Kategorie-Archiv: GolfPunk

The Big Break – Germany

Die Stammleser werden sich erinnern: Ich bin ein großer Fan der Reality-Show “The Big Break”. Vor zehn Jahren fing der US-Sender Golfchannel damit an, unbekannte Profigolfer (und nervige Möchtegerns) um einen Turnierplatz auf einer der großen Touren kämpfen zu lassen. Das Format läuft noch immer – und zwar extrem erfolgreich.

Inzwischen bin ich der Meinung, dass die Show auch in Deutschland funktionieren könnte. Das Konzept müsste nur ein wenig abgewandelt werden. Natürlich kommt dafür eigentlich nur ein Sender in Frage: Sky.

Weiterlesen

34

Golf Time: Die beste Überschrift aller Zeiten

Es muss in einem Anflug von Selbsterkenntnis geschehen sein: Die aktuelle Titelzeile könnte das Golfmagazin “Golf Time” nicht besser beschreiben. Auf der furchtbaren Internetseite des Brunnthaler-Blattes wirkt diese noch stärker. Noch peinlicher. Und noch treffender.

Vielleicht hat ja der ehemalige “Golfpunk”-Chefredakteur Götz Schmiedehausen, der nun als Vizechef der “Golf Time” agiert, vergessen auf den Titel zu schauen. Oder der Brunnthaler-Oskar selbst hat sich die Zeile ausgedacht und keiner hat sich getraut, dem Meister der Münchner Bussi-Golfszene zu sagen, dass das keine gute Idee ist.

Egal. Irgendwie passt’s schon. Schade ist nur, dass mir die unendliche Zeile der Weisheit erst jetzt ins Auge gesprungen ist. Könnte daran liegen, dass ich das Blatt sonst nur mit der Kneifzange anfasse.

(Screenshot golftime.de)
(Screenshot golftime.de)

 

Das neue GolfPunk-Magazin ist da.

GolfPunk-Relaunch: Eine kleine Blattkritik

Das neue GolfPunk-Magazin ist da.

Lange hat es gedauert, jetzt kann man das Teil endlich am gutsortierten Kiosk erwerben: den aus der Asche auferstandenen Phönix der deutschen Golfmagazine – GolfPunk. Und aller dunklen Vorahnungen zum Trotz ist das aus der Konkursmasse des B&D-Verlages gerettete Blatt überhaupt nicht mal schlecht geworden. Ganz im Gegenteil: Es besteht Hoffnung. Der Patient lebt. Auch wenn für Chefarzt Götz Schmiedehausen noch einige Notoperationen  anstehen.

GolfPunk hat keinen einfachen Stand in der hiesigen Presselandschaft. Zum einen ist da die kümmerliche Erscheinungsweise. Ganze sechs Ausgaben (plus dem völlig überflüssigen Buyers Guide) gibt es pro Jahr. Aktualität sieht anders aus. Egal ob Major-Turnier oder Weltrangliste – entweder man kommt viel zu früh oder man ist hoffnungslos zu spät dran.

Zum anderen arbeitet die GolfPunk-Redaktion auf Sparflamme. Aufgrund eines schmalen Budgets stricken dort viel zu wenige Redakteure MacGyver-artig das Heft zusammen. Fertige Texte vom britischen Mutterschiff gibt es nicht mehr. Das GolfPunk-Magazin von der Insel ging Ende 2010 Pleite und musste die Segel streichen. Kein Wunder, dass die ursprünglichen Erscheinungstermine nicht eingehalten werden konnten und die Internetseite stiefmütterlich gepflegt wird.

Nichtsdestotrotz ist das Heft fertig geworden.

Positiv aufgefallen in der ersten Ausgabe 2011  …

… sind die zahlreichen guten Illustrationen und Layouts von Grafiker Tino Mrotzkowski. Beste Beispiele: „Apocalypse Na!“, „Führ‘ mich zum Schotter“ und „Kaymer by numbers“.

… ist die Top 20 des Trash Talks. Herrliche Anekdoten, die bis auf ein paar Ausnahmen noch nicht 999-mal erzählt wurden.

