Kategorie-Archiv: Medien

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„Golf World“ nach 67 Jahren nur noch digital UND Warum das für Deutschland wichtig ist

Das älteste Golfmagazin der USA hält die Druckmaschinen für immer an. Nach 67 Jahren stellt der Condé Nast Verlag das Printmagazin „Golf World“ ein – und konzentriert sich nur noch auf eine digitale Version des Klassikers.

Man spart sich in Zukunft die immensen Kosten für Papier und Versand. Weiterlesen

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Die hundert Löcher von Hamburg ODER HuLoPo 2013 – Golf Extrem

“Es ist einfach schön, den ganzen Tag Golf zu spielen.” Teilnehmer beim HuLoPo

Mehr muss man eigentlich auch nicht über den legendäre 100-Loch-Pokal im GC Falkenstein sagen. Sven Henig hat einen wunderschönen Film über diese Institution im Hamburger Golfleben gedreht. Verdammt geil. Ich wünschte, mein Handicap würde den Anmelderegularien gerecht werden. Dann wäre ich auch dabei.

Hier nun aber der Film. Seht selbst.

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Achims Achillessehne ODER Ein SPON-Artikel, der nie erschien

Vor knapp einem Jahr schrieb “Spiegel Online”-Kolumnist Hajo Schumacher unter dem Pseudonym Achim Achilles einen Text über Golfspieler. Der Artikel war voller Vorurteile und extrem polemisch. Dementsprechend hoch war die Resonanz auf Facebook & Co.

Zu dieser Zeit arbeitete ich noch in dem gläsernen Verlagshaus an der Ericusspitze in Hamburg – und es dauerte nicht lange, bis man mich als redaktionsbekannten Golfer fragte, ob ich nicht eine Replik auf Schumachers Hasstirade schreiben könne.

Ich sagte sehr gerne zu.

Mein fertiger Text wurde dann vom zuständigen Redakteur (der inzwischen auch den Arbeitgeber gewechselt hat) noch einmal Schumacher zugemailt. Eigentlich aus reiner Höflichkeit.

Prompt kam eine Antwort. Die Mail ging nicht nur an den Redakteur, sondern auch in Kopie an Ressortleitung und Chefredaktion.

Schumacher fand den Artikel nicht so schön. Er fühlte sich persönlich angegriffen – und die SPON-Redaktion habe seiner Meinung nach die Aufgabe, ihn vor solchen Anfeindungen zu schützen.

Der fertig produzierte Artikel erschien nicht.

Das Ganze sorgte in der Redaktionsetage bei vielen Leuten zu heftigem Kopfschütteln. Meine persönliche Meinung war damals und ist noch immer: Wer austeilt, muss auch mal einstecken können.

Da nun sich nun fast der Jahrestag dieser Aktion nähert, das Personalkarussell sich bei SPON inzwischen ordentlich gedreht hat und ich neulich wieder auf Schumachers Rant angesprochen wurde, gibt es nun meine bislang nie erschiene Antwort auf Achim Achilles’ Hasstirade (wer diese nicht kennt, sollte sie zuerst kurz lesen).

Achim Achilles vs. Golf:
Schumacher, bleib bei deinen Leisten!

Eigentlich muss man den Kollegen Hajo Schumacher alias Achim Achilles in Schutz nehmen. Es ist nicht das erste Mal, dass er verhaltensauffällig wird und als laut Selbsteinschätzung “vorurteilsfreier Mensch” seine nicht vorhandenen Vorurteile bestätigt sieht.

In der vergangenen Woche haute er in seiner SPON-Kolumne Achilles’ Ferse ordentlich die deutschen Golfspieler in die Pfanne.  Dabei ließ der Mann kein Klischee aus. Er beschrieb den klassischen Golfspieler pauschal so, wie ihn die nicht-golfspielende Bevölkerung seit Jahren abgespeichert hat: als unsportlichen Angeber mit viel Geld und wenig Geschmack. Neu war allerdings, dass der von ihm beschriebene Unmensch auch noch ein Alkoholproblem hat. Die Folge war eine Menge empörte Leserbriefe.

