Schlagwort-Archiv: European Tour

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Tag der offenen European Tour

UPDATE: Die European Tour hat reagiert. Die PDF werden zwar noch bei Google angezeigt, aber sie sind nicht mehr abrufbar. Danke hat noch keiner gesagt.

Vorgestern hatte ich meine Ablehnung der European Tour in der digitalen Post. Keine Angst, es ging nicht um meine angestrebte Profikarriere. Die beginnt ja erst, wenn ich 50 Jahre alt werde. Nein, abgelehnt wurde mein Antrag auf Zugang zum offiziellen Media Centre, das man über die Homepage der ET betreten kann. Als kleiner Blogger war ich denen wohl nicht wichtig genug.

Aber darum ging es mir eigentlich nicht.

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Chickengate oder Witzigkeit kennt keine Grenzen

Da fragt der unbedarfte Moderator beim offiziellen European Tour Gala-Dinner Sergio Garcia ganz frech, ob dieser während der US Open seinen angeblichen Erzfeind Kollegen Tiger Woods abend zum Essen einlädt, und was antwortet der Spanier: “We will have him round every night. We will serve fried chicken.” – “Er wird jeden Abend da sein. Wir  werden ihm frittiertes Hühnchen servieren.”

Ha. Ha. Ha.

Sergio bedient sich also des negativ besetzten Klischees vom Afro-Amerikaner, der sich an frittierten Hühnchen labt, um ein wenig lustig zu sein. Er hätte auch Wassermelonen statt des Hühnchens nehmen können. Der Shitstorm auf Twitter ließ nicht lange warten (und hält noch immer an).

Der Spanier entschuldigte sich. Oder besser gesagt: Er ließ eine Entschuldigung über die European Tour verbreiten.

“I answered a question that was clearly made towards me as a joke with a silly remark, but in no way was the comment meant in a racist manner.”

Oder kurz: Das war kein Rassismus, es war ein Witz.

Tja, so eine dummdreiste Erklärung habe ich in abgewandelter Form schon unzählige Male von Golfern gehört.

Sexistische, fremden- und schwulenfeindliche Sprüche scheinen für einige auf deutschen Golfplätzen völlig in Ordnung zu sein. Man meint es ja nicht so, alles nur Spaß. Und wer das nicht versteht, der hat halt keinen Humor. Einfach mal locker bleiben.

Sorry, das sehe ich anders. Wer solche Witze macht, ist rassistisch, sexistisch und/oder schwulenfeindlich. Und es ist ein Irrglauben, dass der Golfplatz (oder das Clubhaus) ein Ort ist, an dem man(n) unter sich ist und genau aus diesem Grund solche Sprüche machen kann.

Solch ein Verhalten ist inakzeptabel. Das hat nichts mit der berühmten Political Correctness zu tun, sondern mit Respekt gegenüber meinen Mitmenschen.

Jeder der mich kennt, weiß, dass ich immer für einen dummen Spruch zu haben bin. Aber es gibt Grenzen. Und Sergio hat diese überschritten.

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Kaymer geht auf die PGA Tour – eine Mettmännchenrechnung

Martin Kaymer hat sich entschieden: 2013 möchte der Mettmanner Mitglied der US-amerikanischen PGA Tour sein.  Dieses sei „eine große Herausforderung und der nächste logische Schritt in meiner Karriereplanung, auf den ich mich nun sehr freue und auch bereit fühle. Ich spiele sehr gerne auf der European Tour und bin froh, dass der Turnierkalender mir diese Möglichkeit in der kommenden Saison eröffnet“, lässt Kaymer auf seiner offiziellen Homepage schreiben.

Petra Himmel hat auf golf.de dann auch schon mal gleich orakelt, welche Turniere unser Martin spielen wird:  „Nachdem die World Golf Championships und alle vier Majors ohnehin für beide Touren zählen, die European Tour aber über eine Lockerung ihrer Bestimmungen nachdenkt, könnte Kaymer dann ab Oktober wieder bei den großen und preisgeldstarken Turnieren der European Tour in Asien einsteigen, bevor es zum Saisonfinale in Dubai kommt. … Die BMW International Open ist für den BMW-Partner Kaymer Pflicht, auch die British Open steht alljährlich auf dem Turnierkalender. Ansonsten dürften aber nur die Turniere in den Emiraten zu Beginn der Saison als Fixpunkt gelten.

Ich denke, so einfach wird das nicht. Die Mitglieder der PGA Tour haben nämlich einige Verpflichtungen gegenüber der US-Turnierserie. Eine ist, dass diese nicht einfach irgendwo auf der Welt spielen dürfen, wenn gleichzeitig ein PGA-Tour-Event ansteht.

