Kategorie-Archiv: HGV

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Halali! ODER Der HGV macht Stimmung gegen den DGV

“Your Worst Enemy Could Be Your Best Friend & Your Best Friend Your Worst Enemy” – Bob Marley

Der Hamburger Golf Verband hat eine eigene Postille namens „Golf in Hamburg“. Das wunderbare Heft erscheint zweimonatlich, wird an alle HGV-Mitglieder versendet – und „wunderbar“ ist hier höchst ironisch gemeint. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich mir für einen späteren Blogpost aufhebe. Jetzt soll es um das Vorwort/Editorial der aktuellen Ausgabe Februar/März gehen. Weiterlesen

signale

Volkssportler, hört die Signale!

Ich rege mich gerne auf. Nicht beim Golf. Da bin ich meist die Ruhe selbst. Die Verzweiflung nagt auf dem Platz eher in mir und braucht nur selten einen Kanal nach draußen. Ich rege mich allerdings gerne über den deutschen Golfsport an sich auf. Die Verbände haben es mir da inzwischen ganz besonders angetan.

Viele Dinge, die seit Jahren in meinen Augen schief laufen, sind unseren wunderbaren Funktionären anzulasten. Es bewegt sich wenig und wenn doch, dann häufig rückwärts. Problemen geht insbesondere der DGV nicht wirklich auf den Grund, dafür ist man schnell dabei, fadenscheinige Entschuldigungen für Desaster wie die deutsche Ryder-Cup-Bewerbung zu finden.

Kritik funktioniert nur bedingt. Der DGV hört nur auf sich selbst, nicht auf externe Meinung. Und schon gar nicht auf meine Wenigkeit, einem Blogger. Man kann diesen Laden nur von innen ändern. Und genau das möchte ich versuchen.

Vielleicht ist es ein Anflug von Wahnsinn, wahrscheinlich habe ich einfach nur die Schnauze voll vom Zusehen: Ich möchte mich aktiv im Verband engagieren. Zunächst auf Clubebene.

In meinem Club läuft es eigentlich gut. Ich halte viel von unserer Jugendarbeit, dem Management und der grundsätzlichen Ausrichtung – ein wenig frisches Blut könnte dem Vorstand trotzdem gut tun. Deshalb werde ich mich im kommenden Jahr zur Wahl stellen. Wahrscheinlich werde ich nicht in ein Amt gehoben werden – aber ich versuche es wieder. Und wieder. Bis es klappt. Und es könnte ja sein, dass ich es irgendwann in den Landesverband schaffe. Oder in den DGV.

Ich bin mir sicher: Nur so kann sich langfristig etwas ändern. Vielleicht gibt es ja noch ein paar Wahnsinnige, die ähnlich denken – und die in ihren Clubs ähnliches versuchen wollen. Dann wäre ich zumindest nicht allein mit der kleinen Revolution. Dem deutschen Golfsport würde das mit Sicherheit gut tun. Je mehr wir sind, um so größer ist die Chance, dass einer Gehör findet.

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Hamburger Golf Verband: Neuer Markenbotschafter an der Fensterfront

Dass es die deutschen Golfmedien nicht so genau mit der deutlichen Trennung von Anzeigen und Redaktion nehmen, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Man hat sich sogar daran gewöhnt. Trotzdem finde ich es mehr als befremdlich, wenn sich anscheinend auch “Golf in Hamburg”, die offizielle Mitgliederzeitschrift des Hamburger Golf Verbandes, in diesen Abgrund der Käuflichkeit begibt.
Schon die Ausgabe für April/Mai fiel mir unangenehm auf. Auf dem Titelbild prangte der Masters-Sieger Bubba Watson. Im Prinzip ein netter Coverboy. Jedoch war das Foto nicht nur qualitativ schlecht, sondern zeigte auch den Golfer nur schnellen Schrittes im Profil. Gut sichtbar war vor allem eines: das Logo der Fensterfirma Schüco – die praktischerweise auch das Foto zur Verfügung gestellt hatte und sich weiterhin auf der Heftrückseite eine A4-Anzeige gönnte. Im Heft selber fand sich dann ein kleiner Hinweiskasten mit viel PR-Sprech und wenig Information zum bevorstehenden Schüco Open. Das Einladungsturnier, in dem hauptsächlich Spieler antreten, die von Schüco gesponsert werden, findet Ende Juli bei uns im Hamburger Umland statt.
Ich schluckte zunächst meine Ärger runter. Doch die aktuelle Ausgabe von “Golf in Hamburg”, die jüngst in meinem Briefkasten landete, ließ diesen wieder schwallartig aufsteigen. Zwei Seiten vermeintliche Berichterstattung finden sich hier zu der Firmenveranstaltung, die dank der teilnehmenden Topstars in dieser Größenordnung durchaus gerechtfertigt ist. Der dazugehörige Text ist jedoch ein komplette Frechheit.
Die Doppelseite liest sich wie eine Pressemitteilung des Unternehmens. Von den “Schüco Markenbotschaftern” wird ständig gefaselt. Man erfährt weiterhin, dass Firmenaushängeschild Martin Kaymer der erste dieser wunderbaren Diplomaten war. Der Hauptteil schließt mit der einzigartigen Feststellung: “Sie alle stehen als Markenbotschafter auch für die Philosophie von Schüco: Gemeinsamer Abschlag für den Klimaschutz.”
Natürlich wird noch in einem weiteren kleinen Artikel auf ein Gewinnspiel hingewiesen, das auf der Schüco-Homepage zu finden ist. Und in einen weiteren Absatz wird die lustige Geschichte erzählt wie Martin Kaymer durch die Hamburger Hafencity Golf spielt, vorbei an “markanten Bauwerken -ausgestattet mit moderner Schüco Technologie”.
Das Wort Anzeige wurde zwar auf den Doppelseiten untergebracht, allerdings nur im zweiten Teil mittig über einem kleinen Infokasten zum Turnier samt Logo. Der Hinweis hätte allerdings zweifelsfrei gut sichtbar über den gesamten Erguss gehört.
Warum ich mich eigentlich so aufrege? Ganz einfach. Ich zahle Mitgliedsbeiträge im Hamburger Golf Verband, die eigentlich auch dazu dienen sollten, diese Zeitschrift zu finanzieren – und frei von PR-Texten zu halten. Und das gilt auch für Firmen, die irgendwie mit dem Verband verbandelt sind.
Die deutschen Golfer rühmen sich immer wieder gerne ihrer Etikette und der altehrwürdigen Regeln des Spiels. Schade, dass abseits des Golfplatzes das anscheinend nur einen Scheißdreck Wert ist.