Als Grundlage für seine kleine Hasstirade diente dem Journalisten ein versauter Urlaub in einem Golfhotel, das seine Frau für die Osterferien ausgesucht hatte. Das kann man nicht unbedingt als klassische Recherche bezeichnen, aber die brauchte Schumacher wohl auch nicht.
Natürlich hat er nicht ganz Unrecht. In deutschen Golfclubs gibt es Arschlöcher, Wichtigtuer, Vereinsmeier, Geschmacksverirrte und Bewegungsmotoriker. Die gibt es allerdings meiner Erfahrung nach auch in allen anderen Sportarten. Sogar in der Laufszene.

Ich brauche da nur aus dem Fenster meiner Behausung schauen und die Jogger beobachten, die sich auf ihrer täglichen Runde in den Hamburger Volkspark bewegen und Mütter mitsamt Kleinkindern vom Gehweg schubsen. Das sieht nicht immer vorteilhaft aus. Weder die hautenge Bekleidung noch der Laufstil. Trotzdem würde ich nicht alle Lauffreaks als egozentrische Presswürste in Zeitlupe bezeichnen oder behaupten, dass deren größte Denkleistung darin besteht, wie ein hirntoter Zombie über irgendeine Ziellinie zu laufen.

Es stimmt: Die Golfmode ist speziell/potthässlich. Ein Besuch im Jogging-Fachgeschäft kann allerdings auch Augenbluten verursachen. Beides ist jedoch geschmacklich kein Vergleich zu den furchtbaren Klamotten, mit denen Hobby-Rennradfahrer den Straßenverkehr gefährden. Das Schöne an der Mode ist übrigens, dass man sie nicht mitmachen muss. Dies gilt für Golfspieler genauso wie für Laufsportler.

Ansonsten liegt aber Kolumnist Schumacher mit seiner Schnellanalyse des Golfsports gründlich daneben. Ich habe zum Beispiel keine Ahnung, wie der Laufguru beim Golf auf “90 Prozent röhrende Mitläufer” und nur 10 Prozent ernsthafte Sportler kommt. Da hat sich Schumacher böswillig verschätzt. Die Realität sieht anders aus. Zehn Jahre spiele ich nun schon Golf und ich habe bislang kaum eine andere Sportart kennengelernt, in der Ehrgeiz und Siegeswille der Mitspieler selbst im hohen Alter ungebrochen ist.

Schumacher echauffiert sich auch über das Fortbewegungsverhalten der Golfspieler. Angeblich fahren alle mit dem E-Cart oder dem Segway über den Platz. Das ist natürlich kompletter Unsinn. Für die USA und in Asien mag das gelten, in Deutschland sind Golfcarts die Seltenheit. Und Segways? Die gibt es dort nur im feuchten Traum der Herstellerfirma. Zwar tragen nicht alle meine Mitspieler ihre Taschen (dafür gibt es tatsächlich E-Caddies), laufen tut aber fast jeder. Und das ist meist kein gemütlicher Spaziergang, sondern eine stramme Wanderung.

Natürlich führt Schumacher den Naturschutz als Kritikpunkt an. Golfplätze würden bevorzugt in Landschaftsschutzgebieten liegen. Da lebt er leider auch wieder in seiner eigenen Realität, denn die meisten deutschen Plätze wurden auf ehemaligen Äckern, Nutz- und Weideflächen gebaut – und bieten inzwischen mehr Natur als vorher.

Bestes Beispiel hierfür ist der Golfkurs Budersand auf Sylt, der auf einem ehemaligen Gelände der Bundeswehr entstand. Das schwer verseuchte Erdreich musste erst vom neuen Besitzer abgetragen werden, damit dort überhaupt mal wieder was wächst. Klar gibt es auch Schwarze Schafe wie den US-Milliardär Donald Trump, der in Schottland eine natürliche Dünenlandschaft vernichtet hat. Aber das ist eine unrühmliche Ausnahme und nicht die Regel.