Hier mal ein kleiner Auszug aus dem Regelwerk der PGA Tour:

Obligations of PGA TOUR Members
To contribute to the success of a PGA TOUR tournament or event and to permit PGA TOUR to fulfill its contractual obligations concerning
representative fields, no PGA TOUR member shall participate in any other golf tournament or event on a date when a PGA TOUR (Regular TOUR)
cosponsored tournament or event for which such member is exempt is scheduled, except for the following tournaments or events:

a. A tournament or event for which a member obtains an advance written release for his participation from the Commissioner (See Guidelines for Conflicting Event Release set forth below); Note: No conflicting event releases will be approved for tournaments held in North America.

(Die Punkte c und d können wir hier mal getrost weglassen…)

d. Golf tournaments on the home circuit of a foreign player who is a PGA TOUR member.

Wichtig ist Punkt d. Der sogenannte “home circuit” ist in Kaymers Fall Europa. Und zwar das geografische Europa (Nachtrag: inklusive Tunesien & Marroko – keine Ahnung warum). Dem deutschen Pro wird es erlaubt sein, dort drei Turniere während der kommenden Saison zu spielen, die zeitgleich mit Turnieren der PGA Tour stattfinden. Sollte er an mehr als 20 Events auf US-Boden teilnehmen (was wohl nicht der Fall sein wird), darf er noch ein paar mehr in der Heimat besuchen. Für alles andere braucht er die ausdrückliche Genehmigung von PGA-Tour-Commissioner Tim Finchem.

Sprich:  Kaymer darf schon mal mit dem Bittbriefeschreiben anfangen. Für den Golfswing (Abu Dhabi, Qatar, Dubai), der bekanntermaßen in Asien beheimatet ist, benötigt er die persönliche Erlaubnis von Finchem.  Gleiches gilt für das Malaysian Bank Open, das mit schönen Antrittsprämien lockt, und natürlich für das Saisonfinale der European Tour in Dubai.

Zumindest zwei der drei Turniere auf europäischem Boden, die Kaymer ohne Veto von Finchem spielen darf, sind vorhersehbar: die BMW PGA Championship in Wentworth und das BMW International Open in München. Ob Kaymer dann auch noch für seinen Sponsor in Italien beim BMW Italian Open aufteen muss, möchte ich nicht beschwören. Sollte er sich nämlich noch auf das British Open bei den Scotish Open vorbereiten wollen, wird es schon wieder eng mit dem unentschuldigten Fehlen auf der PGA Tour.

Wer außerdem glaubt, dass Tim Finchem mit Freude kleine Freibriefchen an weltreisende PGA-Tourspieler verteilt, der irrt. Der Commissioner steht in der Pflicht. Finchem muss den TV-Stationen und Turniersponsoren genügend Stars liefern – und hat deshalb kein Interesse daran, dass seine Spieler ständig auf anderen Hochzeiten tanzen. Ob es deshalb für Kaymer Extrawürste von Finchem geben wird, ist fraglich.

Auf den Deutschen scheint derweil keiner auf der PGA Tour gewartet zu haben. Weder golfdigest.com, golf.com oder golfchannel.com ist der Wechsel eine Meldung wert.

Auf der PGA Tour wird Kaymer nur noch einer von vielen sein. Zu den Stars gehört er nicht, dafür sind seine Leistungen zu schlecht. Nicht einmal der Major-Erfolg oder ein Ryder-Cup-Putt können daran etwas ändern. Langer ist drüben eine Legende, Kaymer nur ein zweiter Ben Curtis.

Über Kaymers Beweggründe, jetzt über den großen Teich zu wechseln, kann man nur rätseln. Sportlich wird er es dort schwerer haben. Manch einer munkelt, dass der Mettmanner den US-amerikanischen Markt für sich erobern möchte. Dumm nur, dass alle, die sich noch für ihn interessieren, in Deutschland sitzen.

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Wie wird man Profigolfer?

Viel Geld, tolle Plätze, jede Menge Golf und schöne Frauen, äh, Pokale: Tourspieler ist so ein netter Beruf. Doch wie wird man das eigentlich?