… ist Götz Schmiedehausens Schreibe. Irgendwie mag ich die längeren Texte des GolfPunk-Chefredakteurs. Launig und meine Art von Humor. Bestes Beispiel: „Spielverderber im Golfzirkus“.

… sind die Texte „Die Legende Dave Marr“ von Graeme Hamlett und „Führ‘ mich zum Schotter“ von Linksgolfer-Blogger Rüdiger Meyer. Beide Stücke hätten damals auch gut und gerne ihren Platz in PLOCK! (die älteren Herrschaften werden sich noch erinnern) gefunden. Guter Golfjournalismus … mit einem blöden Nachgeschmack. Aber dazu später mehr.

… sind die Fotos in den Rubriken „GolfJunk“ und dem Text „Schlägertruppe“. Weltklasse abgelichtet.

… ist die Trainerstunde mit Sven Strüver, der einer der wenigen deutschen Tour-Pros mit Ecken und Kanten war ist. Auch wenn er mit der European Tour nur noch wenig am Hut hat, ist der Kerl eine echte Marke. Da verzeiht man auch die Kooperation mit der Carlsberg-Brauerei. Die anderen Techniktipps (Driver vom Fairway, Helikopterschlag aus dem Bunker) mit Jeff Ritter sind ebenfalls nett anzuschauen. Allerdings hätte ich mir hier einen „Zur Person“-Kasten gewünscht. Nicht jeder kennt den US-amerikanischen Trainer.

… ist wie immer der „GolfPorn“. Wunderschönes Bild. Einziger Verbesserungsvorschlag: Einfach mal im Heftplan in der Mitte platzieren, dann kann ich mir das Teil rausklabüstern und im Büro aufhängen.

… sind die Bunkerbabes. Die gibt es nämlich nicht in der neuen Ausgabe. Das Fehlen der fleischgewordenen Herrennachmittagsfantasie ist wohl dem Tod des UK-GolfPunks geschuldet. Für eine eigene Fotoproduktion fehlten anscheinend das Geld und/oder die Frauen, die so einen Scheiß mitmachen. Ein Glück, die Seitenverschwendung hat ein Ende.

… ist mir die Rubrik Planet Golf. Schöne Reisegeschichten (hier als Beispiel mal Colorado). Allerdings geht mir das „Ich, Ich , Ich“ der Autoren manchmal echt auf die Nerven.

Negativ aufgefallen in der ersten Ausgabe 2011  …

… ist das Cover. Ehrlich Leute, wer im Vertrieb etwas reißen möchte, der sollte anständige Titel produzieren. Charl Schwartzel? Ernsthaft? Allein in der Titelzeile „Der coole Südafrikaner überrollt die Golfwelt“ finden sich zwei unglaubliche Übertreibungen. Und das extrem ausgeleuchtete Foto ist mehr als nur Panne. Es sei denn, nur ich schaue beim Driven nie in die Kamera.

… ist die Schwartzel-Story. Der erste Teil des Telefongesprächs mit dem Masters-Siegers liest sich wie ein aus dem Internet zusammengestricktes Tom-Kummer-Interview, der zweite Teil erinnert an Schülerzeitung. Lieblingsfilm? Auto? Lieblingsessen? Sorry, da geht mehr. Auch der „Tiger Dompteur“ im Anschluss des leidlichen Gesprächs ist mehr als nur überflüssig. Eine Nacherzählung des Master 2011? Siehe „Aktualität sieht anders aus.“

… ist die Rubrik „Am ersten Abschlag“. Nur damit ich das richtig verstanden habe: GolfPunk stellt vermeintlich coole Leute vor, die zwar kein Golf spielen, aber wenn sie es täten, dann wäre Golf noch cooler als sowieso. Hä? Lieber echte Golfer vorstellen.

… sind wie immer die bemüht-lockeren Bildunterschriften. Von ganz billig über Pennäler-Humor bis überhaupt nicht lustig war wieder alles dabei. Nur der eigentliche Witz ging verloren.

… ist „Martin Kaymer by numbers“: Die Kunst wie man aus einer ¼-Seiten-Geschichte ganze vier Seiten produziert, nur um ein wenig Mettmann im Heft und auf dem Titel zu haben. Eines der absoluten Lowlights. Allerdings hübsch layoutet.

