Kategorie-Archiv: TV

hboroad

HBO’s Making The Cut: The Road To Pebble Beach

Living the Dream. Seit Jahren suche ich nach dieser großartigen TV-Doku mit Kevin “The King of Queens” James und Ray “Alle lieben Raymond” Romano. Und jetzt finde ich das Teil endlich auf YouTube.

In dem Film dürfen die Jungs beim National Pro-Am in Pebble Beach eigentlich schön auf dicke Hose machen. Stattdessen machen sich James und Romano eher in ebendiese. Die beiden Multimillionäre sind nervliche Wracks, da sie unbedingt den Cut bei dem PGA-Turnier machen wollen.

Großes Fernsehen, jede Menge Golf und Clint Eastwood – was will man mehr. Aber schaut selbst…

The Big Break – Germany

Die Stammleser werden sich erinnern: Ich bin ein großer Fan der Reality-Show “The Big Break”. Vor zehn Jahren fing der US-Sender Golfchannel damit an, unbekannte Profigolfer (und nervige Möchtegerns) um einen Turnierplatz auf einer der großen Touren kämpfen zu lassen. Das Format läuft noch immer – und zwar extrem erfolgreich.

Inzwischen bin ich der Meinung, dass die Show auch in Deutschland funktionieren könnte. Das Konzept müsste nur ein wenig abgewandelt werden. Natürlich kommt dafür eigentlich nur ein Sender in Frage: Sky.

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LogoSky_Deutschland

Ein offener Brief an Sky

Liebe Programmverantwortlichen von Sky,

warum schreibe ich einen offenen Brief? Weil ich die Befürchtung habe, dass sonst das Schreiben einfach so in der Versenkung verschwindet. Und weil ich hoffe, dass vielleicht noch ein paar Leute diesen Brief lesen, die ähnlich denken.

Martin Kaymer hat nach dem Ryder Cup eure Golfberichterstattung gerügt. Der Kommentar von Carlo Knauss war ihm nicht emotional genug. “Wenn man einen der größten Sport-Events so kommentiert, finde ich das lächerlich”, sagte Kaymer in einer Pressekonferenz. “Ich war nahe dran, sie anzurufen und zu fragen, was los ist.”

Die Kritik hat euch erreicht. Ihr habt geantwortet.

“Um ganz ehrlich zu sein, ist uns bislang das übergroße Interesse von Martin Kaymer an der deutschen Golf-Berichterstattung noch gar nicht aufgefallen”, lässt euer Pressesprecher launig verlauten. Am Kommentar gibt es aber nach eurer Auffassung nicht zu mäkeln. Mangelnde Emotionen seien das Produkt einer ausgewogenen journalistischen Berichterstattung.

Einen Lösungsvorschlag für interessantere Übertragungen hat euer Sprecher auch parat:  “Wir würden uns über einen sogenannten Media-Day mit einigen Top-Spielern zu Beginn der Saison freuen. Dabei könnten Interviews und sogenannte Aufsager für Programm-Trailer aufgezeichnet werden, die während der gesamten Saison gesendet werden könnten.”

Erst habe ich Tränen gelacht als ich diese Aussagen gelesen habe, dann habe ich mich unendlich geärgert. Über eure Arroganz. Eure Unverfrorenheit. Eure Selbstwahrnehmung.

Seit Jahren wird eure Golfberichterstattung beziehungsweise deren deutscher Kommentar kritisiert. Und zwar nicht von einer Handvoll Nörgler, sondern von einer Vielzahl eurer Abonnenten – der zahlenden Kundschaft. Darauf gab es meines Wissens keine Resonanz.

Carlo Knauss berichtet emotionslos. Seine Kommentare sind langweilig. Sie wiederholen sich. Er vermittelt keine Hintergründe, stattdessen werden Phrasen gefolgt von langen Pausen serviert. Mit journalistischer Ausgewogenheit hat dies nichts zu tun. Es fehlt ihm schlichtweg das Talent und das Handwerk für den Job.

Irek Myskow hat ähnliche Probleme. Allerdings sind seine Phrasen noch hohler und voller schiefer Bilder. Wie es um seine journalistische Ausgewogenheit bestellt ist, ist eine schwierige Frage. Myskow war Spielerbetreuer auf der Tour, stand auf der Lohnliste von Taylormade. Inwiefern er diese Tätigkeiten noch immer ausübt, ist mir nicht bekannt. Sein Kommentar lässt aber häufig an seiner Unabhängigkeit zweifeln.

