Kategorie-Archiv: In eigener Sache

ice1

Eiszeit

Bitte mal kurz bildlich vorstellen: 6.45 Uhr morgens, der Wecker klingelt nicht. Ich werde von alleine wach. Etwas ungelenk quäle ich mich aus dem Bett und versichere Frau samt Kind, dass das jetzt wirklich sein muss. Über eine Woche habe ich nicht gespielt,wurde kein Ball geschlagen. Die totale Untergolfung.

Katzenwäsche, Klamotten an, dann schnell noch zur Tanke: Croissant und drei Cola kaufen. Das Frühstück wird im Auto eingenommen. Los geht’s auf die Autobahn Richtung Heimatclub. Heimat.

Das Thermometer zeigt knapp über 0 Grad Celsius. Die Sonne geht so malerisch auf, dass es schon kitschig ist. Im Auto dudelt Berlins “Take my breath away”. Passend. Ich freue mich auf die Runde. Auf die Kälte. Darauf, dass ich die Fairways entlanglaufe und meinen Atem sehen kann.  

7.30 Uhr. Endlich komme ich am Platz an. Keiner da. Lediglich ein Schild empfängt mich.

“Der Platz ist heute gesperrt.”

Ich verharre in einer nicht kältebedingten Schockstarre. Dann steige ich wieder ins Auto und fahre zur Arbeit. Im Internet lese ich später folgende Erklärung:
“Liebe Mitglieder,
wie Sie sicherlich alle schon beobachtet haben, ist die Jahreszeit des Rauhreifs herangerückt und auch auf unserem Platz sichtbar.
Um ihn nicht zu beschädigen, ist dieser zur frühen Morgenstunde gesperrt.
Für die Frühaufsteher unter Ihnen; bitten wir Sie also darauf Rücksicht zu nehmen.
Vielen Dank.”

Raureif? Ehrlich? Was ist aus dem guten, alten Bodenfrost geworden, der sonst als Grund für eine Sperrung herhielt? Müssen wir jetzt schon Angst haben, dass ich Grashalme abbreche, weil sie vielleicht tiefgefroren sind?

Anscheinend ja. Zumindest bringt diese Erkenntnis ein Blick in die Broschüre “Winterspielbetrieb auf Golfanlage – Informationen für Entscheidungsträger” des Deutschen Golf Verbands.

Fuck.

red

1,2,3,4 … Blitzkrieg-Golf

Die politisch korrekten Leser mögen mir dieses abgewandelte Ramones-Zitat verzeihen, aber die zunehmende Entschleunigung der hiesigen Golfrunden schreit nach drastischen Maßnahmen. Drastisch zumindest für den deutschen Golfspieler. Mein Antiserum gegen die “4,5 Stunden oder mehr”-Runde heißt “Readygolf” und wird aus dem Blut US-amerikanischer Hacker gewonnen.

Während meiner beiden letzten Ausflüge über den großen Teich wurde ich in die hierzulande geheime und der deutschen Etikette so widersprechenden Kunst des zügigen Spiels eingeführt (Die Stammkundschaft erinnert sich wahrscheinlich noch an meinen letzten Wutausbruch). Die Erkenntnis aus ungefähr 20 Runden Golf in Arizona und North Carolina  ist einfach. Beim “Readygolf” gibt es nur eine wichtige Regel und die lautet: Wer schon schlagen oder putten kann, soll gefälligst auch schlagen oder putten.

Es gibt keine Ehre mehr. Und damit ist nicht der in Deutschland wie in den USA (Hallo Breakfast-Ball!) übliche In-die-Tasche-lüg-Beschiss gemeint. Nein. Die Ehrlosigkeit bedeutet, dass der, der als erstes am Abschlag mit seinem Drive loslegen kann, das auch gefälligst tun sollte. Dieses Konzept wird bis aufs Grün fortgesetzt. Man muss nicht erst 5 Minuten auf Mutti (oder den Rest der Familie) warten, bis mit dem Einlochen begonnen werden kann. Die Entfernung zum Loch spielt keine Rolle mehr. Erneut: Wer als erstes fertig – also “ready” – ist, nimmt Maß und spielt seinen Ball.

