Schlagwort-Archiv: Masters

mastersschwarzel

Als der Witz Wirklichkeit wurde

Charl Schwartzel (aka “the skinny guy” wie ihn einige US-Reporter gerne nennen) hat das US Masters 2011 gewonnen. Birdie, Birdie, Birdie, Birdie auf den letzten vier Löchern sicherten ihm den Sieg. Zuletzt gelang dieses Kunststück Jack Nicklaus (aka “the golden bear”). Herzlichen Glückwunsch!

Rory McIlroy (aka “der irische Pudelkopf” wie ich ihn gerne nenne), der vor dem Finale das Feld anführte, zeigte Nerven und machte sogar während der Runde auf der Suche nach seinem Ball spontane Hausbesuche.

Hier noch mal eine Menge Highlights der letzten Runde als Video.

Hier die traditionelle Green-Jacket-Zeremonie.

Und zum Schluss ein Interview mit dem frischgebackenen Masters-Sieger und die Erklärung für die Überschrift dieses Postings.

By the way, Rory … you are not alone. Ask Greg Norman (aka “the great white shark”).

taratwitter

No dogs, no women!

Endlich, ein kleiner Skandal während des Masters. Der Reporterin Tara Sullivan verwehrte  nach der dritten Runde ein Wachmann den Zugang zu einem Pressetermin im Umkleideraum der Spieler. Der Rausschmiss wurde damit begründet, dass Frauen im Augusta National Golf Club nix zu suchen haben. Sullivan entging aufgrund dieser Engstirnigkeit ein Interview mit Rory McIlroy, der zu dem Zeitpunkt das Feld anführte.

Der Club hat sich inzwischen für den Vorfall entschuldigt und schiebt alles auf den Wachmann (der ebenfalls eine Frau war), welcher eh nur ausgeliehen war.

UPDATE: Tara Sullivan schreibt über den Vorfall in einer Kolumne.

tigerlike

Warum ich plötzlich Tiger-Fan bin

Jahrelang konnte ich Tiger Woods nichts abgewinnen. Der Mann war in seiner Perfektion einfach langweilig. Jedesmal wenn die damalige Nummer 1 im Golf einen Schlag versemmelte, freute ich mich deshalb in meinem Kämmerlein darüber. Natürlich folgte im Anschluss an das Missgeschick immer ein Wunderschwung, der alles gerade rückte und letztendlich doch irgendwie zum Turniersieg führte. Fast hätte man annehmen können, Tiger streue solche Fehler mit Absicht ein, nur um dann ordenlich mit seinem Können angeben zu können. Der Mann war die Pest. Eine Art FC Bayern München des Golfsports.

Die Zeiten haben sich geändert. Tigers Ex-Frau kann bestätigen, dass der Kerl alles andere als perfekt ist. Die diversen außerehelichen Affären (von denen angeblich im Medienzirkus PGA Tour keiner was gewusst hat bzw. die niemand gepetzt hat) machen deutlich: Tiger ist tatsächlich auch nur ein Mensch. Und das sieht man inzwischen seinem Golfspiel an.

Seit dem Sexskandal zeigt die Formkurve nach unten, mit den Turniersiegen läuft es nicht so und über die Majors wollen wir gar nicht erst reden. Tiger steckt in der Krise, das wurmt ihn sichtlich. Und genau jetzt erwische ich mich regelmäßig dabei, wie mein Herz für den ehemals besten Golfer der Welt schlägt.

Woods zeigt inzwischen Emotionen jenseits der legendären Tigerfaust. Nach all den Lügen in seinem Leben und der perfekten Marketingshow, lässt der Tiger derzeit tief in sein Seelenleben blicken. Er haut seinen Driver regelmäßig vor Wut in den Abschlag, flüchtet sich in Sarkasmus und lacht selbstironisch laut auf, wenn er mal wieder die Wälder und nicht das Fairway findet. Läuft ein guter Putt knapp am Loch vorbei, dann sieht man ihm die grenzenlose Enttäuschung an. Mir geht häufig genauso wie ihm und deshalb fühle ich mit. Und aus diesem Grund freue ich mich auch über jedes seiner Birdies und  Eagles.

Wenn es nach mir geht, sollte Tiger heute abend das Masters gewinnen. Mit Sicherheit mache ich dann die Tigerfaust in meinem Wohnzimmer.

PS: Falls übrigens jetzt jemand glaubt, ich würde derzeit den schwächelnden FC Bayern München gut finden … großer Irrtum. So schlecht können die überhaupt nicht spielen, dass ich Sympathie empfinde.

kaymershrink

In Treatment: Martin Kaymer

Hinterher ist man immer klüger, aber eigentlich hörte man schon im Vorfeld des Masters die Alarmglocken schrillen. Warum er an seinem Schwung herumgeschraubt hätte, wurde der Noch-Weltranglistenerste vor dem Beginn des Major-Turniers in der offiziellen Pressekonferenz gefragt. Er habe bislang dreimal den Cut nicht geschafft, sagte Kaymer. Irgendwas müsse man ja ändern. Nach der katastrophalen ersten Runde mit 6 über Par wurde er noch deutlicher. Er sei mit seinem Latein am Ende, gab Kaymer im Sky-Interview zu verstehen. Vielleicht könne ihm Bernhard Langer noch einen entscheidenen Tipp geben wie man diesen Platz spielt. Mit einem Lächeln versuchte der Mettmanner dann, seine komplette Ratlosigkeit in Sachen Masters zu überspielen. Vergeblich.

