Schlagwort-Archiv: golf.de

Warten auf Zlatan ODER Der biblische Kampf des D(avid)G(oliath)V

ragnarökOk , wahrscheinlich habe ich golf.de in meinem letzten Blogpost Unrecht getan. Dort prangerte ich im Zusammenhang mit dem unsäglichen Interview mit DGV-Präsident HJ Nothelfer noch schlechten Journalismus an. Nach der Lektüre des golf.de-Interviews mit Marcus Neumann, Geschäftsführer Sport beim DGV, nehme ich aber diesen Vorwurf zurück.

Für mich steht ab sofort fest: golf.de ist der wichtigste Whistleblower in der deutschen Golfszene.  Das Nachrichtenportal dokumentiert schonungslos das Grauen in den oberen Etagen des DGV. Unbewusst, aber immerhin. Weiterlesen

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Mit 55 Jahren, da fängt das Golfen an ODER Die merkwürdige Denke des DGV-Präsidenten HJ Nothelfer

Die Überschrift des golf.de-Interviews mit DGV-Präsident Hans Joachim Nothelfer macht eigentlich Hoffnung. „Golf sollte einfach normal sein“ steht dort. Der Artikel ist jedoch keineswegs eine kritische Analyse des Status Quo in Deutschland. Vielmehr ist es jede Menge unreflektierte Verbands-PR, die vor allem eines deutlich macht: Der Deutsche Golf Verband hat kein Interesse an Reformen und setzt auf das falsche Pferd. Weiterlesen

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Kaymer geht auf die PGA Tour – eine Mettmännchenrechnung

Martin Kaymer hat sich entschieden: 2013 möchte der Mettmanner Mitglied der US-amerikanischen PGA Tour sein.  Dieses sei „eine große Herausforderung und der nächste logische Schritt in meiner Karriereplanung, auf den ich mich nun sehr freue und auch bereit fühle. Ich spiele sehr gerne auf der European Tour und bin froh, dass der Turnierkalender mir diese Möglichkeit in der kommenden Saison eröffnet“, lässt Kaymer auf seiner offiziellen Homepage schreiben.

Petra Himmel hat auf golf.de dann auch schon mal gleich orakelt, welche Turniere unser Martin spielen wird:  „Nachdem die World Golf Championships und alle vier Majors ohnehin für beide Touren zählen, die European Tour aber über eine Lockerung ihrer Bestimmungen nachdenkt, könnte Kaymer dann ab Oktober wieder bei den großen und preisgeldstarken Turnieren der European Tour in Asien einsteigen, bevor es zum Saisonfinale in Dubai kommt. … Die BMW International Open ist für den BMW-Partner Kaymer Pflicht, auch die British Open steht alljährlich auf dem Turnierkalender. Ansonsten dürften aber nur die Turniere in den Emiraten zu Beginn der Saison als Fixpunkt gelten.

Ich denke, so einfach wird das nicht. Die Mitglieder der PGA Tour haben nämlich einige Verpflichtungen gegenüber der US-Turnierserie. Eine ist, dass diese nicht einfach irgendwo auf der Welt spielen dürfen, wenn gleichzeitig ein PGA-Tour-Event ansteht.

Hier mal ein kleiner Auszug aus dem Regelwerk der PGA Tour:

Obligations of PGA TOUR Members
To contribute to the success of a PGA TOUR tournament or event and to permit PGA TOUR to fulfill its contractual obligations concerning
representative fields, no PGA TOUR member shall participate in any other golf tournament or event on a date when a PGA TOUR (Regular TOUR)
cosponsored tournament or event for which such member is exempt is scheduled, except for the following tournaments or events:

a. A tournament or event for which a member obtains an advance written release for his participation from the Commissioner (See Guidelines for Conflicting Event Release set forth below); Note: No conflicting event releases will be approved for tournaments held in North America.

(Die Punkte c und d können wir hier mal getrost weglassen…)

d. Golf tournaments on the home circuit of a foreign player who is a PGA TOUR member.

Wichtig ist Punkt d. Der sogenannte “home circuit” ist in Kaymers Fall Europa. Und zwar das geografische Europa (Nachtrag: inklusive Tunesien & Marroko – keine Ahnung warum). Dem deutschen Pro wird es erlaubt sein, dort drei Turniere während der kommenden Saison zu spielen, die zeitgleich mit Turnieren der PGA Tour stattfinden. Sollte er an mehr als 20 Events auf US-Boden teilnehmen (was wohl nicht der Fall sein wird), darf er noch ein paar mehr in der Heimat besuchen. Für alles andere braucht er die ausdrückliche Genehmigung von PGA-Tour-Commissioner Tim Finchem.

