Kategorie-Archiv: DGV

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Wir nennen es Marktwirtschaft ODER Warum die Abschaffung der VcG nicht die Probleme der Golfclubs löst

“Sie haben kein Spielrecht. Sie dürfen überhaupt nicht gegen Greenfee bei uns spielen. Wenn das jeder so machen würde?”
- Sekretärin eines Golfclubs, März 2014

Es ist das tausendfach heruntergeleierte Schreckensszenario der deutschen Golfclubs: Alle spielen Golf, aber keiner ist mehr Mitglied.

Die Konsequenz:  Die Golfclubs sterben.

Mit Verlaub: Bullshit. Weiterlesen

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Unverzüglich. Besseres Image. Jetzt. ODER Guten Aaaaabend!

Der Verbandstag des DGV am 12. April verspricht schon jetzt, eine lustige Veranstaltung zu werden: Der Bundesverband Golfanlagen (BVGA) hat nämlich eine tolle Idee gehabt, wie man das schlechte Image unserer Sportart aufpoliert.

Die Damen und Herren reichten deshalb für die Versammlung drei aufeinander aufbauende Anträge ein:

1.)     „Der Vorstand und das Präsidium des Deutschen Golf Verbands e.V. werden angewiesen, unverzüglich, längstens jedoch innerhalb von drei bis sechs Monaten, die sofortige Konzipierung, Produktion und Ausstrahlung eines Werbespots oder Imagefilms „Golfsport“ im öffentlich rechtlichen Fernsehen (ARD oder ZDF) durchzuführen.“

2.)    „Der Vorstand und das Präsidium des Deutschen Golf Verbands e.V. werden angewiesen, den Werbespot oder Imagefilm „Golfsport“ zu finanzieren vorrangig durch Sonderausschüttungen der Vereinigung clubfreier Golfspieler im Deutschen Golfverband e.V. (VcG) und nachrangig -durch Mitgliedsbeiträge bzw. – sofern ein solcher gebildet wird – durch den aus Mitgliedsbeiträgen zu bildenden Sonderetat „Werbekampagnen für Golfsport“ -und/oder sonstige Einnahmen des Verbands.“

3.)    „ Der Vorstand und das Präsidium des Deutschen Golf Verbands e.V. werden ferner angewiesen, die Mitglieder durch geeignete Maßnahmen, insbesondere verbandsinterne Rundschreiben oder Veröffentlichungen auf der Homepage im Internet über den Fortgang und die Entwicklung des Werbespots oder Imagefilms „Golfsport“ und sonstige Werbemaßnahmen laufend, zumindest einmal im Monat, zu unterrichten.“

Meine spontane Reaktion: Hahahahahhahahahahhahahhahahhahahahahhahahahahaha!

Es gibt wahrscheinlich keinen besseren Weg, um Geld zu verbrennen. Und selbst die Kohle der VcG sollte einem dafür zu schade sein. Beim ZDF kostet zum Beispiel der 20 Sekünder, der eine Woche zur besten Sendezeit ausgestrahlt wird, einen Eurobetrag im unteren sechsstelligen Bereich. Für die ARD gilt eine ähnliche Preisliste.

Die Preisfrage: Wie viele Wochen muss dieser Werbesport laufen, um einen Sinneswandel in der Bevölkerung zu bewirken?

Ich sage es mal ganz unverblümt: Ein Film löst nicht das immense Imageproblem des deutschen Golfsports. Das ist eine absolute naive und dumme Idee.

Es gilt eher einmal die tatsächlichen Gründe (zu teuer, zu elitär, zu zeitaufwändig, nur was für alte Leute etc.) für das schlechte Ansehen zu analysieren – und im Anschluss darauf von Seiten der Clubs zu reagieren.

Man stelle sich einmal den Werbespot vor, wenn der DGV tatsächlich dazu verdonnert werden sollte, solch einen Film zu konzipieren.

Es wird viel Natur zu sehen sein. Happy People in allen Altersklassen. Die Menschen wirken gesund, mobil, aktiv. Sie spielen Golf und genießen das tolle Clubleben nach der Runde. Schöööön. Und dann sind 20 oder 30 Sekunden um.

Das Problem ist: Auch nach diesen 30 Sekunden sind viele deutsche Golfclubs noch immer elitär, teuer, unflexibel und überaltert.

Oder wie die Mainzelmännchen sagen würden: ENDE.

Und nun zurück zum regulären Programm.

USGA TV Commercial, Golfs History HuHa Ads Zone Ads

usga – golf commercial

 

FOTO: Bruno Casonato/flickr

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Halali! ODER Der HGV macht Stimmung gegen den DGV

“Your Worst Enemy Could Be Your Best Friend & Your Best Friend Your Worst Enemy” – Bob Marley

Der Hamburger Golf Verband hat eine eigene Postille namens „Golf in Hamburg“. Das wunderbare Heft erscheint zweimonatlich, wird an alle HGV-Mitglieder versendet – und „wunderbar“ ist hier höchst ironisch gemeint. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich mir für einen späteren Blogpost aufhebe. Jetzt soll es um das Vorwort/Editorial der aktuellen Ausgabe Februar/März gehen. Weiterlesen

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Familienfreundliche Golfclubs ODER Der kleine Martin im Småland

Ich will nicht immer nur meckern. Deshalb gibt es jetzt mal eine ernsthafte Anregung für das löbliche Programm 2018 des DGV. Achtung, aufgepasst liebe Funktionäre:

Die deutschen Golfclubs müssen familienfreundlicher werden.