… ist das Sandra-Gal-Interview. Von Vorspann bis Ende – Götz als hechelnder Fanboy. Meine Lieblingsfrage: „Musik spielt in deinem Leben eine große Rolle, oder?“ Ich habe mich fremdgeschämt. Aber man hat halt nicht immer Sternstunden im Journalistenleben.

… ist der Test „Schlägertruppe“. Mal abgesehen davon, dass ich die Überschrift schon gefühlte hundertmal irgendwo anders gelesen habe, ist das Teil alles andere als ein Glanzstück. Von einem Test erwarte ich Transparenz. Wer testet wie und wo. Entscheidend ist hier das „wie“. Und das fehlt völlig. Dafür findet sich unter „wer“ Jörg Vanden Berge, an den das ganze Testen anscheinend „outgesourced“ wurde. Halte ich nix von.

… sind BMW und Schüco in „Führ‘ mich zum Schotter“. In zwei Infokästen, die wie Fremdkörper in der Geschichte wirken, wird man schön pr-mäßig über die wundervollen Sponsorentätigkeiten dieser beiden Unternehmen aufgeklärt. Passend dazu finden sich im Heft jeweils eine einseitige Anzeige der Firmen. BMW engagiert sich auch auf der GolfPunk-Homepage. Ob man nur Werbekunden pimpern oder im vorauseilenden Gehorsam ein oder zwei Türchen über dessen Sponsoren zu Martin Kaymer öffnen wollte, darüber kann man nur spekulieren.

Fazit: Ich kaufe mir auch die zweite Ausgabe. Luft nach oben ist noch, aber eine ordentliche Fallhöhe ist auch schon da. Deutschland braucht endlich wieder ein anständiges Golfmagazin … und GolfPunk ist auf dem richtigen Weg.

golfpunk_wanted

GolfPunk verzweifelt gesucht

UPDATED Entschuldigung, ist heute der 29. April oder habe ich mich im Datum geirrt? Da bin ich heute morgen doch tatsächlich in einen großen Bahnhof in Hamburg marschiert und wollte die für den heutigen Tag angekündigte nagelneue Ausgabe von “GolfPunk” kaufen. War nicht da. “Ok”, habe ich mir gedacht, “vielleicht ist 8.30 Uhr ja auch noch ein wenig früh. Versuchst du es heute mittag einfach noch mal.” Habe ich versucht. Beim riesigen Thalia-Buchladen in der Spitalerstraße gab es auch kein “GolfPunk”. Auch nicht beim kleinen Kiosk in der Nähe vom Chilehaus. Und heute am späten Nachmittag war dann immer noch Fehlanzeige in den Regalen.

Dann muss ich morgen wohl wieder gucken gehen. Oder hat jemand einen besseren Tipp?

UPDATE: Siehe Kommentar von Thomas.

CCI00000_bearbeitet-1

GolfPunk: Des Buyer’s Leid

Nun hab ich ihn mir auch besorgt, den GolfPunk Buyer’s Guide 2011. 4,50 Euro kostet das “Sonderheft mit allen brandneuen Produkten”. Ein stolzer Preis für einen Katalog, in dem man nichts bestellen kann und dessen Informationsgehalt über bunte Bildchen inklusive Marketingsätzchen, Preisangabe und einen Hinweis für welches Handicap der Apparat geeignet ist, nicht hinausgeht. Wer ein Testergebnis im Stile von GolfDigest’s Hotlist erwartet, der sollte sich lieber die entsprechende Ausgabe des GolfDigest (Nein, nicht das GolfMagazin!!!) kaufen. Aber egal. Ich bin wahrscheinlich nicht der einzige Hacker, der solch eine überflüssige Hardware-Bibel zum stillen Studium in Nähe zum Klo aufbewahrt.