Um “ready” zu sein, muss man natürlich sich auch ein bisserl Mühe geben. Dazu gehört unter anderem, dass man sich rechtzeitig überlegt, welcher Schläger beim nächsten Schlag der richtige ist. Außerdem sollte man den anderen Spielern nicht ehrfürchtig beim Putten zuschauen, sondern gefälligst seine Puttlinie checken.

Aus eigener Erfahrung sei gesagt: Man spart so einfach eine Menge Zeit. Da pfeife ich doch auf die Ehre!

In diesem Sinne: 1,2,3,4 … hier sind die Ramones!

Arizona Sedona

Ein Dank an die Elite!

Was war der Aufschrei groß, als im Vorfeld der deutschen Ryder-Cup-Bewerbung der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière Golf als Randsportart bezeichnete. Zumindest die honorigen Randsportler regten sich auf. Wahrscheinlich hauptsächlich wegen des Wortes “Rand”, das so unglaublich unwichtig und irgendwie abseits der Gesellschaft klingt. Und da sehen sich die Golf spielenden Randsportler nun überhaupt nicht. Viel eher stehe man über der Gesellschaft, hört man noch vielerorts auf den Clubterrassen.

Jahrzehntelang war in Deutschland Golf ein Zeitvertreib der Vermögenden. Geld musste man haben, um die Schläger schwingen zu können. Die Aufnahmegebühren der Clubs waren astronomisch hoch und die Ausrüstung schweineteuer. Aber das war in Ordnung. Man sah sich gerne als Elite und blieb lieber unter sich.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich einiges geändert. Allerdings mehr aus der Not heraus. Der Golfsport litt aufgrund seiner Klientel und des rigiden Clubsystems unter einem Imageproblem. Der Nachwuchs blieb aus, die Mitgliederdecke schrumpfte in vielen Clubs, finanzielle Schieflagen waren mancherorts die Folge. Und so erfand der Deutsche Golf Verband etwas lieblos die Vereinigung clubfreier Golfer, senkten die Clubs ihre Beiträge und übten sich häufig zum ersten Mal in Marketing.

Nicht alle waren damit einverstanden.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass als mein jetziger Heimatclub plötzlich für eine gewisse Zeit die Aufnahmegebühr strich und die Möglichkeit eines monatlichen Mitgliedsbeitrags einführte, manch ein Konkurrent aus dem Hamburger Umland unkte, das dieses ein Akt der Selbstzerstörung sei. Die negativen Folgen hielten sich rückwirkend betrachtet allerdings in Grenzen. Angeblich ist zwar Nippel-Sänger Mike Krüger deshalb bei uns ausgetreten, aber dafür haben wir jetzt 27 Löcher, jede Menge “junge” Mitglieder und noch immer keine Startzeiten.

Wenn man jedoch mal ehrlich ist, dann hat sich auch durch solche Aktionen nicht viel am Image des Golfsports geändert. Das hat in meinen Augen damit zu tun, dass man sich heute noch recht wohl in seiner elitären Haut fühlt. Wie groß der Schaden ist, den diese Einstellung über die Jahrzehnte dem deutschen Golfsport und der Golf spielenden Allgemeinheit zugefügt hat und noch immer zufügt, ist da wohl vielen überhaupt nicht bewusst.

Die Vorherrschaft der Eliten ist meiner Meinung verantwortlich für die horrenden Preise, die wir in Deutschland für Golfschläger und dem Rest vom Schützenfest bezahlen müssen. Die Reichen haben den Markt versaut. Früher konnten die Hersteller hierzulande jeden Preis von der solventen Kundschaft verlangen. Es wurde – ohne mit der Wimper zu zucken – bezahlt. Je teurer, umso besser und umso mehr Prestige im Clubleben.

Inzwischen sollte eigentlich auf dem recht überschaubaren deutschen Golfmarkt ein regelrechter Kampf um die wenigen Randsportgolfer herrschen. Stattdessen fordern Titleist, Taylormade, Ping und Co. weiterhin ungehemmt ihre überzogenen Preise ein. Der Deutsche ist halt nichts anderes gewohnt und greift tief in die Brieftasche. Wer einmal in den USA zum Schläger-Shoppen war,  der  merkt schnell, dass man hierzulande ordentlich über den Tisch gezogen wird. Und das liegt nicht nur am günstigen Dollar-Kurs.

