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Tigers wilder Schwung

Keine Balance und trotzdem ein perfekter Schlag. Bei der dritten Runde des Masters verschlug es Tiger Woods’ Ball an der 17.  in den Kiefernmulch. Die ehemalige Nummer 1 ließ sich davon sowie einem extrem tiefhängenden Ast nicht beeindrucken und haute die Kugel trotzdem aufs Grün.  Zur Belohnung gab es ein Birdie.

Golf Digest zeigt eine geniale Fotoserie von J.D. Cuban, die den wilden Schwung des Tigers in seine Einzelteile zerlegt. 

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Texas Valero Open: The Man of Steele

Man möge mir das Supermann-Wortspiel in der Überschrift verzeihen, aber nachdem in den US-Medien ständig von den “nerves of steele” – den Nerven aus Stahl(e) – gefaselt wurde, war mir nach etwas Abwechslung zumute. Brendan Steele gewann die Texas Valero Open. Der PGA-Neuling sicherte sich mit einem Gesamtergebnis von -8 seinen ersten Turniersieg knapp vor Blondschopf Charley Hoffman. 

Freuen wir uns jetzt schon mal auf  kommende Woche. Dann macht die PGA-Tour Halt auf Hilton Head Island für das “Heritage”. Und dann sehen wir endlich wieder einen schönen Golfplatz.

Hier kann man sich schon mal auf den Harbour Town Golf Links einstellen.

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PGA-Rekord: Horror-Hack für Kevin Na

Am Ende der Bahn wusste eigentlich keiner, wie viele Schläge Kevin Na nun an Loch 9 fabriziert hatte. Weder die TV-Kommentatoren, die sich nicht sicher waren, ob sie nun lachen oder weinen sollten, noch die Turnierverantwortlichen und schon gar nicht der Spieler selber. Auch Nas Caddie Kennie Harms, der verzweifelt versucht hatte, seinen Pro von der Selbstdemontage abzuhalten, gab angesichts dieses Schauspiels das Zählen auf. Am Ende stand ein neuer PGA-Tour-Rekord: 16 Schläge an einem Par-4.

Na hatte an der 9. Bahn in der ersten Runde des Texas Valero Open mehrere Drives ordentlich verzogen. Erst sein dritter Abschlag landete in einer spielbaren Lage mitten im fiesen Gehölz. Dachte Na zumindest. Was folgte, war ein unglaubliches Gehacke inklusive Strafschlag, weil er sich den Ball gegen das eigene Bein spielte. Als Na endlich den finsteren Wald verlassen durfte, applaudierten tatsächlich ein paar Zuschauer – und der PGA-Profi war fassungslos.

Sprachlos standen derweil Adam Scott, Geoff Ogilvy und Angel Cabrera am Abschlag der 9. und wunderten sich, was der weißgekleidete Kerl solange in den Büschen trieb.

Wunderschön für die TV-Zuschauer war der Umstand, dass der Golfchannel den Tour-Pro mit einem Mikrofon verkabelt hatte und man Na nicht nur in Bild, sondern auch Ton beim Handicap-54-Gedächtnishacken beiwohnen durfte. Aus diesem Grund blieb auch dieser einmalige Videobeweis für immer der Nachwelt erhalten. Mein Lieblingsdialog mit dem Caddie fehlt allerdings. Der fand erst statt, nachdem Na den Wald des Schreckens verlassen hatte.

(aus dem Gedächtnis aufgezeichnet)
Na: “Steine. Überall waren Steine.”
Caddie: “Grmpfh.”
Na: “Ich hab noch nie so viele Steine gesehen. Hast du schon mal so viele Steine gesehen?”
Caddie: “Grmpfh. Nein.”
Na: “Meine Hand ist ganz taub. Ganz taub.”
Caddie: “Aha. Grmpfh.”

Der Linksgolfer hat netterweise in seinem Blog noch ein paar weitere Supermeltdowns der Golfhistorie gesammelt. Danke dafür!

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Einmal Augusta National spielen? Kein Problem.

Tatsächlich gibt es auch für uns Hobbyhacker einen Weg, dass wir einmal in unserem Leben auf dem heiligen Rasen Divots produzieren und die kleinen Flüsschen mit unseren Bällen füllen. Jeff Ritter von golf.com hat den Schlüssel zum Paradies gefunden. Und wer es so auch nicht schafft, einen Fuß in die Tür des wohl elitärsten Clubs der Welt zu bekommen, der kann ohne Probleme auf den Nachbarplatz mit dem Spitznamen “The Patch” ausweichen. Der Kurs hat wohl seinen ganz eigenen Charme. Zumindest vermittelt dieses Video den Eindruck.