Zuallererst muss natürlich das Handicap stimmen. Eine Stammvorgabe von 0 oder besser ist Grundvoraussetzung, um bei der PGA of Germany als Berufsgolfspieler anerkannt zu werden. Frauen und Senioren dürfen übrigens schlechter spielen. Hier liegt die Grenze bei -2. Weiterhin wird die deutsche Staatsbürgerschaft verlangt. Das Mindestalter ist 18 Jahre (Senioren: 50 Jahre). Kohle muss man auch noch abdrücken. Die Aufnahmegebühr der PGA of Germany beträgt 260 Euro plus eines jährlichen Beitrags von 330 Euro.

So, ist man erst einmal ein offizieller von höchster Stelle anerkannter Berufsgolfspieler geht es ans Geld verdienen. Und da ist aller Anfang schwer. Die erste Möglichkeit ist natürlich die deutsche EPD-Tour. Frischgebackene PGA-Profis (siehe oben) zahlen einfach 250 Euro Startgebühr pro Turnier und hoffen auf gute Ergebnisse. Gespielt werden drei Runden, nach zwei Tagen wird ausgesiebt. Für den ersten Platz gibt es meist ein paar tausend Euro, kurz vor Cut nur noch knapp 300 Euro. Von der Knete müssen natürlich Fahrtkosten, Unterkunft und Ravioli aus der Dose berappt werden. Da zahlreiche EPD-Turniere derzeit in Marokko und in der Türkei stattfinden, ist ein gut gefüllter Sparstrumpf zu Beginn der Karriere nicht unvorteilhaft.

Wer auf der EPD-Tour konstant gutes Golf und eine Menge Turniere spielt, der kann sich auf die Challenge Tour beziehungsweise die Teilnahme an der 2. Stage der Q-School der European Tour freuen. Die Top 5 der EPD-Geldrangliste schafft den direkten Einstieg in die Challenge Tour, der zweiten Liga im europäischen Profigolf.  Hier werden für den Sieger fünfstellige Preisgelder im unteren Bereich ausgeschüttet. Allerdings muss man dafür schon mal nach Kasachstan fahren … aber diese Ochentour hat Martin Kaymer schließlich auch nicht geschadet. Wer nach Abschluss der Saison auf der Challenge Tour unter den Top-20 steht, kriegt die Spielberechtigung für die “große” European Tour, wer ein wenig weiter hinten auf den Plätzen landet, der darf sich zumindest Hoffnungen machen, bei den kleineren Veranstaltungen der ET anzutreten. Spieler, die drei Turniere in einer Saison gewinnen, haben sich automatisch ihre Karte verdient.

Man kann sich die EPD- und Challenge Tour auch einfach sparen und gleich in der Qualifying School der European Tour auf dicke Hose machen (siehe das oben angeführte Video). 1350 britische Pfund kostet der Spaß und schon darf man als Profigolfer mitmachen. Allerdings müssen zahlreiche Auswahlturniere überstanden werden. Es gibt insgesamt drei Stages. Etwas über 700 Spieler versuchen sich anfangs, in der zweiten Runde sind noch knapp 310 Teilnehmer übrig, die für das Finale noch einmal auf 80 reduziert werden. In Deutschland wird das Stage-1-Turnier übrigens in diesem Jahr vom 20. bis 23. September am Fleesensee ausgetragen und die Top-6 der EPD-Tour kriegen das Vergnügen inklusive Unterbringung gesponsert.

Die besten 30 Spieler der Q-School-Finalrunde erhalten die Tourkarte der Kategorie 11 für die ET. Die Jungs, die den Cut schaffen, aber mit schlechteren Platzierungen das Turnier abschließen, dürfen sich über die Tourkarte der Kategorie 14 freuen. Die Opfer des Cuts werden immerhin mit einer Karte für die Challenge Tour getröstet.

Für mich ist natürlich interessant, wie man auf die European Seniors Tour kommt. Die gute Nachricht: Ich habe noch 11 Jahre Zeit, um an meinem Handicap zu schrauben. Die Stammvorgabe muss -1 oder besser sein und das 50. Lebensjahr erreicht sein, dann darf man bei der Rentner-Q-School mitmachen. 800 britische Pfund werden als Startgebühr verlangt, zwei Turniere müssen bravourös absolviert werden. Die besten 14 Spieler kriegen die Senioren-Tourkarte.

In diesem Sinne: Ich muss noch viel trainieren, ab auf die Range. Wir sehen uns in 11 Jahren!

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European Tour: Volle Breitseite in Schottland

Virales Marketing ist doch was Feines. Die European Tour hat wieder ein ein schickes Video ins Netz gestellt. Gregory Bourdy, Pablo Larrazabal (geiles Englisch!), Stephen Gallacher und Jeev Milkha Singh versuchen, ein Boot in der schottischen See in die Luft zu jagen. Ein herrlicher Schwachsinn. Mein Highlight ist Gallachers Wutausbruch nach ungefähr 1:39 Minuten und die kindische Freude am Schluss.