Auch in sportlicher Sicht hat die elitäre Klientel dem deutschen Golf geschadet. So gestaltete sich die Nachwuchsarbeit früher schwierig,  da natürlich für gefühlte Ewigkeiten größtenteils nur die Enkel reicher Omas in den Clubs mitspielen durften. Zwar gibt man sich heutzutage offener, lädt Schulklassen zu Schnupperstunden ein und setzt auf moderne Jugendarbeit, doch sobald die Jugendlichen in der Mannschafts-Maschine sind, beginnt vielerorts die Verhätschelung, das Schulterklopfen und manchmal die Umerziehung zum elitären Schnösel. Glücklicherweise werden nicht alle jungen Talente Opfer dieser Körperfresser, aber “man muss schon ganz schön aufpassen, wer da was meinem Jungen eintrichtert”. Das erzählte mir zumindest jüngst ein guter Bekannter, dessen minderjähriger Sohn als großes Talent von Edelclubs umgarnt wird.

Unser derzeit bester Golfer, Martin Kaymer, ließ sich neulich in Köln zu dem wunderschönen Statement hinreißen, dass die deutschen Nachwuchsprofis einfach “zu faul” seien. “Die Jungs müssen auf die Europa-Tour, um sich mit den anderen zu messen. Aber in Deutschland wird man viel zu schnell gelobt, wenn man mal was geschafft hat”, sagte der Nestbeschmutzer.

Recht hat er, der Kaymer. Die deutschen Jungprofis sind zu satt. Ihnen fehlt das berühmte Auge des Tigers, dass Apollo Creed einst von Rocky Balboa in “Rocky III” einforderte. Der Nachwuchs lernt nicht für den Erfolg zu arbeiten, denn ihnen wird schon in frühen Jahren ordentlich Puderzucker in den Hintern geblasen. Eine Erkenntnis, die auch “Team Germany”-Trainer Martin Hasenbein schon vor Jahren in dem Magazin PLOCK! zum Besten gab. Man muss nur mal das Abschneiden der deutschen Pros in den vergangenen Jahren auf der EPD- oder Challenge-Tour betrachten, um festzustellen, dass wir im internationalen Vergleich golferisch Nachholbedarf haben.

Bitte nicht falsch verstehen: Elitäre Clubs haben natürlich eine Daseinsberechtigung. Sei es nun in Deutschland, Barbados oder in den USA. Reiche brauchen ein Refugium, einen Rückzugsort, der frei vom Pöbel ist. Es sei ihnen gegönnt, sie haben es sich verdient. Schädlich war es allerdings, dass der Großteil der deutschen Golflandschaft lange Jahre aus ebensolchen Clubs bestand – und die Kultur der vermeintlichen Eliten sich weiterhin dort austobt.  Es scheint sich nichts zu ändern. Stattdessen wird der Nachwuchs von ihnen Borg-mäßig assimiliert, die Hersteller bitten uns unverschämt zur Kasse  und unser Randsport bleibt weiterhin ein selbstverschuldeter Randsport. Danke, ihr Eliten!

Ich würde mir eine friedliche Revolution wünschen. Eine Übernahme der Landesverbände und Clubvorstände durch uns, die neue Generation der Golfer, die wegen des Sports und nicht wegen der guten Gesellschaft in die Clubs gegangen sind. Ein Aufbegehren der Geister, die man in den vergangenen Jahren rief. Doch leider sind wir  in der Minderheit. Wir gewinnen keine Wahlen auf den Mitgliederversammlungen. Wir sind eine Randgruppe in der Randgruppe. Noch.

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UNSPIELBAR: golfnerd bekommt Nachwuchs!

Hurra, es ist ein digitaler Setzkasten geworden. Richtig gelesen, UNSPIELBAR ist ein digitaler Setzkasten. Und zwar für all die tollen Bälle, die wir von unseren weltweiten Golfabenteuern mit nach Hause geschleppt haben und die jetzt irgendwo einstauben. Zum besseren Verständnis habe ich hier einfach mal das FAQ von UNSPIELBAR reinkopiert.