Ich kenne viele Leute in meinem Umfeld, die begeisterte Golfer sind, aber mit der Geburt ihrer Kinder aus Zeitgründen dem Sport den Rücken kehren müssen. Das Schlimme ist, dass genau diese Leute eine extrem interessante Zielgruppe für den DGV darstellen sollten – und bislang allerdings völlig unter dem Radar fliegen.

Die Zielgruppe …

  1. … ist meist solvent (Das hören die Anlagenbetreiber immer gerne)
  2. … muss nicht erst für den Sport begeistert werden
  3. .… bringt in den meisten Fällen ihren Kindern den Golfsport näher.

Was muss man also tun, um diese Familiengolfer bei der Flaggenstange zu halten?
Ganz einfach: Man muss ihre Kinder betreuen und ihnen eine Zeitfenster zum Golfspielen geben. IKEA macht es mit dem Småland vor. Dank des bunten Bällebades unter Aufsicht können die Eltern in aller Ruhe Billys kaufen.

Wie könnte so ein Småland im Golfclub aussehen?

Ein kleines Beispiel: Ein Golfclub könnte jeden Samstag ein offenes Neun-Loch-Turnier (Kanonenstart) NUR für Eltern veranstalten. Während Mama und Papa auf dem Platz die Schläger schwingen, kümmern sich zwei ausgebildete Erzieherinnen um den Nachwuchs in einem eigens dafür eingerichteten Spielzimmer. Weiterhin gibt es einen tollen Spielplatz am Clubhaus. Bei schönem Wetter werden kleine Ausflüge in die Natur (sofern vorhanden) unternommen. Darüber hinaus könnte zeitgleich ein zwangloses Bambini-Training angeboten werden. Betreut werden Kinder ab 3 Jahren für einen Zeitraum von drei bis vier Stunden.

Meine Tochter (bald 4 Jahre alt) würde so etwas mit Freude mitmachen.

Was kann der DGV tun?

Der Verband kann das Ganze finanziell fördern (Und ich höre die Anlagenbetreiber schon schreien „MIT DEM GELD DERVCG!“). Sowohl Umbaumaßnahmen als auch der Betreuungsaufwand sollte mit der Kohle des DGV unterstützt werden. Den Rest können durchaus die Clubs finanzieren – auch wenn man dann auf sechsstellige Summen für Parkplatzverschönerungen etc. verzichten muss.

Was spricht dagegen?

Eigentlich nichts. Außer vielleicht die alteingesessenen Mitglieder, die ihre Ruhe und ihren Platz für sich haben wollen.

Meine Prognose:

Der erste Club, der so ein Angebot in einem Ballungsgebiet wie Hamburg anbietet, gewinnt. Und zwar Sympathien, neue Mitglieder und reichlich Nachwuchs. Versprochen.

 

FOTOCREDIT: Zebra Pares /Flickr

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In der Not kein Helfer

Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Kaum lässt der DGV dank seines Progammes 2018 erahnen, dass er Reformen und einem Sinneswandel gegenüber aufgeschlossen ist, da fallen sie in Wiesbaden wieder in alte Verhaltensmuster zurück.

Auslöser war folgendes Zitat in der aktuellen Ausgabe des Magazins “Der Spiegel” von Schleswig-Holsteins höchst unbekannten Finanzministerin Monika Heinold (Grüne):

„Steuersünder zeigen sich nur an, wenn sie Angst haben, dass wir sie in Handschellen vom Golfplatz holen; deshalb müssen Bund und Länder eine Sprache sprechen, die auch auf Golfplätzen verstanden wird.“

BOOM! Kurzschluss in den Synapsen von DGV-Präsident HJ Nothelfer. Genauso wie 2011 als der scheidende Innenminister Thomas De Maizière es in einem Interview wagte, Golf in Deutschland als Randsportart zu bezeichnen (übrigens ebenfalls in “Der Spiegel”). Nothelfer konnte wieder nicht an sich halten und hat der Finanzministerin einen offenen Brief geschrieben, den man hier auf Facebook nachlesen kann.

Anscheinend regt sich Nothelfer darüber auf, dass Golf ein schlechtes Image hat, dass auch die Grünen-Politikerin irgendwo im Hinterkopf hat. Ein schlechtes Image, das – und dass weiß der DGV selbst am Besten – hausgemacht ist.