Sprich:  Kaymer darf schon mal mit dem Bittbriefeschreiben anfangen. Für den Golfswing (Abu Dhabi, Qatar, Dubai), der bekanntermaßen in Asien beheimatet ist, benötigt er die persönliche Erlaubnis von Finchem.  Gleiches gilt für das Malaysian Bank Open, das mit schönen Antrittsprämien lockt, und natürlich für das Saisonfinale der European Tour in Dubai.

Zumindest zwei der drei Turniere auf europäischem Boden, die Kaymer ohne Veto von Finchem spielen darf, sind vorhersehbar: die BMW PGA Championship in Wentworth und das BMW International Open in München. Ob Kaymer dann auch noch für seinen Sponsor in Italien beim BMW Italian Open aufteen muss, möchte ich nicht beschwören. Sollte er sich nämlich noch auf das British Open bei den Scotish Open vorbereiten wollen, wird es schon wieder eng mit dem unentschuldigten Fehlen auf der PGA Tour.

Wer außerdem glaubt, dass Tim Finchem mit Freude kleine Freibriefchen an weltreisende PGA-Tourspieler verteilt, der irrt. Der Commissioner steht in der Pflicht. Finchem muss den TV-Stationen und Turniersponsoren genügend Stars liefern – und hat deshalb kein Interesse daran, dass seine Spieler ständig auf anderen Hochzeiten tanzen. Ob es deshalb für Kaymer Extrawürste von Finchem geben wird, ist fraglich.

Auf den Deutschen scheint derweil keiner auf der PGA Tour gewartet zu haben. Weder golfdigest.com, golf.com oder golfchannel.com ist der Wechsel eine Meldung wert.

Auf der PGA Tour wird Kaymer nur noch einer von vielen sein. Zu den Stars gehört er nicht, dafür sind seine Leistungen zu schlecht. Nicht einmal der Major-Erfolg oder ein Ryder-Cup-Putt können daran etwas ändern. Langer ist drüben eine Legende, Kaymer nur ein zweiter Ben Curtis.

Über Kaymers Beweggründe, jetzt über den großen Teich zu wechseln, kann man nur rätseln. Sportlich wird er es dort schwerer haben. Manch einer munkelt, dass der Mettmanner den US-amerikanischen Markt für sich erobern möchte. Dumm nur, dass alle, die sich noch für ihn interessieren, in Deutschland sitzen.

bridgetiger

Bridgestone Invitational: Tiger rules & fremde Federn

Tiger Woods spielt mit und alle drehen durch. Es scheint beim Bridgestone Invitational für die US-Medien kein anderes Thema zu geben. Hält sein Knie? Was macht sein neuer Caddie? Gewinnt er das Ding oder landet die ehemalige Nummer 1 der Welt wie im vergangenen Jahr auf den hinteren Rängen? Prügelt er sich mit Stevie Williams? Der Hype, der derzeit generiert wird, ist immens.

Martin Kaymer spielt ebenfalls beim Einladungsturnier in Acron mit. Grund genug für golf.de, die Abschrift der offziellen Pressekonferenz zu übersetzen und auf der eigenen Startseite als Interview auszugeben. Die sauberste Methode ist dies nicht. Immerhin verweisen sie im Vorspann auf die Quelle. Das Frage&Antwort-Spiel ist allerdings nicht wirklich ergiebig. Bis auf den schönen Satz: “Es (Golf) war eher ein Elitesport für ältere Leute, oft Rentner, die vier, fünf Stunden irgendwo auf einer schönen Wiese spazieren gehen wollten”.  Komischerweise spricht Martin in der Vergangenheitsform. Mir begegnen diese Leute  fast jeden Tag.

Bei golf.de war man allerdings vom Kaymer-Zitat “Der Platz liegt mir” total beeindruckt und packte diese beknackte Phrase sofort in die Überschrift. Facepalm.

Anbei wie (fast) immer … Die Turnier-Preview, die besten Momente aus der Geschichte des Bridgestone Invitational und der Hinweis auf die Vorschau des Linksgolfers:

iPing

golf.de: iPetra geht total app

Petra Himmel hat es wieder getan. Sie hat gebloggt. Heute zum Beispiel einen Text über Padraig Harrington, der ungefähr so unterhaltsam wie Waterboarding und so informativ wie mein Kaffeesatz ist. Aber darum soll es jetzt mal nicht gehen. Viel lustiger ist ihr vorheriges Posting zur knapp sechs Wochen alten Putting-App aus dem Hause Ping. Tatsächlich ist das kleine Programm fürs iPhone ein echt gutes Thema. Doch wie die Petra halt ist, hat sie anscheinend nur ein wenig die Pressemitteilung umgeschrieben – und dabei auch noch eine Menge falsch gemacht. Deshalb nun eine kleine persönliche Nachricht an Petra Himmel.