Einen besseren Eindruck bekommt man natürlich, wenn man UNSPIELBAR einen Besuch abstattet.

FAQ von UNSPIELBAR:

UNSPIELBAR ist ein digitaler Setzkasten. Und zwar nicht nur für meine angestaubten Golf-Andenken, sondern für die aller Menschen auf dieser Welt. Dementsprechend freue ich mich, wenn ihr mir digitale Abbilder eurer schönsten Bälle schickt.

Was für Bälle denn, verdammt noch mal?

Der große Plan ist, dass UNSPIELBAR irgendwann mal Bälle aus aller Welt beheimatet. Dementsprechend sind Logo-Bälle jedes Golfclubs hier natürlich prima aufgehoben. Allerdings sollen auf dieser Seite auch verdiente Helden ihren Ehrenplatz finden. Sprich: der Ball, mit dem euch euer erstes Eagle oder Ass gelang. Oder sonst irgendein Kunststück. Eigentlich sind bei UNSPIELBAR alle Bälle erwünscht. Hauptsache, sie haben eine kurze Geschichte zu erzählen.

Geschichte? Ich höre hier immer Geschichte!?

Ja. Zu euren Bällen benötige ich natürlich ein paar Informationen. Woher stammt das Teil? Was verbindet ihr mit dem Ball? Schickt mir einfach alles, was euch zu der Kugel einfällt. Und wenn es nur “Gekauft im Blablabla Golfclub in Blubbland” ist, auch gut.

Wie schicke ich dir denn nun die doofen Bälle?

Digital als JPG-Datei. Diese sollte nicht größer als 200 KB sein und ungefähr die Maße 640 x 480 Pixel haben. ImMittelpunkt der Fotografie sollte selbstverständlich der Ball stehen. Das ganze auch noch scharf gestochen.  Schickt mir das Bild zusammen mit den Infos per Mail an denis@golfnerd.de. Mit der Mail erlaubt ihr mir automatisch, das Foto auf golfnerd.de und UNSPIELBAR zu veröffentlichen. Alle weiteren Bildrechte verbleiben natürlich bei euch.

Ich habe aber 245.637 Logobälle für dich. Keinen Bock auf Mail. Und nun?

Kein Problem. Schick mir einfach eine (1) Mail an denis@golfnerd.de, wir schnacken kurz drüber und ich schalte dich als Autor für UNSPIELBAR frei. Danach kannst du bequem von zu Hause aus deine Ballpracht hochladen.

Das Layout deiner Seite ist doch völlig ungeeignet. Es gibt doch viel bessere für Fotoblogs, oder?

Im Prinzip ja, praktisch leider nicht wirklich. Die meisten Themes, die ich für UNSPIELBAR ausprobiert habe, funktionieren nicht so gut mit der Multiblog-Funktion von WordPress und/oder gefallen mir optisch nicht.

Das ist alles eine beknackte Idee. Find ich scheiße.

Auch kein Problem. Go with the flow und weiterhin “Schönes Spiel”!

Ich habe aber noch ganz andere Fragen …

Fragen? Fragen! denis@golfnerd.de

goflow

It’s the end of the season as we know it (and i feel fine)

Vor etwas über zwei Wochen habe ich mich mit meinem Kumpel Andy aka The Rambler in einer kleinen Hamburger Pinte getroffen. Der Kollege Schütt war auch körperlich anwesend. Schnell kamen wir drei Schlagsüchtigen beim bierseligen Gespräch auf das Thema Golf.

Andy hat so um die Handicap 8 und ist in meinen Augen der Dalai Lama des Golfsports. Ein Exilierter des rigiden Clubsystems, der sowohl auf als auch abseits des Platzes einen unglaublichen inneren Frieden verbreitet. Sein golferisches Motto “Go with the flow” ist legendär, seine scheinbar kraftlos geschlagenen hypnotischen Drives sind ewig in der Luft und seine fliegenden Eisen sind tödlich (Siehe hierzu auch dieses Posting).  Dementsprechend muss Andy uns talentlosen Hackern immer Rede und Antwort stehen, wie man das eigentlich so alles macht mit dem Golf. So auch an diesem Abend. Der Rambler hielt  für uns vor der rammelvollen Kneipe eine Golf-Clinic ab.