Der Beweis für Schumachers völlige Ahnungslosigkeit ist letztendlich die Behauptung, dass dank Handicap-Regel im Golf jeder noch so untalentierte Wicht als Sieger vom Feld geht. Ich würde dem Mann gerne erklären, warum das nicht so ist, aber leider ist ebendiese Regel in Deutschland so kompliziert, dass das den Rahmen dieses Artikels sprengt. Nur so viel: Auch wer scheiße spielt, kriegt keinen Pokal.

Schumacher stört sich auch am “Missionierungsbedürfnis” der Golfer, die ihm anraten, das Spiel mit Ball und Schläger einfach mal auszuprobieren. Keine Ahnung, warum er sich darüber aufregt, denn auch Schumacher übt sich regelmäßig in der Missionarsstellung – die wöchentliche Laufkolumne und sein Buch “Bewegt euch!” sind dafür Beweis genug.

Auch ich kann Schumacher nur raten, es mal mit dem Golf zu versuchen. Vielleicht würde er dann merken, dass es sich tatsächlich um einen Sport handelt, der Körper und Geist fordert – und die meisten Klischees überholt sind. Man sollte ihn natürlich mit den netten Leuten betreiben. Ich stelle mich hierfür offiziell zur Verfügung.

FOTOCREDIT: tfxc/flickr

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Tag der offenen European Tour

UPDATE: Die European Tour hat reagiert. Die PDF werden zwar noch bei Google angezeigt, aber sie sind nicht mehr abrufbar. Danke hat noch keiner gesagt.

Vorgestern hatte ich meine Ablehnung der European Tour in der digitalen Post. Keine Angst, es ging nicht um meine angestrebte Profikarriere. Die beginnt ja erst, wenn ich 50 Jahre alt werde. Nein, abgelehnt wurde mein Antrag auf Zugang zum offiziellen Media Centre, das man über die Homepage der ET betreten kann. Als kleiner Blogger war ich denen wohl nicht wichtig genug.

Aber darum ging es mir eigentlich nicht.

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Martin Kaymer im Rausch des Interviews

Profisportler (und andere Berühmtheiten) beschweren sich recht häufig über die ewig gleichen Fragen, die ihnen diese lästigen Journalisten stellen. Martin Kaymer umgeht ja inzwischen dieses Problem, indem er sich von seinem Management interviewen lässt.

Der Mettmanner durfte sich allerdings nun selbst in der hohen Kunst des Interviews versuchen. Im aktuellen Magazin der “Süddeutschen Zeitung” stellte er als einer von 45 Promis unserem Fußball-Bundestrainer Jogi Löw eine Frage, die ihm unter den Nägeln brannte. Weiterlesen

The Big Break – Germany

Die Stammleser werden sich erinnern: Ich bin ein großer Fan der Reality-Show “The Big Break”. Vor zehn Jahren fing der US-Sender Golfchannel damit an, unbekannte Profigolfer (und nervige Möchtegerns) um einen Turnierplatz auf einer der großen Touren kämpfen zu lassen. Das Format läuft noch immer – und zwar extrem erfolgreich.

Inzwischen bin ich der Meinung, dass die Show auch in Deutschland funktionieren könnte. Das Konzept müsste nur ein wenig abgewandelt werden. Natürlich kommt dafür eigentlich nur ein Sender in Frage: Sky.

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dpa, DGV, WTF??? oder Anspruch und Wirklichkeit der Selbstdarstellung

dpadgvHeute musste ich in der Redaktion herzlich lachen. Die Nachrichtenagentur dpa ging pünktlich zum Wochenende mit einem Golf-Spezial an den Start. Wahrscheinlich hatte das irgendjemand bei denen als Trendthema ausgemacht. Oder sie hatten einfach diese fünf Texte auf Halde, die man schön im Paket raushauen konnte. Wie auch immer. Das Ergebnis ist so unfreiwillig komisch, dass ich noch immer beim Schreiben dieser Zeilen vor Brüllen unter dem Tisch liege. Tragisch ist allerdings die Rolle des Deutschen Golf Verbands bei dieser Lachnummer.

Zumindest für die Überschriften kann der DGV wohl nichts.