Inwieweit im Vorfeld aufgezeichnete Aufsager und Interviews mit Top-Spielern die Programmqualität verbessern sollen, ist mir ein Rätsel. Diese hätten sich wahrscheinlich spätestens nach zwei Turnieren versendet. Danach wären sie nur noch eine ewige Wiederholung. Genau wie der Schüco-Spot. Genau wie die Rolex-Tipps (journalistisch ausgewogen kommentiert von Carlo Knauss). Genau wie der Audi-Spot. Genau wie die Phrasen eurer Kommentatoren.

Natürlich habe auch ich Vorschläge für eine Verbesserung eurer Golfübertragungen. Der erste Ratschlag ist ganz einfach: Sucht euch neue Kommentatoren, die Schlagfertigkeit mit Fachwissen verbinden und lasst sie als Team ans Mikrofon. Ich möchte endlich ein paar junge und engagierte Golfexperten mit Leidenschaft hören.

Ist das zu viel verlangt? Ich denke nicht. Wer denkt ähnlich?

Mit freundlichen Grüßen

Euer Abonnent Denis Krick

“The Big Break”: Dreams are my Reality

2003 hatte der Golfchannel eine clevere Idee: Sie klauten einfach ein erfolgreiches Reality-TV-Format. “Survivor” lief damals schon drei Jahre auf CBS. In der Show mussten die Kandidaten auf einer einsamen Tropeninsel allerhand Prüfungen bestehen bis nur noch einer übrig blieb – und der kassierte dann ein sattes Preisgeld. Der Golfchannel ließ sich davon inspirieren und verlegte das ganze Treiben einfach auf den Golfplatz – “The Big Break” war geboren.

Die Fernsehshow ist seit Anbeginn aller “Big Break”-Zeiten eine meiner “guilty pleasures”. Wenn ich auf Roadtrip in den USA bin, dann gibt es nach einer Runde Golf nichts Schöneres als mir abends im Hotel die Serie im TV reinzuziehen. Glücklicherweise muss man aber gar nicht über den Teich fliegen, um “The Big Break” zu schauen: Der Golfchannel hat fast alle Staffeln online gestellt – und die sind auch in Deutschland problemlos zu sehen (siehe Links unten).

Natürlich ist “The Big Break” überdramatisch inszeniert. Hier geht ist in den meisten Fällen nicht um Birdie, Par oder Bogey, sondern um Leben und Tod. Schließlich warten als Hauptpreis meist irgendwelche Exemptions zu PGA- oder LPGA-Turnieren sowie ein Sponsoringdeal mit Adams Golf. Manchmal gibt es noch einen Urlaub und Cash obendrauf. Dafür müssen die Kandidaten dann irgendwelche Matchplays gegeneinander gewinnen, einen Flopshot über eine hohe Mauer schlagen oder Glasscheiben zerbrechen. Alles herrlich gaga, eine ewige Wiederholung und trotzdem höchst unterhaltsam.

Manche Staffeln haben nur Frauen als Teilnehmer – und die werden dann im Laufe der “Big Break”-Historie immer geschmeidiger abgefilmt. Knappe Höschen, pralle Blusen, saubere rasierte Beine: Sex sells.

Nichtsdestotrotz lassen sich die Produzenten nicht auf alle dreckigen Reality-Spielchen ein. Zwar werden auch mal die Streitigkeiten zwischen den Spielern thematisiert, aber den richtigen Schmutz zeigt man nicht. Das hat mir zumindest der Bruder einer LPGA-Spielerin erzählt, die bereits zweimal beim “Big Break” dabei war. Der gute Mann hatte einiges zu berichten: von Affären unter den Spielern bis hin zum klassischen Zickenterror. Er selbst war zweimal in der engeren Auswahl für die Teilnahme, doch den “Cut” hat er nie geschafft. “Ich bin einfach zu normal”, sagte er mir. Beim Casting würde der Golfchannel ganz bewusst nach Freaks, Egozentrikern, süßen Pos, Beaus und außergewöhnlichen Typen Ausschau halten. Das reine Golftalent reiche nicht.

Freaks und Geeks gab es bislang reichlich bei “Big Break”. So konnte man unter anderen Tommy “Two Gloves” Gainey, Sophie Sandolo, James Nitties, Sara Brown, Ryan O’Toole oder Kip Henley bewundern. Dazu gab es noch richtige Hassfiguren wie Anthony “A-Rod” Rodriguez, Pat Perez’ Bruder Mike und der unschlagbar furchtbare Brian Skatell.