Es muss ein sehr spezieller Anblick für die anderen Saufnasen gewesen sein. Drei Typen, die sich in bester Marcel-Marceau-Art in der Kunst des schlägerlosen Golfschwunges versuchen. Wir machten uns komplett zum Affen. Egal. Die Schmach, von der breiten Masse als Vollidiot abgestempelt zu werden, war es wert. Andy erklärte mir an diesem Abend seinen Drive.

Das Set-up, der Rückschwung, der Durchschwung, das Finish. Dank Andys Worte wurde der Drive, der für mich so unstete Geselle, verständlich. “Go with the flow”, sagte Andy natürlich noch – und alles war gut.

Am nächsten Tag hetzte ich zur Driving Range und probierte alles aus. Es fühlte sich verdammt anders an, aber das Ergebnis stimmte. Der Fade war fast weg, der Ballflug gerade und das Beste: die Länge stimmte. Natürlich schlichen sich von Zeit zu Zeit die alten Fehler wieder ein. Doch die konnte ich nun schnell wieder korrigieren. Das gleiche Spiel ereignete sich erneut ein paar Tage später während einer Trainingssession in der Hamburger Golf Lounge. Die Drives flogen an das Ende der Range und manch einer knallte auf der Suche nach unendlichen Weiten gegen das Netz am Rande des Abschlagsuniversums. Ich war euphorisch.

Die Euphorie wich der unendlichen Enttäuschung als ich den neuen Schwung auf einer 9-Loch-Runde am frühen Morgen ausprobierte. Sechs Striche, sieben Stableford-Punkte und 14 verlorene Bälle holten mich zurück aus meinen Träumen. Am letzten Loch gelang mir allerdings doch noch einer dieser neuen Alles-richtig-Drives. Schnell wurde mir bewusst, welchen Fehler ich zuvor begangen hatte. Drei Tage später stand ich wieder für eine schnelle 9er-Runde auf dem Platz. Diesmal ging es besser. Wenn auch häufig erst beim zweiten Abschlag. Trotzdem: Die Euphorie war wieder da.

Gestern ging es nun ans Eingemachte. Ich hatte mich für den Herrennachmittag angemeldet. Für mich die wahrscheinlich letzte Möglichkeit der Saison, an einem vorgabewirksamen Turnier teilzunehmen. Die letzte Chance, mich zu unterspielen und vielleicht die Handicap-20-Grenze zu knacken. Das unausgesprochene Ziel für dieses Jahr.

Ich spielte die beste Turnierrunde meines Lebens. Eine 88 mit zehn Par und reichlich Luft nach oben. 46 Netto- und 25 Bruttopunkte durfte ich mir am Ende gutschreiben. Der “Master of Ceremony” sprach auf der Siegerehrung davon, dass das “mit meiner Spielvorgabe eigentlich eine Frechheit sei”.

Tatsächlich habe ich gestern sogar noch eine Menge Schläge verschenkt. Ein dummer Strich, ein unnötiges Triplebogey, ein ekliger Vierputt nach einem Green in Regulation, einige Unkonzentriertheiten – es war mehr drin.

Man soll jedoch nicht undankbar sein. Mein neues Handicap ist -17,6. Die Drives waren der Schlüssel zum Erfolg (Danke Rambler!), die Eisen eine Konstante (Danke Paul Trittler!) und das Putten besiegelten den Deal (Danke Josh Brown!).

Für die kommende Saison gibt es jetzt tatsächlich ein neues Ziel, an das ich im April diesen Jahres noch nicht zu denken gewagt hätte: Breaking 80.

Danach könnt ihr mich glücklich beerdigen. Go with the flow!

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Die Leiden des jungen Rücken

Fred Couples und ich haben tatsächlich einiges gemeinsam: das gute Aussehen, den lässigen Look, das charmante Lächeln und leider auch einen schlimmen Rücken. Letzterer scheint Freddy inzwischen nicht mehr zu piesacken. Als er jüngst die PGA Players Senior Championship (sein erstes Oldie-Major) gewann, wurde in den USA rauf und runter über einen “german doctor” berichtet, der dem alten Haudegen den Schmerz genommen haben soll. Mein erster Gedanke war natürlich, dass Bayern-Medizinmann Müller-Wohlfahrt tatsächlich überall seine Finger im Spiel beziehungsweise in der Wirbelsäule hat. Weit gefehlt. Freddys Linderung ging in Düsseldorf und nicht in München über die Bühne.

