuck off Don. Lying in your pool like a fat blob laughing at me, you think I’m gonna have that?”  Ben Kingsley in “Sexy Beast”

Denk ich an die Costa Brava, dann denk ich an „Sexy Beast“. Für mich ist dieser Teil Spaniens spätestens seit diesem wunderbaren Gangsterfilm voller Engländer mit sonnenverbrannten Rücken, die sich nachhaltig betrinken. Golf hatte ich dort bislang nicht so richtig verortet. Wie ignorant ich doch war.

Im Zuge meines Wandels zum bestechlichen Golfblogger habe ich mich eines Besseren belehren lassen. Auf Einladung einer englischen (!) PR-Agentur durfte ich nämlich vier Plätze dieser Region mit meinen Schlägern umgraben. Es war mir ein Fest.

Aber nun mal alle Plätze der Reihe nach.

Torremironatorre1

Flieger verspätet, Taxifahrerstreik in Barcelona, völlig abgehetzt am ersten Abschlag. Nicht die besten Voraussetzungen für eine entspannte Runde Golf. Aber alles halb so schlimm. Der Platz entpuppte sich selbst für mich als lösbare Aufgabe. Auch weil kaum Hektik aufkam, denn richtig viel war hier nicht los. Auf einem Abschlag auf den Back Nine lümmelten sich sogar drei spanische Teenager, die ein Sonnanbad nahmen und mich bei meinem 25 Meter weiten flachen Hook beobachteten. Das Coursedesign war extrem fair, der Platzzustand in Ordnung. Insbesondere die ersten neuen Löcher machen eine Menge Spaß. Ansonsten ein klassischer Resort-Kurs ohne große Überraschungen. Der Platz ist absolut für Anfänger geeignet.

Highlight und Tiefpunkt zugleich: Mein Auftritt am 16. Grün. Erst spielte ich den falschen Ball aus dem Bunker. Dann haute ich die richtige Murmel mehrfach erfolgreich über das Grün hinweg. Ein Flight aus drei kleinen Italienern schaute mir dabei am 17. Abschlag geduldig zu – und fragte dann erst nach meinem neunten Schlag, ob sie schon mal starten dürften. Die wollten mich tatsächlich durchspielen lassen. Für einen Deutschen durchaus eine neue Erfahrung.

Peraladapera

Auch wieder ein klassischer Resort-Kurs, aber stellenweise recht anspruchsvoll. An Tee 3 verabschiedete sich mit einem lauten Knall mein Driverkopf in eine zehn Meter hohe Baumkrone. Der Ball flog allerdings lang und gerade. Meine Flightpartner lachen immer noch – und ich durfte ihre Keulen benutzen. Danke dafür.driver

Der Platzzustand war auch hier gut. In der Nachbetrachtung hätte ich keine Probleme, den Peralada-Kurs noch ein paar weitere Male zu spielen. Ich würde den Platz nicht als spektakulär bezeichnen, aber dafür als höchst unterhaltsam. Mir gefielen zahlreiche Löcher extrem gut. Kann man nicht nur machen, sondern sollte man machen, wenn man mit Besteck an der Costa Brava ist.

D’Aro – Mas NouFoto 1

Wahnsinnskurs hoch in den Bergen. Die Spanier nennen ihn auch „No Mas“. Ich nenne ihn „Must See“. Das Teil hat ein paar sauschwere Bahnen im Angebot. Dazu gibt es grandiose Aussichten und viel rauf und runter. Ein Golfcart ist hier nicht nur empfehlenswert, sondern zählt als lebensverlängernde Maßnahme.

Foto 4Hier habe ich übrigens die ersten deutschen Golfer getroffen. Einer sah aus wie ein (Achtung!) außer Form geratener John Daly, der andere wie eine Miniaturversion von David Leadbetter. Beide haben derbe getrödelt und furchtbar gehackt. Letzteres habe ich ihnen nachgemacht. Dementsprechend ist es eigentlich total klasse, dass es so wenig deutsche Touristen an der Costa Brava gibt.

PGA Catalunyapga1

Das Edelresort hat zwei Plätze im Angebot: den angeblich etwas einfacheren Tour Course und den schweren Stadium Course, der nicht nur Austragungsort der Open de Espana in diesem Jahr war, sondern auch mein persönliches Bällegrab. Erst auf den zweiten Neun wechselte meine Gefühlslage von Hass zu Liebe. Die Bahnen sind entweder großartig oder extrem großartig. Nur einmal verdirbt auf der Runde eine hässliche Autobahnbrücke die Aussicht.

pga2Ich finde trotz viel Sand und viel Wasser die Bahnen recht fair. Unangenehm werden für den deutschen Unterdurchschnitts- bis Durchschnittsgolfer jedoch die sauschnellen Grüns. Auf den zweiten Neun war ich mehrfach mit dem zweiten Schlag dort angekommen – ein Par habe ich nicht gespielt. Derbe.

Foto 2Highlight und Tiefpunkt zugleich: Auf den letzten neun Bahnen nervte uns ein Gruppe Franzosen gewaltig, die sich für Profis hielten und wie deutsche Touristen spielten. Nämlich unglaublich langsam – und nicht sehr PGA-like. Mein schottischer Mitspieler kam aus dem Pöbeln überhaupt nicht raus. Seine Laune änderte sich erst, als ich an der 18. den Abschlag meines Lebens zimmerte und der Ball unserem weit entfernten Vorderflight fast vor die Füße rollte. Er lachte danach bis zum Grün und spielte sein erstes und einziges Par. Well done.Foto 3

Fazit: Auch dieser Platz gehört zu jeder anständigen Golftour an der Costa Brava dazu. Man muss nur eine hohe Frustresistenz haben.

Und nun zum krönenden Abschluss: das Intro von „Sexy Beast“. WORLDCLASS!

 

Ein Gedanke zu „Sexy Golf Beast ODER Golf an der Costa Brava“

  1. Okay, jetzt habe ich Urlaubsgefühle bekommen, vielen Dank! Unglaublich, wie schön die Plätze auf den Bildern aussehen – jetzt muss ich mal schauen, ob ich es dieses oder erst im nächsten Jahr schaffe, an die Costa Brava zu fliegen, um mir einen entspannten Golfurlaub zu gönnen. Danke für diese tollen Eindrücke und tollen Bilder :-)

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