So. Hier nun die Links. Kleiner Tipp: Man sollte unbedingt die Staffeln in der richtigen Reihenfolge gucken!

Und wo ihr da gerade beim Golfchannel seid, empfehle ich auch mal ins Haney Project reinzuschauen. Die Staffel mit Charles Barkley ist zwar lustig, aber richtig gut werden erst die Folgen mir Ray Romano. Rush Limbaugh kann man sich hingegen sparen.

The Big Break
http://www.golfchannel.com/tv/the-big-break/

The Big Break: Las Vegas
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-ii/

The Big Break III
http://www.golfchannel.com/tv/the-big-break-ladies-only/

The Big Break: USA vs Europe mit “Two Gloves”
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-usa-vs-europe/

The Big Break: Hawaii
http://www.golfchannel.com/tv/the-big-break-hawaii/

The Big Break: Trump National
http://www.golfchannel.com/tv/the-big-break-trump-national/

The Big Break: Mesquite
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-mesquite/

The Big Break: Kaanapali
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-kaanapali/

The Big Break: Reunion
http://www.golfchannel.com/tv/the-big-break-reunion/

The Big Break: Michigan
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-michigan/

The Big Break: Prince Edward Island
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-prince-edward-island/

The Big Break: Disney Golf
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-disney-golf/

The Big Break: Sandals Resorts
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-sandals/

The Big Break: Dominican Republic (Reunion-Show, mein Favorit!)
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-dominican-republic/

The Big Break: Indian Wells
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-indian-wells/

The Big Break: Ireland
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-ireland/

The Big Break: Atlantis
http://www.golfchannel.com/tv/big-break-atlantis/

 

Screenshot Sky Deutschland

BMW Championship: The Ultimate Marketing Machine

Screenshot Sky Deutschland
Screenshot Sky Deutschland

Ich mochte die BMW Championship in der vergangenen Woche. Spannend war es (fast) bis zum Schluss und große Namen tummelten sich an der Spitze des Leaderboard. Dazu fand ich den Kampf um Platz 30 im FedEx-Ranking und damit um das letzte Ticket zum Tour-Finale in Atlanta auch nicht so uninteressant. Eine Sache ging mir aber im Laufe der Übertragungen gewaltig auf den Zeiger: BMW.

Die Automobilbauer aus Bayern haben als Titelsponsor anscheinend einen ausgefuchsten Deal mit der PGA Tour oder nutzen in den USA einfach nur ziemlich clever ihre Macht als Premium-Anzeigenkunde. Egal wie sie es geschafft haben: Die TV-Bilder des Turniers waren ein Marketingtraum – zumindest für die Marketingabteilung von BMW. Es war eine Golfversion der Pro7-Wok-WM.

Ich bin ja vieles gewohnt: Ein Auto als Hole-in-One-Belohnung, das gut sichtbar hinter der Teebox steht, adrette Stewardessen mit Regenschirm, das Logo des Sponsors an den Abschlagsmarkierungen oder auf den Caddie-Westen. Alles in Ordnung. Selbst an das unsägliche Kurzinterview mit irgendeinem Vize-Präsidenten des jeweiligen Titelsponsors habe ich mich gewöhnt. Aber BMW hat in den vergangenen vier Tagen den Vogel abgeschossen.

An Bahn 17 wurde die Motorhaube eines BMW fester Bestandteil der Übertragung und mit der Einblendung des Leaderboard gab es den Slogan der Münchner “The Ultimate Driving Machine” noch umsonst dazu. Die Hole-in-One-Karre wurde für mein Befinden ebenfalls extrem häufig gezeigt – und die Lobrede des Kommentators auf das Gefährt war eine klare Bewerbung um eine Testfahrt. Das kein Grün in einem BMW-Autohaus lag, grenzte schon an einem kleinen Wunder.

Höhepunkt der Werbeveranstaltung war jedoch der aufwändig produzierte Einspieler, in dem BMW-Nordamerika-Boss Ludwig Willisch über das gute Tun des Unternehmens schwadronieren durfte. Die zwei BMW-Filmchen auf dem offiziellen Youtube-Kanal der PGA Tour (siehe unten) wirken dagegen wie kritischer Journalismus.

