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Die linke und die rechte Hand des Teufels

20140801-125152-46312598.jpgDas Experiment nimmt langsam Fahrt auf. Zur Erinnerung: Nach der Lektüre des  Buchs „Five Lessons: The Modern Fundamentals of Golf“ hatte ich beschlossen, meinen Schwung fundamental umzustellen – und damit meinen Ball wieder auf die richtige Flugbahn zu bringen.

Hier nun der erste Zwischenstand.

Als erste Umstellung war natürlich der Griff dran. Jeder Golfer weiß, wie scheiße sich das anfühlt. Nach ein paar Stunden an mehreren Tagen mit meinen bunten Übungsbällen im Garten ging es aber eigentlich ganz gut. Meine Schläger fühlten sich nach kurzer Zeit nicht mehr an wie düsenbetriebene Hexenbesen, sondern wie brave Eisen.

Ich fühlte mich wohl.

Danach kam der neue Stand.

Auch hier herrschte zunächst Unbehagen, aber dies ging ebenfalls schnell vorbei.

Es folgten Rück- und Durchschwung im Stile von Ben Hogan. Beziehungsweise eine ungelenke Karikatur des großen Golfmeisters. Irgendetwas ging da nicht bei mir zusammen.

Einer ersten Feuerprobe unterzog ich meinen neuen Bewegungsablauf auf der Driving Range meines Heimatclubs. Die Ergebnisse waren trotz großer Skepsis ordentlich, aber nicht überragend. Die Drives waren dabei noch das Beste.

Direkt im Anschluss spielte ich unser After-Work-Golfturnier über neun Loch.

Am ersten Abschlag (Nummer 10, kurzes Par-3) versuchte ich mich an meinem Eisen-8 mit dem neuen Schwung – und scheiterte kläglich. Der Ball hookte hart in den kleinen Teich vorm Grün. Mit Mühe und Not retttete ich das Bogey.

Im Anschluss ging überhaupt nix mehr. Ich hatte völlig das Vertrauen in Ben Hogan verloren. Zwar benutzte ich noch den Griff, aber der Stand war wieder der alte. Die Abschläge waren furchtbar, die Eisen eine Katastrophe und gegen Ende fabrizierte ich immer mehr Dreiputts.

Hier meine unheilige Scorecard zur Abschreckung.

Kein schöner Abend. Lediglich die Mitspieler waren sehr angenehm.

Also ging es wieder zurück in den heimischen Garten zur Fehleranalyse. Und tatsächlich: Ich kam dem Problem ein wenig näher.

  1. Mein Griff war nicht ganz korrekt. Meine rechte Hand wanderte ein wenig mehr auf die rechte Seite.
  2. Ich völlig aus dem Rythmus. Rück- und Durchschwung waren viel zu schnell. Deshalb brachte ich ein wenig mehr Ruhe rein.

Und wieder wühlte ich den Rasen vor unserem Haus auf. Meine Frau war begeistert.

Eine Runde auf dem Winston Open war meine nächste Bewährungsprobe und siehe da – die Bälle flogen grandios gerade und weit. Der Schwung machte Sinn, ich ging mit dem Körper durch die weiße Murmel. Das Ergebnis waren sehr viele getroffene Grüns. Dabei war es völlig egal, ob diese 175, 120 oder 80 Meter entfernt waren. Herrlich.

Nicht so herrlich: meine Drives waren ein Glücksspiel. Mehrfach fabrizierte ich einen Pull, der dann auch direkt in die Wicken ging. Das versaute mir natürlich den Score. In den wenigen Fällen, in denen  mein Driver funktionierte, spielte ich Bogey (meist Dreiputt), Par und sogar ein Birdie (16. Bahn). Irgendwie konnte ich da noch kein richtiges Schwunggefühl aufbauen.

An Letzterem gilt es nun zu arbeiten. Ich halte euch auf dem Laufenden.

 

3 Gedanken zu „Die linke und die rechte Hand des Teufels“

  1. Habe mir das Buch auch gerade gekauft… und stehe wahrscheinlich auch vor einer kleinen Griff- und Standumstellung.
    Ich schlafe schon schlecht.

  2. Ich finde diese autodidaktische Form der Golfschwungverbesserung wirklich beeindruckend. Wie machst du das genau? Filmst du dich selber oder “fühlst” du insbesondere deine Schwungbewegung?

  3. Würde mich auch mal interessieren ob du dich im Garten selbst filmst und dann die Schläge analysierst?
    Ansonsten erinnert es mich doch sehr daran, das wenn einmal was schief geht und man den Faden verliert, man ihn so schnell nicht mehr wiederfindet. Bei deinem nächsten Training ging dann ja wieder…

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