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World Match Play: Kaymer besiegt Quiros

UPDATED Was für ein amtliches Viertelfinale bei der Volvo World Match Play Championship: Martin Kaymer hat seinen Kumpel Alvaro Quiros in einem spannenden Match nach zwei Playoff-Löchern rausgekegelt. Herrlich. Morgen gibt es im Halbfinale ein Wiedersehen für den Mettmanner mit Luke Donald, der Charl Schwartzel nach Hause schickte. Im zweiten Halbfinale spielt Ian Poulter gegen Nicolas Colsaerts.

Ich empfehle diesen Live-Stream, einfach Sky Sports  als Channel auswählen.

 

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World Match Play: Kaymer gewinnt Auftakt

Puh. Ein paar Löcher musste man sich schon Sorgen machen. Der Koreaner Y.E. Yang führte zwischenzeitlich mit zwei Löcher. Doch Kaymer gab nicht auf, zeigte großes Golf und setzte sich letztendlich mit 2-up nach 17 Löchern durch. Sein nächster Gegner kommt ebenfalls aus Korea und hört auf den Namen Seung-yul Noh. Der Mann ist definitv eine lösbare Aufgabe.

Den schönsten Sieg feierte übrigens nach einem spannenden Match Rory McIlroy gegen Retief Goosen mit einem sehenswerten Chip-In an der 18. Bahn.

Luke Donald (4&3 vs. den extrem fesch gekleideten Ryan Moore), Graeme McDowell (3&1 vs. Louis Oosthuizen) und Lee Westwood (6&5 vs. Anders Hansen) gewannen ihre Partien mit Stil. Oldie Miguel Angel “The Mechanic” Jiménez (Besitzer eines unglaublichen Zigarrenhalters) deklassierte Masters-Champion Charl Schwartzel (6&5). Ian Poulter spielte unentschieden gegen Francesco Molinari.

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Ryder Cup 2018: And the winner is …

… Frankreich.  Spanien ist bestimmt nicht begeistert. Deutschland kann sich glücklich schätzen.

Mehr Infos zur Vergabe gibt es hier.

Das komplette Protokoll der Verkündung kann man hier lesen.

Der Linksgolfer hatte schon eine nette Analyse der gescheiterten deutschen Bewerbung in der digitalen Schublade. Mir fehlt ein wenig der Hinweis auf das dort angewandte Amigo-Prinzip bzw. die im hiesigen Golfsport übliche Vetternwirtschaft, die die Bewerbung auch nicht wirklich nach vorne gebracht hat.  Aber ansonsten ist alles drin.

darren

Team Golfnerd: Darren Clarke

Well Done, Darren! Der wunderbare Nordire hat gestern die Iberdrola Open auf Malle gewonnen. Nicht nur damit, sondern unter anderem auch aufgrund der vier hier angefügten Youtube-Videos gehört der Mann einfach ins Ryder-Cup-Team Golfnerd. Trinkfest, schlagfertig, man darf sein Ferienhaus benutzen und er ist definitiv ein besserer Golfer als Charles Barkley! Außerdem lernt man noch was bei ihm. Nicht zu vergessen: Angeblich schlug der Kerl mit einem Driver mal blind vom Tee auf das Grün der 1. Bahn im Golfclub Lutzhorn als er dort zu Besuch war. Und das versuche ich heute nach Arbeit auch nicht.

Luck of the Irish macht sich in jedem Team gut:

Charakterlich 1-A. Auch wenn ein wichtige Antwort fehlt …

Gute Freunde kann niemand trennen!

Golfclinic mit Lee & Darren

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China Open: Kuscheln mit Sergio und Padraig

Für mich schon jetzt das Bild der Woche. Auch der Anfang des Textes auf der Webseite der European Tour zu diesem Ausflug von Padraig Harrington und Sergio Garcia im Vorfeld der Volvo China Open liest sich irgendwie ganz gut:

“Padraig Harrington and Sergio Garcia showed the kind of soft touch that is so important around the greens when they cuddled one of the world’s most endangered animals, a giant panda cub, ahead of this week’s Volvo China Open.”

Für mich sehen die beiden Herren in ihren blauen Kitteln allerdings wie irre Tierärzte aus, die dem kleinen Meister Petz (“a giant panda cub”?) die Organe entnehmen wollen. Und wo steckt eigentlich Mama Bär wenn man sie mal braucht?