Natürlich haben Titelsponsoren ein Recht darauf, dass ihre Marke ins Bild kommt – in diesem Fall wurde aber für mein Gefühl eine Grenze überschritten. BMW wurde regelrecht inszeniert und Teil des Spektakels. Und auch aus Marketingsicht halte ich die Penetranz und Penetration der Bayerischen Motorenwerke  nicht für besonders clever. In meinem Fall löst die Marke BMW seit dem Wochenende negative Gefühle aus: Als ich heute am frühen Morgen in mein Auto stieg, dachte ich für einen kurzen Moment, die Windschutzscheibe sei von Schüco.

Screenshot Sky Deutschland
Screenshot Sky Deutschland

 

goldencarpet

Ein digitaler Weckruf an die lieben Kollegen

Was mache ich hier eigentlich? Und was machen eigentlich meine lieben Blogger-Kollegen? Die Antwort ist relativ einfach. Wir schreiben über Golf. Wir machen das mit Leidenschaft. In unserer Freizeit. Manch einer hat davon nicht gerade viel – und doch setzen wir uns mehr oder weniger regelmäßig an die Tastatur, recherchieren Geschichten, machen Fotos, wühlen uns durch Statistiken und berichten über Turniere, Spieler, Plätze und persönliche Befindlichkeiten.

Warum machen wir das eigentlich? Grenzenlosen Enthusiasmus könnte man das in den meisten Fällen nennen. Die Begeisterung für das Spiel. Das Bedürfnis, sich auch außerhalb des Platzes mit Golf zu beschäftigen. Wir sind wie unsere Leser: Wir lieben Golf. Wir leben Golf. Wir leben allerdings nicht vom Golf – und das ist tatsächlich ein entscheidender Unterschied.

Von Zeit zu Zeit bekomme ich Angebote. Meist soll ich über irgendein Produkt schreiben. Oder über ein Reiseziel. Manchmal wird der passende Text schon mitgeliefert. Die dafür angebotene Entlohnung ist häufig lächerlich bis frech. Das hängt damit zusammen, dass Blogger hierzulande noch immer als drittklassige Schreiber gelten, deren Ergüsse nichts wert sind und die eigentlich auch keine Leser haben.

Weiterhin herrscht die Meinung vor, dass Blogger nicht nur billig, sondern auch käuflich sind. Diese Fehleinschätzung ist jedoch entschuldbar, denn schließlich handelt es sich dabei um gelerntes Verhalten: Die klassischen Golfmagazine hierzulande sind seit jeher Fundgruben für versteckte PR. Der Pressekodex, der eine klare Trennung zwischen Anzeige und redaktionelle Berichterstattung einfordert, wird hier regelmäßig mit Füßen getreten.

Die Qualität der Golfberichterstattung nimmt im Print-Bereich beständig ab. Die Magazine befinden sich einer tumben Wiederholungsschleife. Jedes Jahr werden die gleichen Themen in die Hefte gehievt: Schlägertests, in denen es eigentlich nur Sieger gibt, enthusiastische Reisegeschichten, unkritische Spielerporträts, die ewig gleichen Schwungtipps und eine Turnierberichterstattung, die entweder viel zu spät erfolgt oder nur den Zweck hat, Sponsorennamen zu erwähnen. Dazu kommt ein Hurra-Schreibstil, der jegliche Distanz vermissen lässt. Die deutschen Golfmagazine schreiben nicht mehr für die Leser, sondern nur noch für Anzeigenkunden, Verbände, PR-Agenturen und Spielerberater.

In einer E-Mail an einen anderen Golfblogger schrieb der stellvertretende Chefredakteur eines dieser Titel jüngst sinngemäß, der Unterschied zwischen Print (also ihm) und Online (also wir) sei, dass der Print-Journalist aufwändiger und gewissenhafter recherchiere. Eine hanebüchene Behauptung (und ich kenne weit über hundert Leute in meinem Großraumbüro, die ihn dafür auslachen würden). Insbesondere weil ebendieser Redakteur sich schamlos an einem Posting des Bloggers bedient hatte – und dieses damit abtat, dass Texte, die online verfügbar seien, Freiwild wären.

Die Unternehmen, die mit den Golfmagazinen zusammenarbeiten und dort Anzeigen schalten, haben anscheinend noch nicht erkannt, dass sie sich damit keinen Gefallen tun. Sie inserieren in einem Umfeld, das inzwischen jegliche Glaubwürdigkeit verloren hat – und aus diesem Grund konstant an Reichweite verliert.