Liebe Petra,

es heißt iTunes und nicht i-Tunes. Immerhin hast du dort das i klein geschrieben. Bei iPod und iPhone hast du es dann konsequent nicht gemacht. Wie denn nun? Außerdem fehlt der nicht ganz unwichtige Hinweis, dass die App nur auf dem iPhone 4 bzw. iPod touch 4 Sinn macht. Die Geräte der 3. Generation erfüllen nämlich nicht die technischen Vorraussetzungen.

Weiterhin sollte man – wenn man schon im Internet über eine App schreibt – ein paar Links in den Artikel einbauen. Zum Beispiel zum iTunes-Store. Und eine Bezugsquelle für die Halterung fehlt übrigens auch. Vielleicht wäre es für golf.de einfacher, günstiger und fehlerfreier die Ping-Pressemitteilung direkt ins Netz zu stellen. Schlimmer wird die Lobhudelei dadurch zumindest nicht.

Liebe Grüße aus Hamburg!

Denis

Anbei ein echter Test der iPing-App im Vergleich mit dem SAM PuttLab.

Der Link in den iTunes-Store.

klamotte

golf.de: Väter der Klamotte

Ernsthaft. Jetzt mal im Ernst. Ehrlich jetzt. Jetzt mal die Hosen (am besten Chinos) runter: Liebe Redaktion von golf.de, meint ihr das wirklich richtig ernst? Man könnte es nämlich auch ohne Problem für allerfeinste Satire halten, diesen Stilfrage-Blogpost vom “Mein Freund Harvey”-Experten James Icebach über die richtige Turnierbekleidung. Anbei nur drei kleine Zitate, die mir gerade ein Lächeln auf die Lippen zaubern:

“Der Herr trägt eine lange Hose, niemals Shorts, mit Gürtel, ein Poloshirt welche in der Hose steckt und nicht darüber getragen wird. Farblich alles abgestimmt und nicht zehnjährig oder ausgebleicht.”

“Es versteht sich von selbst, dass die Kleidungsstücke aus einer Golf- und nicht aus einer Wanderbekleidungskollektion stammen, wie ich es auch schon gesehen habe.”

“Für den Abend empfehle ich “smart casual”, sofern es keinen Dresscode gibt. Der Herr trägt eine Blazer mit Hemd ohne Krawatte, dazu zum Beispiel Chinos. Jeans mit T-Shirt und Sneakers gehören nicht ins Klubhaus.”

Disclosure: Ich trage Bart, Polo-Hemden, die länger als zehn Jahre halten, und Carhartt(Chinos). Fuck u, Icebach! Und ihr wundert euch, dass Golf eine Randsportart ist?

"Geiles Sakko, Alter!" "Danke! Und meine Chinos erst!"
Screenshot golf.de

golf.de: Halleluja sag i!

Ich mag Petra Himmel. Sie ist für mich die Verkörperung des klassischen Golfjournalisten aus deutschen Landen. Insbesondere seit in einem ihrer Texte für die “Süddeutsche Zeitung” mal ein lustiger Übersetzungsfehler drin war, lese ich die Dame immer höchst amüsiert. Phil Mickelson sprach damals (wenn ich mich recht entsinne) in einer Pressekonferenz von “physical problems”, bei Himmel wurden “physikalische” draus. Herrlich. Genaus so schön ist inzwischen ihr Blog bei golf.de. Probleme mit der englischen Sprache habe ich da jetzt nicht unbedingt feststellen dürfen, aber dafür findet sich die eine oder andere Stilblüte.

Ich kann mich besonders für die Themenauswahl erwärmen. Immer wieder gerne genommen: Anzeigenkunden bzw. Freunde des Hauses. Hier nur mal ein paar Beispiele für die gelungene Verquickung von Werbung und Redaktion – ohne darauf hinzuweisen.

Ansonsten schreibt Petra Himmel auch gerne über lokale Großereignisse aus dem Raum München.

