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GolfPunk: Des Buyer’s Leid

Nun hab ich ihn mir auch besorgt, den GolfPunk Buyer’s Guide 2011. 4,50 Euro kostet das “Sonderheft mit allen brandneuen Produkten”. Ein stolzer Preis für einen Katalog, in dem man nichts bestellen kann und dessen Informationsgehalt über bunte Bildchen inklusive Marketingsätzchen, Preisangabe und einen Hinweis für welches Handicap der Apparat geeignet ist, nicht hinausgeht. Wer ein Testergebnis im Stile von GolfDigest’s Hotlist erwartet, der sollte sich lieber die entsprechende Ausgabe des GolfDigest (Nein, nicht das GolfMagazin!!!) kaufen. Aber egal. Ich bin wahrscheinlich nicht der einzige Hacker, der solch eine überflüssige Hardware-Bibel zum stillen Studium in Nähe zum Klo aufbewahrt.

Laut lachen musste ich teilweise beim Lesen des Editorials von GolfPunk-Chefredakteur Götz Schmiedehausen. Dort beschreibt der fotogene Kerl, wie eine Düsseldorfer Großdruckerei (die VVA) Pleite ging und ihre Tochterfirma (der B&D-Verlag) mit in den Pleitestrudel zog. Und wie der alte Verlegerhaudegen und ehemalige Besitzer des B&D-Verlags, Wolfgang Block, GolfPunk heldenhaft aus der Insolvenzmasse barg und dem Magazin neues Leben einhauchte. Ein schönes Märchen.

Sagen wir mal so. Wer 1 und 1 zusammenzählt, der kann sich vielleicht denken, warum Wolfgang Block anno 2007 den Abflug machte und sein seinen Verlag an eine Druckerei überging verkaufte. Von den ständigen Gerüchten, die damals kursierten, wie die Auflagenzahlen der B&D-Hefte zusammengerechnet wurden, wollen wir hier gar nicht erst anfangen zu erzählen. Das wäre ja auch reine Spekulation.

Unter Blocks Herrschaft kündigte nicht ohne Grund so mancher Chefredakteur des BLOND-Magazins (ebenfalls B&D). Und auch freie Autoren waren nicht immer gerade zufrieden mit dem Geschäftsgebahren des Mannes. Ich kenne nicht nur einen Kollegen, der sein Honorar erst dann aus dem Hause B&D überwiesen bekam, als der Anwalt die Rechnung schrieb.

Block, der laut Schmiedehausen das schaffte, “was den Beatles nie gelang, nämlich die Wiedervereinigung der Band” (GolfPunk ist gemeint), ist nun also wieder am Ruder. Pulse: Publishing heißt sein neuer Verlag. Außerdem hat er bei der Werbeagentur Philipp und Keuntje angeheuert und soll dort das Corporate Publishing ankurbeln.

Dass in der neuen Heimat von GolfPunk jetzt alles besser wird, ist vom Buyer’s Guide nicht abzulesen. Sämtliche redaktionellen Texte (schön geschrieben, aber auch eher aus der Kategorie “altbekannte Weisheiten”) sind von Schmiedehausen im Alleingang fabriziert. Im Impressum findet sich noch der leitende Redakteur Jan Langenbein und “the big chief” Michael Pantelouris, der als Editorial Director für alle Pulse-Hefte mit seinem guten Namen gerade steht. Letztere Personalie ist tatsächlich mit der Hoffnung verbunden, dass sich vielleicht doch noch alles zum Guten wendet.  Nichtsdestotrotz erinnert das Konstrukt an “Viele Häuptlinge, keine Indianer” mit Block als Manitu.

Anzeigentechnisch sieht der Buyer’s Guide nicht gerade wie ein voller Erfolg aus. Zwar findet sich eine stattliche Anzahl an Werbekunden, doch wenn man genau hinschaut, ist es schwer zu glauben, dass da viel Geld verdient wurde (könnte sich allerdings immer noch rechnen, wenn Schmiedehausen tatsächlich alles solo gewuppt hat). Kunden wie Airwaves, Heineken Carlsberg oder die Region Tirol sind wohl als Sponsoren der GolfPunk-Tour, die mit dem Heft eigentlich nur den Namen gemein hat, im Magazin gelandet und dürfen sich dementsprechend auch über ordentlich Rabatte freuen. Und wenn sich Golfclubs wie Gut Wulfsmühle oder Gut Apeldör ganzseitige Anzeigen leisten können, dann fragt man sich natürlich, was so eine Seite DIN-4 kosten mag.   Aber ich kann mich irren … und es wäre ehrlich gesagt schön, wenn es so wäre.

Bleibt noch das Thema Abonennten. Schaut man zum Beispiel im Spicy Golf Forum vorbei, dann findet sich dort jetzt schon eine stattliche Anzahl von unzufriedenen Altkunden, die bislang vergeblich auf den ihnen versprochenen Buyer’s Guide 2011 warten.  Diesen Herrschaften sei gesagt: Ihr verpasst nichts.

PS: Warum wird im Editorial ständig Buyers Guide geschrieben und auf dem Titel steht Buyer’s Guide? Aber das ist nun wirklich kleinkariert von mir. Ernsthaft, ich wünsche mir ein neues, besseres GolfPunk-Magazin. Die Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben. Möge der 29. April kommen!

Ein Gedanke zu „GolfPunk: Des Buyer’s Leid“

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