Laut lachen musste ich teilweise beim Lesen des Editorials von GolfPunk-Chefredakteur Götz Schmiedehausen. Dort beschreibt der fotogene Kerl, wie eine Düsseldorfer Großdruckerei (die VVA) Pleite ging und ihre Tochterfirma (der B&D-Verlag) mit in den Pleitestrudel zog. Und wie der alte Verlegerhaudegen und ehemalige Besitzer des B&D-Verlags, Wolfgang Block, GolfPunk heldenhaft aus der Insolvenzmasse barg und dem Magazin neues Leben einhauchte. Ein schönes Märchen.

Sagen wir mal so. Wer 1 und 1 zusammenzählt, der kann sich vielleicht denken, warum Wolfgang Block anno 2007 den Abflug machte und sein seinen Verlag an eine Druckerei überging verkaufte. Von den ständigen Gerüchten, die damals kursierten, wie die Auflagenzahlen der B&D-Hefte zusammengerechnet wurden, wollen wir hier gar nicht erst anfangen zu erzählen. Das wäre ja auch reine Spekulation.

Unter Blocks Herrschaft kündigte nicht ohne Grund so mancher Chefredakteur des BLOND-Magazins (ebenfalls B&D). Und auch freie Autoren waren nicht immer gerade zufrieden mit dem Geschäftsgebahren des Mannes. Ich kenne nicht nur einen Kollegen, der sein Honorar erst dann aus dem Hause B&D überwiesen bekam, als der Anwalt die Rechnung schrieb.

Block, der laut Schmiedehausen das schaffte, “was den Beatles nie gelang, nämlich die Wiedervereinigung der Band” (GolfPunk ist gemeint), ist nun also wieder am Ruder. Pulse: Publishing heißt sein neuer Verlag. Außerdem hat er bei der Werbeagentur Philipp und Keuntje angeheuert und soll dort das Corporate Publishing ankurbeln.

Dass in der neuen Heimat von GolfPunk jetzt alles besser wird, ist vom Buyer’s Guide nicht abzulesen. Sämtliche redaktionellen Texte (schön geschrieben, aber auch eher aus der Kategorie “altbekannte Weisheiten”) sind von Schmiedehausen im Alleingang fabriziert. Im Impressum findet sich noch der leitende Redakteur Jan Langenbein und “the big chief” Michael Pantelouris, der als Editorial Director für alle Pulse-Hefte mit seinem guten Namen gerade steht. Letztere Personalie ist tatsächlich mit der Hoffnung verbunden, dass sich vielleicht doch noch alles zum Guten wendet.  Nichtsdestotrotz erinnert das Konstrukt an “Viele Häuptlinge, keine Indianer” mit Block als Manitu.

Anzeigentechnisch sieht der Buyer’s Guide nicht gerade wie ein voller Erfolg aus. Zwar findet sich eine stattliche Anzahl an Werbekunden, doch wenn man genau hinschaut, ist es schwer zu glauben, dass da viel Geld verdient wurde (könnte sich allerdings immer noch rechnen, wenn Schmiedehausen tatsächlich alles solo gewuppt hat). Kunden wie Airwaves, Heineken Carlsberg oder die Region Tirol sind wohl als Sponsoren der GolfPunk-Tour, die mit dem Heft eigentlich nur den Namen gemein hat, im Magazin gelandet und dürfen sich dementsprechend auch über ordentlich Rabatte freuen. Und wenn sich Golfclubs wie Gut Wulfsmühle oder Gut Apeldör ganzseitige Anzeigen leisten können, dann fragt man sich natürlich, was so eine Seite DIN-4 kosten mag.   Aber ich kann mich irren … und es wäre ehrlich gesagt schön, wenn es so wäre.

Bleibt noch das Thema Abonennten. Schaut man zum Beispiel im Spicy Golf Forum vorbei, dann findet sich dort jetzt schon eine stattliche Anzahl von unzufriedenen Altkunden, die bislang vergeblich auf den ihnen versprochenen Buyer’s Guide 2011 warten.  Diesen Herrschaften sei gesagt: Ihr verpasst nichts.

PS: Warum wird im Editorial ständig Buyers Guide geschrieben und auf dem Titel steht Buyer’s Guide? Aber das ist nun wirklich kleinkariert von mir. Ernsthaft, ich wünsche mir ein neues, besseres GolfPunk-Magazin. Die Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben. Möge der 29. April kommen!