Natürlich bloggt die liebe Petra (die mir leider noch nie persönlich begegnet ist) nicht nur solchen Sack-Reis-in-China-Schwachsinn, sondern auch jede Menge Golfnews. Letztere sind allerdings – abgesehen von der Alex-Cjeka-P1-Partyberichterstattung (“Die Stimmung: gut. Viel Betrieb im Freien, ein paar hartnäckige Tänzer drinnen.”) – doch anderswo meist schöner zu lesen.

hallus

Wahrnehmungsstörungen bei golf.de

UPDATE Ich hatte schon lange den Verdacht, dass die Damen und Herren von golf.de in einer Art Paralleluniversum wohnen. Jetzt hat sich die Annahme bestätigt. Der Beweis dafür findet sich im aktuellen (B)logbuch-Eintrag von Chefredakteur Tim Starke. Sein Text “Akkreditiere sich, wer kann” handelt vom gestiegenen Journalisteninteresse an der Ladies German Open auf Gut Häusern. Starke leitet davon gleich den Beginn einer neuen Ära in der deutschen Golfberichterstattung ab.

Zitat: “300 akkreditierte Medienvertreter werden in den Turniertagen in München aufschlagen und über Damengolf berichten, ein Wert, der fröhlich stimmt, zeigt er doch, dass Golf endlich auch Zugang zu Medien jenseits von Golf.de, Golf Journal und den hinteren Optionskanälen bei Sky erhält. Dank medientauglicher Stars wie Sandra Gal oder Caroline Masson wird nun endlich berichtet über die vor kurzem in Politikerkreisen noch verniedlichte Randsportart.”

Lieber Tim (Ich sag mal Du, wir sind ja beide noch nicht so urmelalt), wo soll ich anfangen? Am besten bei den 300 akkreditierten Medienvertretern. Glaubst du wirklich, dass alle der 300 Journalisten über das Event berichten? Vielleicht sogar in relevanten Medien? Wohl kaum. Wie die Überschrift deines Textes schon richtig formuliert: “Akkreditiere sich, wer kann”. Sprich: Unter den 300 Leutchen gibt erfahrungsgemäß jede Menge Nassauer, die einfach nur den freien Eintritt und die Wichtigkeit eines Presse-Bändchens genießen. Von denen wirst du keine Zeile über das Turnier lesen.

Interessant ist auch, dass Golf in deutschen Medien für dich bislang nur auf golf.de, im Golf Journal (gehört ja auch zu euch Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin, aber es gehört nicht zu euch!) und auf den hinteren Optionskanälen von Sky stattfindet. Mal abgesehen davon, dass ich Sky HD 1, HD 2, Sport 1 und Sport 2 nicht als hintere Optionskanäle bezeichnen würde, finde ich es relativ frech, eure die gesamte Printkonkurrenz (die im schlimmsten Fall genauso schlecht wie das Golf Journal ist) einfach zu verschweigen.

Dass ich das Informations-Monopol von golf.de im Internet ebenfalls für ein Gerücht halte, versteht sich wohl von selbst.

“Medientaugliche Stars” sind Sandra Gal oder Caroline Masson in keiner Weise. Weder Stars, noch medientauglich (bestes Beispiel sind die peinlichen PR-Fotos von Masson, die bei euch zu sehen waren und bei der jeder ernsthafte Redakteur die Hände über den Kopf schlägt). Beide sind zwar sehr hübsch anzusehen und spielen gutes Golf, aber das war es auch. Wenn es tatsächlich ein gesteigertes Medieninteresse am Golfsport in Deutschland gibt, dann ist das nicht den beiden Damen zu verdanken, sondern Martin Kaymer. Und selbst bei den Berichten (in den klassischen Printmedien wie Handelsblatt usw.) über den Mettmanner handelt es sich meist immer um diegleiche Agenturmeldung. Manchmal noch nicht einmal mit einer neuen Überschrift versehen.

Auch dein angefügtes Beweisfoto des “Pressezentrums”, weiß mich nicht zu überzeugen.

Zitat der Bildunterschrift: “Nicht von den wenigen anwesenden Personen täuschen lassen – die abgestellten Laptops zeugen vom großen Journalisten-Interesse auf Gut Häusern.”

Ich zähle maximal 20 Laptops – bei 300 akkreditierten Medienvertretern. Wahnsinn.

Ein wirkliches Medieninteresse an der Ladies German Open auf Gut Häusern sehe ich eigentlich nur auf golf.de. Sämtliche Aufmacherplätze in der Flash-Übersicht sind mit Meldungen vom Damenturnier belegt. Da stellt sich nur die Frage nach dem Grund dieser besonderen Gewichtung: Anzeigendeal oder Verbandspolitik? Mit dem Nachrichtenwert hat es in meinen Augen nichts zu tun.