Meine Highlights:

“Golfer können auch in anderen Clubs spielen”

“Bei kurviger Flugbahn schreien – Golf-Etikette rettet Leben”

“Schlabberlook ist fehl am Green – Was Golfmode darf und was nicht”

Außer dieser knackigen Zeilen, haben die drei Texte natürlich noch etwas anderes gemein – sie fördern das Image des deutschen Golfsports. Und zwar im negativen Sinn. Das ist umso furchtbarer, da in zwei Artikeln tatsächlich DGV-Vertreter ihren Senf verzapfen.

Zitate gefällig?

Aus “Schlabberlook ist fehl am Green – Was Golfmode darf und was nicht” von Autorin Johanna Uchtmann

“Modisch gegen den Strom zu schwimmen, ist auf dem Golfplatz nicht gern gesehen. Nicht Einheitlichkeit sei das Ziel, sondern «Stil zeigen», sagt Dietrich von Garn vom Deutschen Golf Verband (DGV).”

“Auch Kleidung, die offensichtlich politische oder religiöse Aussagen kommuniziere, sei fehl am Platz. «Das ist nicht im Sinne des Clubfriedens», sagt von Garn.”

“Und selbst blaue Jeans sehe man immer häufiger auf dem Platz. Schließlich seien sie inzwischen keine Arbeitskleidung mehr, sondern oft sehr teure Designermode. «Bluejeans haben einen anderen Stellenwert bekommen.»”

Aus “Golfer können auch in anderen Clubs spielen” von Autorin Hannah Loeffler

“«Wer schon Mitglied in einem Golfclub ist, kann gegen die Bezahlung einer Greenfee in fast jedem anderen Club in und außerhalb Deutschlands spielen», sagt Christian Göttker vom Deutschen Golf Verband.”

“Einige sehr exklusive oder ausgelastete Clubs lassen allerdings nur eigene Mitglieder oder deren Freunde auf ihrer Anlage spielen. Andere Vereine verlangen von ihren Gästen ein bestimmtes Handicap, wenn sie auf der Anlage spielen möchten, damit Anfänger nicht den Betrieb aufhalten.”

Last but not least aus “Bei kurviger Flugbahn schreien – Golf-Etikette rettet Leben” (Autorin: Johanna Uchtmann)

“Ruhe sei ein weiterer Grundsatz auf dem Platz: Gelingt ein grandioser Schlag, ist Understatement angesagt. Freuen sei natürlich okay, aber: «Wenn man einen super Schlag gemacht hat, schreit man nicht vor Freude.»” (Igel-Gesa Müller durfte hier als Expertin herhalten)

Wahrscheinlich glaubt man beim DGV wirklich, dass man mit solchen Artikeln Nachwuchs für den Golfsport generieren kann. Doch ich würde mal mit dem Gegenteil rechnen. In allen Texten werden nur die Vorurteile der nicht-golfspielenden Bevölkerung bestätigt.

Es ist schon ziemlich bitter, dass der DGV gerne jüngere Menschen für unseren Sport (für den die Überalterung in den Clubs eines der größten Probleme ist) gewinnen möchte und dann weiterhin alles tut, um den gängigen Klischees zu entsprechen.

Spießig, restriktiv, teuer, exklusiv, anfängerunfreundlich und freudlos – so stellt man sich gerne in der Öffentlichkeit dar. Aber bitte mit Stil. MFG.

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Ein offener Brief an Sky

Liebe Programmverantwortlichen von Sky,

warum schreibe ich einen offenen Brief? Weil ich die Befürchtung habe, dass sonst das Schreiben einfach so in der Versenkung verschwindet. Und weil ich hoffe, dass vielleicht noch ein paar Leute diesen Brief lesen, die ähnlich denken.

Martin Kaymer hat nach dem Ryder Cup eure Golfberichterstattung gerügt. Der Kommentar von Carlo Knauss war ihm nicht emotional genug. “Wenn man einen der größten Sport-Events so kommentiert, finde ich das lächerlich”, sagte Kaymer in einer Pressekonferenz. “Ich war nahe dran, sie anzurufen und zu fragen, was los ist.”

Die Kritik hat euch erreicht. Ihr habt geantwortet.

