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Der Mann der Stunde: Paul Trittler

Und Paul sprach … es werde Golf

Der Mann der Stunde: Paul Trittler

Ich bin ein Freund von Trainerstunden. Ein kleine Veränderung im Griff, im Schwung oder im Stand und schon geht es ein wenig besser im Spiel. Meistens zumindest. Seit knapp zehn Jahren spiele ich jetzt Golf und habe so manchen Pro ausprobiert. Immer waren es nur Kleinigkeiten, die verändert wurden. Und dann kam Paul.

Paul Trittler ist der Headpro des Kostis/McCord Learning Centers im Grayhawk Golfclub in Scottsdale, hat mal ein paar Jährchen auf der PGA Tour gespielt und gehört laut GOLF Magazine zu den 100 besten Lehrern des Landes. Eigentlich sollte ich ihn nur zum kurzen Interview treffen, doch der Mann begrüßte mich gleich mit “Okay, woran wollen wir arbeiten?”.

Zehn Minuten später befand ich in rasanter Fahrt im Cart auf die andere Seite der Driving Range. Paul fuhr in Verfolgungsjagd-Geschwindigkeit vor, sein Gefährt vollgepackt mit allerhand merkwürdigen und sperrigen Teaching-Utensilien, die wohl nur ein Top-100-Lehrer sein Eigen nennen darf.

Ein paar Schwünge mit dem Eisen-8 und schon gab es die erste Analyse. “Guter Schwung, guter Rhythmus, aber dir hat niemand jemals beigebracht, wie man richtig den Ball trifft.” “Aha”, dachte ich, rechnete kurz die Euro zusammen, die ich meinen bisherigen Pros in den Rachen geworfen hatte, und war gespannt wie ein Flitzebogen, welche großartige Erkenntnis mir nun bevor stand. “Nur nicht schon wieder ein neuer Griff”, schoss es mir durch das von der Wüstensonne zermarterte Hirn. “Wir müssen deinen Griff ändern”, sagte Paul. Whitesnakes “Here I Go Again” duddelte plötzlich in meinem Kopf.

Paul änderte meinen Griff, gab mir einen simplen Schwunggedanken auf den Weg und kurz darauf schlug ich erneut mein Eisen-8. 30 Meter weiter. Und schnurgerade.  Ein völlig neues Gefühl. Danach versuchte ich mich an den langen Eisen, den Hölzern, dem Driver. Alles länger und besser. Wenn ich einmal den Ball nicht richtig traf, dann flog das Teil immer noch gerade. Und wenn ich manchmal einen Pull fabrizierte, dann gab es schnell die passende Fehleranalyse. “Dir fehlt noch ein wenig das richtige Timing”, bemerkte Paul. “Aber daran kannst du arbeiten.” Danach stieg er wieder in sein Cart und verschwand in einem Affentempo. Ich blieb alleine auf der Range zurück und arbeitete an meinem Timing.

Die Stunde mit Paul hat mein Golf tatsächlich komplett verändert. Auch wenn sich inzwischen wieder reichlich alte Angewohnheiten eingeschlichen haben, spiele ich jetzt tatsächlich besseres Golf. Allerdings muss ich nun erst einmal lernen, welche Längen ich mit welchem Schläger hinbekomme. Mein kurzes Spiel liegt dementsprechend im Argen. Es gibt jedoch Hoffnung, dass ich mich in diesem Jahr vielleicht doch noch unterspiele. Alles eine Frage des richtigen Timings.