Nach der zweiten Runde (Even Par) ist nun der Cut zum vierten Mal in Folge nicht geschafft. Und schuld ist eindeutig nicht Kaymers Technik. Vielmehr scheint das Scheitern in diesem Jahr ein mentales Problem zu sein. Der Druck, der auf einer Nummer der 1 der Welt lastet, ist damit allerdings nicht gemeint. Kaymer hat Angst vor Augusta National und diese lähmt sein Spiel. So lautet zumindest die Ferndiagnose. Drives, Putts, Eisen ins Grün – dem 26-Jährigen gelang nur selten etwas an den vergangenen zwei Tagen. Andere Profis mit weniger Talent hatten da weniger Schwierigkeiten.

Wenn Kaymer im kommenden Jahr auch am Wochenende in Augusta aufteen möchte, gibt es meiner Meinung nach nur eine Lösung: Er muss den Respekt vor dem Platz und dessen Tücken ablegen. Wenn er schlau ist, dann kehrt in diesem Jahr nicht nur einmal auf den Masters-Kurs zurück. So oft es geht, sollte er in den Privatjet steigen, nach Georgia fliegen und hier spielen. Egal ob mit Freunden, alleine oder den mit Sicherheit hoch erfreuten Clubmitgliedern des Augusta National. Eine Runde auf diesem Golfplatz muss zur Routine und zu einer angenehmen Beschäftigung werden. Nur so verlieren die 18 Löcher ihren Schrecken. Und nur so kann Kaymer mit der nötigen Ruhe und Gelassenheit im kommenden Jahr wieder beim Masters antreten – und mit Sicherheit den Cut schaffen.

Just my two cents.

paddie

Neue Regel: Unwissenheit schützt vor Strafe

Ein aufmerksamer Fernsehzuschauer mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn sorgte im Januar dieses Jahres dafür, dass Padraig Harrington beim European-Tour-Event in Abu Dhabi disqualifiziert wurde. Der Ball des Iren hatte sich beim Makieren unmerklich bewegt. Dem Profigolfer fiel dieses nicht auf, dem TV-Zuschauer dank HD schon. Ein Anruf des Adlerauges später und Harrington durfte nicht mehr mitspielen. Dumm gelaufen. Die schöne 65 in der ersten Runde war wertlos.

Damit so etwas nicht noch einmal passiert, haben sich R&A und die USGA auf eine Regeländerung geeinigt, die mit sofortiger Wirkung zum Masters in Kraft tritt. Man kann jetzt nicht mehr für Dinge, die man unmöglich wissen kann, disqualifiziert werden. Eher gibt es Strafschläge. Hätte übrigens diese Petze von TV-Zuschauer auch verdient gehabt …

Hier noch einmal das Drama von Abu Dhabi als Youtube-Video:

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Sky has a Limit

An die von Carlo Knauss mit gedämpfter Stimme verbreitete Totengräberstimmung bei den Golfübertragungen des Pay-TV-Anbieters Sky hatte ich mich ja schon irgendwie gewöhnt. Auch an die erschreckend überflüssigen Interviews des Schürzenjägers Irek Myskow. Die beiden selbstgefälligen Golfpfauen haben nun mal den Unterhaltungswert einer Schweigeminute. Da kann man anscheinend nichts machen – außer vielleicht auf den Originalton zu wechseln. Nichtsdestotrotz hat es der Sender gestern doch tatsächlich geschafft, meinen Spaß an der TV-Übertragung des Masters noch weiter zu reduzieren.

Gefühlt alle fünf Minuten wurde bis zum Ende der Übertragung (1.30 Uhr) ein kleiner Hinweis im linken unteren Eck eingeblendet. “M. Kaymer +6, Leader -7″ stand da und führte einem das Disaster des ersten Turniertages regelmäßig vor Augen. Präsentiert wurde diese Information von Rolex. Letzteres und nicht der Nachrichtenwert war wohl auch der Hauptgrund, warum dieses Ergebnis immer und immer wieder auf dem Bildschirm auftauchte. Es handelte sich wohl um eine Sonderwerbeform, die entweder dem Turnierausrichter (Rolex ist nicht nur Kaymers Sponsor, sondern auch beim Masters aktiv) oder der Sky-Anzeigenabteilung geschuldet war.

Nachtrag: Nach dem zweiten Masters-Tag bin ich mir sicher, dass das ein Anzeigendeal von Sky ist.

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Einmal Augusta National spielen? Kein Problem.

Tatsächlich gibt es auch für uns Hobbyhacker einen Weg, dass wir einmal in unserem Leben auf dem heiligen Rasen Divots produzieren und die kleinen Flüsschen mit unseren Bällen füllen. Jeff Ritter von golf.com hat den Schlüssel zum Paradies gefunden. Und wer es so auch nicht schafft, einen Fuß in die Tür des wohl elitärsten Clubs der Welt zu bekommen, der kann ohne Probleme auf den Nachbarplatz mit dem Spitznamen “The Patch” ausweichen. Der Kurs hat wohl seinen ganz eigenen Charme. Zumindest vermittelt dieses Video den Eindruck.

masterstickets

Der große Preis

Noch immer habe ich den Traum, einmal beim Masters in Augusta live dabei zu sein. Vielleicht klappt das ganze ja im kommenden Jahr. Man kann sich nämlich derzeit online um Karten für 2012 bemühen. 75 US-Dollar kostet ein Ticket für einen der Wettbewerbstage, 50 US-Dollar werden für die Trainingstage fällig.

Allerdings braucht es eine Menge Glück, um eine (oder zwei) Eintrittskarten kaufen zu dürfen. Das Kontingent ist klein und die Bewerberzahl ist groß. Im Juli 2011 sollen die Gewinner der Verlosung benachrichtigt werden. Ich drücke mir die Daumen.

PS: Bei meinen ersten Bewerbungsversuchen war das Ticketing-System überlastet. Nach einigen Stunden ging aber alles glatt über die Bühne. Also nicht entmutigen lassen!