“Um ganz ehrlich zu sein, ist uns bislang das übergroße Interesse von Martin Kaymer an der deutschen Golf-Berichterstattung noch gar nicht aufgefallen”, lässt euer Pressesprecher launig verlauten. Am Kommentar gibt es aber nach eurer Auffassung nicht zu mäkeln. Mangelnde Emotionen seien das Produkt einer ausgewogenen journalistischen Berichterstattung.

Einen Lösungsvorschlag für interessantere Übertragungen hat euer Sprecher auch parat:  “Wir würden uns über einen sogenannten Media-Day mit einigen Top-Spielern zu Beginn der Saison freuen. Dabei könnten Interviews und sogenannte Aufsager für Programm-Trailer aufgezeichnet werden, die während der gesamten Saison gesendet werden könnten.”

Erst habe ich Tränen gelacht als ich diese Aussagen gelesen habe, dann habe ich mich unendlich geärgert. Über eure Arroganz. Eure Unverfrorenheit. Eure Selbstwahrnehmung.

Seit Jahren wird eure Golfberichterstattung beziehungsweise deren deutscher Kommentar kritisiert. Und zwar nicht von einer Handvoll Nörgler, sondern von einer Vielzahl eurer Abonnenten – der zahlenden Kundschaft. Darauf gab es meines Wissens keine Resonanz.

Carlo Knauss berichtet emotionslos. Seine Kommentare sind langweilig. Sie wiederholen sich. Er vermittelt keine Hintergründe, stattdessen werden Phrasen gefolgt von langen Pausen serviert. Mit journalistischer Ausgewogenheit hat dies nichts zu tun. Es fehlt ihm schlichtweg das Talent und das Handwerk für den Job.

Irek Myskow hat ähnliche Probleme. Allerdings sind seine Phrasen noch hohler und voller schiefer Bilder. Wie es um seine journalistische Ausgewogenheit bestellt ist, ist eine schwierige Frage. Myskow war Spielerbetreuer auf der Tour, stand auf der Lohnliste von Taylormade. Inwiefern er diese Tätigkeiten noch immer ausübt, ist mir nicht bekannt. Sein Kommentar lässt aber häufig an seiner Unabhängigkeit zweifeln.

Inwieweit im Vorfeld aufgezeichnete Aufsager und Interviews mit Top-Spielern die Programmqualität verbessern sollen, ist mir ein Rätsel. Diese hätten sich wahrscheinlich spätestens nach zwei Turnieren versendet. Danach wären sie nur noch eine ewige Wiederholung. Genau wie der Schüco-Spot. Genau wie die Rolex-Tipps (journalistisch ausgewogen kommentiert von Carlo Knauss). Genau wie der Audi-Spot. Genau wie die Phrasen eurer Kommentatoren.

Natürlich habe auch ich Vorschläge für eine Verbesserung eurer Golfübertragungen. Der erste Ratschlag ist ganz einfach: Sucht euch neue Kommentatoren, die Schlagfertigkeit mit Fachwissen verbinden und lasst sie als Team ans Mikrofon. Ich möchte endlich ein paar junge und engagierte Golfexperten mit Leidenschaft hören.

Ist das zu viel verlangt? Ich denke nicht. Wer denkt ähnlich?

Mit freundlichen Grüßen

Euer Abonnent Denis Krick

“The Big Break”: Dreams are my Reality

2003 hatte der Golfchannel eine clevere Idee: Sie klauten einfach ein erfolgreiches Reality-TV-Format. “Survivor” lief damals schon drei Jahre auf CBS. In der Show mussten die Kandidaten auf einer einsamen Tropeninsel allerhand Prüfungen bestehen bis nur noch einer übrig blieb – und der kassierte dann ein sattes Preisgeld. Der Golfchannel ließ sich davon inspirieren und verlegte das ganze Treiben einfach auf den Golfplatz – “The Big Break” war geboren.

Die Fernsehshow ist seit Anbeginn aller “Big Break”-Zeiten eine meiner “guilty pleasures”. Wenn ich auf Roadtrip in den USA bin, dann gibt es nach einer Runde Golf nichts Schöneres als mir abends im Hotel die Serie im TV reinzuziehen. Glücklicherweise muss man aber gar nicht über den Teich fliegen, um “The Big Break” zu schauen: Der Golfchannel hat fast alle Staffeln online gestellt – und die sind auch in Deutschland problemlos zu sehen (siehe Links unten).