These shoes are made for golfing

Meine Golfschuhe gehören eigentlich auf den Müll. Manch ein Flightpartner hat angesichts dieser ausgelatschten und eingerissenen Teile die Nase gerümpft. Die Sohlen lösen sich allmählich vom Rest der Schuhe ab. Wasserdicht sind diese schon lange nicht mehr, dafür aber gut belüftet. Trotzdem kann ich die Latschen in Größe 45 niemals zu meinen Lebzeiten wegwerfen. Und Schuld daran ist der derzeit beste Golfer der Welt.

Im August 2006 fuhr ich als Autor für das Golfmagazin PLOCK! nach Odense (ein PDF des Artikels gibt es hier zum Download), Dänemark. Ich sollte dort ein Portrait über einen jungen deutschen Nachwuchsgolfer schreiben. Der Kerl hatte jüngst eine 59er-Runde gespielt, den ersten Platz bei einem Challenge-Tour-Event in Düsseldorf gemacht und war gerade frisch bei der drittklassigen EPD-Tour eingestiegen. Im Hamburger Golfclub Am Hockenberg hatte ich ihn kurze Zeit nach seinem Turniererfolg für ein schnelles Interview getroffen, einen Tag später spielte er dort einen neuen Platzrekord. Der schüchterne Lulatsch hieß Martin Kaymer.

Dank eines kleinen Gemauschels mit dem Turniersponsor ECCO hatte man meine golferische Nichtigkeit dem jungen Herrn Kaymer zusammen mit zwei Dänen als Partner für das Pro-Am in Odense zugeteilt. Ich war ziemlich aufgeregt, denn mein Spiel war zu diesem Zeitpunkt auf dem absoluten Tiefpunkt. Der Slice war mein bester Freund. Doch schon nach drei Löchern merkte ich, dass ich mir keine Sorgen machen musste. Kaymer spielte wie von einem anderen Stern. Ultralange Drives, zielsichere Eisen, ein kurzes Spiel wie aus dem Bilderbuch und das Putten schien auch kein Problem. Dazu war der Junge aus Mettmann komplett tiefenentspannt und ertrug mein Gehacke nicht nur mit stoischer Ruhe, sondern auch mit Humor.

Nicht nur ich war begeistert von Kaymer. Zwei britischen Challenge-Tour-Pros, die eigentlich nur den Platz begehen wollten, fielen angesichts des Traumschwungs des ihnen völlig unbekannten Deutschen die Kinnladen auf den Abschlag. Drei Löcher folgten sie uns staunend. Dann blieben sie ratlos irgendwo auf dem Fairway stehen. Wahrscheinlich überlegten sie, ihren Beruf an den Nagel zu hängen.

Nur ein einziges Mal spielte Kaymer Murks. Am schwierigsten Loch, einem relativ langen Par-5, fabrizierte er ausnahmsweise kein Par oder Birdie. Die anderen beiden Mitstreiter patzten auch. Dafür schlug meine Sternstunde. Die einzige an diesem Tag. Mit fünf Schlägen lochte ich ein. Die dafüf eingesackten Stableford-Punkte lagen gefühlt im zweistelligen Bereich.

Letztendlich gewannen wir das Turnier überlegen. Kaymer freute sich wie ein Schneekönig. Es war der allererste Pro-Am-Sieg seiner Karriere. Als letztes hatte er eines in Polen gespielt und da waren ihm leider nur die vielen schönen Mädels in positiver Erinnerung geblieben.

Kaymer war an diesem Nachmittag ein extrem angenehmer Zeitgenosse. Er erzählte offen von den Problemen als frischgebackener Profi. Die viele Schmutzwäsche, die sonst immer von Mutter vernichtet wurde, nervte ihn gewaltig. Genauso wie die einsamen Stunden im Hotelzimmer irgendwo in der europäischen Fremde. Und die Mietwagen gingen ihm ebenfalls auf den Geist. Das Navigationsgerät hatte ihn doch gestern tatsächlich nicht nach Dänemark, sondern nach Schweden geführt. Zum Glück fand Kaymer noch auf den richtigen Weg zurück.

Ich würde gerne schreiben, dass wir an diesem Tag Freunde geworden sind. Sind wir leider nicht. Dafür durfte ich einen Profigolfer kennenlernen, der schon damals aus der Masse der Talente wie ein Leuchtturm hervorstach: Mit seiner Bodenständigkeit, einem gesunden Ehrgeiz, einer unglaublichen Selbstdisziplin und seiner erfrischenden Unbedarftheit der Presse gegenüber, die er spätestens nach einem nicht ganz so schmeichelhaften Artikel im DER SPIEGEL zu Recht abgelegt hat.

Was das alles mit meinen zerlumpten Schuhen zu tun hat? Nun ja, die Teile gab es zusammen mit anderem Klimbim (Wein, Schlägerfittings etc.) als Preis für den Sieg beim Pro-Am, das ich zusammen mit dem derzeit besten Golfer der Welt gewonnen habe. Braucht es mehr als diesen Grund, um dieses Paar Schuhe selbst dann stolz zu tragen, wenn nur noch die Schnürsenkel es an meinen Füßen hält? Ich denke nicht.