Dr. Peter Wehling durfte Herrn Couples behandeln. Der Mediziner hat die Orthokin-Therapie erfunden. Dabei wird – wenn ich es in meiner geistigen Bescheidenheit richtig verstanden habe – das eigene Blut mit diversen Mittelchen und Glaskügelchen angereichert und in den schmerzenden Bereich zurückgespritzt.

Wenn man mal dem Netzrauschen lauscht, dann scheint die Behandlung recht umstritten zu sein. Die behandelnden Ärzte führen internationale Studien ins Feld, die die Wirkung untermauern sollen. Die Skeptiker sprechen eben diesen die Wissenschaftlichkeit ab. Der Laie bleibt ratlos zwischen den Fronten zurück.

Die gesetzlichen Krankenkassen kommen für die Behandlung nicht auf, die wohl an die 1000 Euro kostet. Und in den USA scheint die Therapie nicht zugelassen zu sein, da Freddy nach eigener Aussage aus diesem Grund extra nach Deutschland reisen musste.

Und warum schreibe ich in meinem Golfblog darüber? Weil ich wissen will, ob irgendjemand von euch Erfahrung mit den Injektionen hat. Mein Rücken ist dank einer schnurgeraden und stellenweise gestauchten Wirbelsäule seit Jahren “pain to my ass”. Insbesondere nach 18, 36 oder 54 Löchern. Einer meiner Orthopäden sagte mir schon, ich müsse “lernen, mit dem Schmerz zu leben”. Will ich aber eigentlich nicht. Und bevor ich  vielleicht meine Steuerrückzahlung für “Quacksalberei” (Zitat “Der Arzneimittelbrief”) auf den Kopf haue, möchte ich mich dann doch noch einmal umhören.

Der Mann der Stunde: Paul Trittler

Und Paul sprach … es werde Golf

Der Mann der Stunde: Paul Trittler

Ich bin ein Freund von Trainerstunden. Ein kleine Veränderung im Griff, im Schwung oder im Stand und schon geht es ein wenig besser im Spiel. Meistens zumindest. Seit knapp zehn Jahren spiele ich jetzt Golf und habe so manchen Pro ausprobiert. Immer waren es nur Kleinigkeiten, die verändert wurden. Und dann kam Paul.

Paul Trittler ist der Headpro des Kostis/McCord Learning Centers im Grayhawk Golfclub in Scottsdale, hat mal ein paar Jährchen auf der PGA Tour gespielt und gehört laut GOLF Magazine zu den 100 besten Lehrern des Landes. Eigentlich sollte ich ihn nur zum kurzen Interview treffen, doch der Mann begrüßte mich gleich mit “Okay, woran wollen wir arbeiten?”.

Zehn Minuten später befand ich in rasanter Fahrt im Cart auf die andere Seite der Driving Range. Paul fuhr in Verfolgungsjagd-Geschwindigkeit vor, sein Gefährt vollgepackt mit allerhand merkwürdigen und sperrigen Teaching-Utensilien, die wohl nur ein Top-100-Lehrer sein Eigen nennen darf.

Ein paar Schwünge mit dem Eisen-8 und schon gab es die erste Analyse. “Guter Schwung, guter Rhythmus, aber dir hat niemand jemals beigebracht, wie man richtig den Ball trifft.” “Aha”, dachte ich, rechnete kurz die Euro zusammen, die ich meinen bisherigen Pros in den Rachen geworfen hatte, und war gespannt wie ein Flitzebogen, welche großartige Erkenntnis mir nun bevor stand. “Nur nicht schon wieder ein neuer Griff”, schoss es mir durch das von der Wüstensonne zermarterte Hirn. “Wir müssen deinen Griff ändern”, sagte Paul. Whitesnakes “Here I Go Again” duddelte plötzlich in meinem Kopf.