Aber das regt mich schon überhaupt nicht mehr auf. Ganz anders verhält es sich allerdings mit diesen beiden Passagen aus Nothelfers beleidigtem Leberwurstschreiben:

“Sie zeichnen in unangebracht populistischer Manier ein Bild des Golfsports als „Sport der Steuerhinterzieher“ und bringen damit etwa 650.000 im DGV organisierte golfsportbegeisterte Deutsche in Verruf.”

UND

“Ich und alle Freundinnen und Freunde des Golfsports erwarten von Ihnen eine deutliche, öffentliche Entschuldigung und Richtigstellung.”

Lieber Herr Nothelfer,

Sie sprechen nicht für 650.000 organisierte Golfer. Sie vertreten diese nämlich nicht. Der DGV ist ein Verband der Golfanlagenbetreiber – und keiner, der im Sinne der Interessen der golfspielenden Bevölkerung handelt.

Hören Sie endlich auf, dass Gegenteil zu behaupten. Insbesondere dann, wenn Ihnen die Zahl gerade genehm scheint, um Ihren Äußerungen eine gewisse Gravität zu verleihen.

Mit freundlichen Grüßen

Denis Krick

PS: Genauso peinlich wirkt übrigens auch Ihr Aufruf an Ihre Klientel zum Shitstorm.

“Darüber hinaus werden wir, gemeinsam mit der Golffachpresse, weitergehend öffentlich Stellung nehmen.

Aber auch Sie, als Verantwortliche auf einer Golfanlage sollten uns dabei unterstützen.”

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2018 – Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen ODER Der DGV schaut in die Zukunft

Sie ist da. Die Strategie zur Rettung des hiesigen Golfsports ist eingetrudelt. Der DGV hat sie unter dem kernigen Titel „Das Programm 2018 – gemeinsam für die Zukunft des Golfsports in Deutschland“ auf golf.de veröffentlicht. Auf 21 Seiten schildert der Verband in einem PDF seine Vision für die kommenden Jahre:

 „Alle sportbegeisterten Menschen sollen die Faszination des Golfsports erleben!“

Daraus hat der DGV tatsächlich ein paar Ziele entwickelt:

  • Mehr Golf spielende Golfspieler („Aktive Golfer statt bloße Zählung in Statistiken“)
  • Wirtschaftlich starke Golfanlagen („Nur gesunde Golfanlagen können Motor der Entwicklung sein“)
  • Höhere gesellschaftliche Akzeptanz des Golfsports („Golf soll weiter in die Mitte der Gesellschaft rücken“)
  • Herausragende Erfolge im Leistungssport sowie hohe Attraktivität im Breitensport („Der Sport als Klammer für alle Beteiligten“)

Treue Leser rechnen an dieser Stelle mit einer Brandrede meinerseits. Diese fällt heute allerdings ausnahmsweise aus: Der DGV hat gute Arbeit geleistet. Weiterlesen

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Die Obstbauern von Wiesbaden ODER Warum der DGV auf den Club 55+ setzt

Natürlich habe ich mich bereits über das jüngste golf.de-Interview von HJ Nothelfer, seines Zeichens Präsident des Deutschen Golf Verbandes, aufgeregt. Wer meinen Beißreflex verpasst hat, der kann ihn an dieser Stelle auf golfnerd.de nachlesen. Nothelfer hatte dort verkündet, dass für den DGV “die ‘Generation 55+’ künftig die wirtschaftlich wichtigste ist”.

Aus meinem Reflex ist inzwischen eine Reflexion geworden. Ich habe mich gefragt, warum setzt der DGV auf diese Zielgruppe? Und wieso werden keine Konzepte in Wiesbaden vorangetrieben, um andere Gesellschaftsschichten in den Golfsport zu ziehen?

Ich habe eine Theorie. Weiterlesen

Warten auf Zlatan ODER Der biblische Kampf des D(avid)G(oliath)V

ragnarökOk , wahrscheinlich habe ich golf.de in meinem letzten Blogpost Unrecht getan. Dort prangerte ich im Zusammenhang mit dem unsäglichen Interview mit DGV-Präsident HJ Nothelfer noch schlechten Journalismus an. Nach der Lektüre des golf.de-Interviews mit Marcus Neumann, Geschäftsführer Sport beim DGV, nehme ich aber diesen Vorwurf zurück.

Für mich steht ab sofort fest: golf.de ist der wichtigste Whistleblower in der deutschen Golfszene.  Das Nachrichtenportal dokumentiert schonungslos das Grauen in den oberen Etagen des DGV. Unbewusst, aber immerhin. Weiterlesen

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Mit 55 Jahren, da fängt das Golfen an ODER Die merkwürdige Denke des DGV-Präsidenten HJ Nothelfer

Die Überschrift des golf.de-Interviews mit DGV-Präsident Hans Joachim Nothelfer macht eigentlich Hoffnung. „Golf sollte einfach normal sein“ steht dort. Der Artikel ist jedoch keineswegs eine kritische Analyse des Status Quo in Deutschland. Vielmehr ist es jede Menge unreflektierte Verbands-PR, die vor allem eines deutlich macht: Der Deutsche Golf Verband hat kein Interesse an Reformen und setzt auf das falsche Pferd. Weiterlesen