Natürlich ist “The Big Break” überdramatisch inszeniert. Hier geht ist in den meisten Fällen nicht um Birdie, Par oder Bogey, sondern um Leben und Tod. Schließlich warten als Hauptpreis meist irgendwelche Exemptions zu PGA- oder LPGA-Turnieren sowie ein Sponsoringdeal mit Adams Golf. Manchmal gibt es noch einen Urlaub und Cash obendrauf. Dafür müssen die Kandidaten dann irgendwelche Matchplays gegeneinander gewinnen, einen Flopshot über eine hohe Mauer schlagen oder Glasscheiben zerbrechen. Alles herrlich gaga, eine ewige Wiederholung und trotzdem höchst unterhaltsam.

Manche Staffeln haben nur Frauen als Teilnehmer – und die werden dann im Laufe der “Big Break”-Historie immer geschmeidiger abgefilmt. Knappe Höschen, pralle Blusen, saubere rasierte Beine: Sex sells.

Nichtsdestotrotz lassen sich die Produzenten nicht auf alle dreckigen Reality-Spielchen ein. Zwar werden auch mal die Streitigkeiten zwischen den Spielern thematisiert, aber den richtigen Schmutz zeigt man nicht. Das hat mir zumindest der Bruder einer LPGA-Spielerin erzählt, die bereits zweimal beim “Big Break” dabei war. Der gute Mann hatte einiges zu berichten: von Affären unter den Spielern bis hin zum klassischen Zickenterror. Er selbst war zweimal in der engeren Auswahl für die Teilnahme, doch den “Cut” hat er nie geschafft. “Ich bin einfach zu normal”, sagte er mir. Beim Casting würde der Golfchannel ganz bewusst nach Freaks, Egozentrikern, süßen Pos, Beaus und außergewöhnlichen Typen Ausschau halten. Das reine Golftalent reiche nicht.

Freaks und Geeks gab es bislang reichlich bei “Big Break”. So konnte man unter anderen Tommy “Two Gloves” Gainey, Sophie Sandolo, James Nitties, Sara Brown, Ryan O’Toole oder Kip Henley bewundern. Dazu gab es noch richtige Hassfiguren wie Anthony “A-Rod” Rodriguez, Pat Perez’ Bruder Mike und der unschlagbar furchtbare Brian Skatell.

So. Hier nun die Links. Kleiner Tipp: Man sollte unbedingt die Staffeln in der richtigen Reihenfolge gucken!

Und wo ihr da gerade beim Golfchannel seid, empfehle ich auch mal ins Haney Project reinzuschauen. Die Staffel mit Charles Barkley ist zwar lustig, aber richtig gut werden erst die Folgen mir Ray Romano. Rush Limbaugh kann man sich hingegen sparen.

The Big Break
http://www.golfchannel.com/tv/the-big-break/

The Big Break: Las Vegas
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-ii/

The Big Break III
http://www.golfchannel.com/tv/the-big-break-ladies-only/

The Big Break: USA vs Europe mit “Two Gloves”
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-usa-vs-europe/

The Big Break: Hawaii
http://www.golfchannel.com/tv/the-big-break-hawaii/

The Big Break: Trump National
http://www.golfchannel.com/tv/the-big-break-trump-national/

The Big Break: Mesquite
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-mesquite/

The Big Break: Kaanapali
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-kaanapali/

The Big Break: Reunion
http://www.golfchannel.com/tv/the-big-break-reunion/

The Big Break: Michigan
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-michigan/

The Big Break: Prince Edward Island
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-prince-edward-island/

The Big Break: Disney Golf
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-disney-golf/

The Big Break: Sandals Resorts
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-sandals/

The Big Break: Dominican Republic (Reunion-Show, mein Favorit!)
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-dominican-republic/

The Big Break: Indian Wells
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-indian-wells/

The Big Break: Ireland
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-ireland/

The Big Break: Atlantis
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-atlantis/