Paul änderte meinen Griff, gab mir einen simplen Schwunggedanken auf den Weg und kurz darauf schlug ich erneut mein Eisen-8. 30 Meter weiter. Und schnurgerade.  Ein völlig neues Gefühl. Danach versuchte ich mich an den langen Eisen, den Hölzern, dem Driver. Alles länger und besser. Wenn ich einmal den Ball nicht richtig traf, dann flog das Teil immer noch gerade. Und wenn ich manchmal einen Pull fabrizierte, dann gab es schnell die passende Fehleranalyse. “Dir fehlt noch ein wenig das richtige Timing”, bemerkte Paul. “Aber daran kannst du arbeiten.” Danach stieg er wieder in sein Cart und verschwand in einem Affentempo. Ich blieb alleine auf der Range zurück und arbeitete an meinem Timing.

Die Stunde mit Paul hat mein Golf tatsächlich komplett verändert. Auch wenn sich inzwischen wieder reichlich alte Angewohnheiten eingeschlichen haben, spiele ich jetzt tatsächlich besseres Golf. Allerdings muss ich nun erst einmal lernen, welche Längen ich mit welchem Schläger hinbekomme. Mein kurzes Spiel liegt dementsprechend im Argen. Es gibt jedoch Hoffnung, dass ich mich in diesem Jahr vielleicht doch noch unterspiele. Alles eine Frage des richtigen Timings.

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Back in Business

Liebe Leute, weiter geht’s! Etwas über eine Woche habe ich mich in Arizona rumgetrieben und neben der Arbeit auch allerhand Golf gespielt, einen Top-100-Lehrer getroffen, mit Q-Schülern gesprochen, Big-Break-Klatsch aus erster Hand erhalten, einen Taylormade-Hybriden für 59 US-Dollar gekauft, reichlich Nike 20xi in der Wüste verloren, den Ping-Tresor besucht, “Tin Cup” nachgestellt und ein fieses Gerücht über Martin Kaymer zu Ohren bekommen. Der Trip war also eine runde Sache. Hoffentlich komme ich in den kommenden Tagen dazu, ein paar meiner Erlebnisse zu posten. Wir sehen uns morgen in alter Frische.

Leider nicht mein neuer Putter ...
arizona

Ich bin dann mal wieder weg …

So, nur noch schnell die Schläger verpacken, eine Nacht schlafen und dann ab dafür nach Arizona. Der angenehme Teil meines Jobs ist, dass ich dort auch wieder ordentlich zum Golf spielen komme. Unter anderem darf ich mich auf Troon North, Westin La Paloma und in dem Tubac Golf Resort zum Affen machen. Der letztgenannte Golfplatz war übrigens die Lösung meiner Preisfrage. Zahlreiche “Tin Cup”-Szenen wurden dort gedreht. Ich werde versuchen, den “Dollar Bills”-Schlag von Roy McAvoy nachzumachen.

So unheimlich es ist … in der Verlosung hat tatsächlich wieder Nils aus Göttingen gewonnen, der sich schon den Tiger-Woods-Dubai-Logoball in die Vitrine stellen durfte. Herzlichen Glückwunsch und wir sind weder verwandt, noch verschwägert.

Zum Abschluss zu meinem Abschluss : Wenn alles klappt, dann spiele ich kurz vor dem Rückflug noch einen anderen Platz (Siehe Video). Drückt die Daumen für eine Teetime on short notice.

dollarbill

Gewinne, Gewinne, Gewinne!

Mein Job verschlägt mich ab Freitag mal wieder für etwas über eine Woche nach Übersee. Deshalb wird es in diesem Blog wohl auch in dieser Zeit ein wenig stiller. Trotzdem werde ich versuchen, das eine oder andere Posting rauszuhauen. Zum Trost gibt es natürlich ein Gewinnspiel. 

Die Preisfrage: Welchen Platz spiele ich auf meiner Reise? Unter allen richtigen Einsendungen an diese Email denis@golfnerd.de verlose ich einen Logoball des entsprechenden Golfkurses sowie einen Dreierpack Nike 20xi. Ach ja … fast vergessen: Einsendeschluss ist Donnerstag, der 18.8.2011.

Als Hilfestellung gibt einen kleinen Filmausschnitt. Dollar Bills!!!