Die Verlage versuchen derweil mit allerhand Tricks die Auflage künstlich hoch zu halten. So finden sich zum Beispiel immer mehr Gratis- und Probe-Exemplare in den hiesigen Golfclubs. Die Verzweiflung ist anscheinend groß. Ein Mitbewerber am Markt (der eigentlich zu den besseren gehört)  präsentiert sogar eine lasziv fotografierte Profi-Golfspielerin auf dem Titelbild der aktuellen Ausgabe.  “Sex sells” als letzte Hoffnung.

Eine zukunftsorientierte Online-Strategie hat bislang keiner der Verlage parat. Die Webseiten der Magazine sind technisch, inhaltlich und vom Layout Relikte der Vergangenheit. Und auch hier versucht mancher mit billigen Klicktricks die “virtuelle Auflage” zu erhöhen,

Natürlich legen einige Verlage Hoffnung in die in Mode gekommenen Apps und digitalen Magazine im Apple-Store. Wer allerdings schon so gnadenlos im Netz versagt, der wird die Generation iPad nicht mit seinen verstaubten Inhalten erobern können. Die technische Evolution überspringt die alten Platzhirsche – und diese sind selber schuld.

Im deutschen Fernsehen findet Golf unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Pay-TV-Sender tut weiterhin alles, unseren Sport von den größtmöglichen Langweilern kommentieren zu lassen. Diese sind nicht nur um keine Phrase verlegen, sondern finden auch nichts dabei, als Werbeträger zu fungieren, Veranstaltungen wichtiger Anzeigenkunden zu moderieren oder weiterhin als Spielerbetreuer von Markenartiklern zu arbeiten. Auch hier gibt es selbstverständlich keine kritischen Fragen in der Berichterstattung. Stattdessen wird hofiert. Schulterklopfende Duz-Maschinen bei der Arbeit.

Natürlich gibt es Hoffnung. Einen Silberstreif. Denn die Konkurrenz im Netz ist längst besser, schneller und näher am Leser. Ich würde an dieser Stelle eigentlich gerne golf.de loben. Das Portal hätte die besten Vorraussetzungen, um zum SPIEGEL ONLINE des Golfsports zu werden. Doch auch hier greifen schon lange die alten Mechanismen: Anzeigen und Redaktion werden nicht klar getrennt, dazu kommt die Abhängigkeit vom Deutschen Golf Verband. Übliche Verdächtige dürfen hier PR-Artikel unterbringen – weil sie günstig Inhalte liefern. Eigentlich schade, denn manchmal – wenn man die Redaktion von der Leine lässt – kommen auch auf golf.de gute Geschichten zum Vorschein.

Golfpost.de, das selbsternannte Sprachrohr der unabhängigen Berichterstattung im Netz, ist derzeit nur eine Absurdität, belustigt mit merkwürdigen Überschriften sowie Texten – und hofft, mit für Suchmaschinen optimierten Artikeln Klicks zu generieren.

Bleiben noch die Foren wie das spicygolfforum, Facebook-Gruppen oder eben die deutschen Golfblogs. Hier werden Golfnachrichten schneller verbreitet und kritischer beleuchtet als irgendwo anders im deutschsprachigen Internet.

Ob nun eine fundierte Analyse von Kaymers Schwungproblemen, einen einzigartigen Nachruf auf Seve Ballesteros, eine Einordnung des Führungswechsels bei Golfsponsor Schüco oder fundierte Platzkritiken – es sind Blogs, die derzeit als einzige im Golfsport wirklich nach journalistischen Standards in Deutschland arbeiten. Erstaunlich, dass Privatpersonen dies leisten – und nicht die arrivierten Golfmagazine und -seiten. Blogs setzen hierzulande Themen, finden Nachrichten und machen Meinungen.

In den USA haben die großen Magazine längst die kreative Kraft der Blogger erkannt und hat manch einen als Zuträger engagiert. Ihre Postings werden prominent auf den großen Webseiten präsentiert. Bei uns wird es dazu nicht kommen.

Der Golfjournalismus hat seine Zukunft im Digitalen – in Blogs, Internetseiten und mobilen Apps. Es wäre schön, wenn die Leute, die für die Golfberichterstattung bezahlt werden, dieses erkennen würden. Denkt und arbeitet endlich wie Journalisten – und sagt, was ist.

Screenshot Audi TV-Spot

Warum Audi keine Ahnung von Golf hat

Audi Golf Sky Trailer

Erinnert ihr euch noch an den ersten TV-Spot von Audi, der urplötzlich bei den Sky/Premiere-Golfübertragungen auftauchte und immer viel zu laut war? Da schlug irgendjemand ab und toppte anscheinend derbe den Ball, sodass dieser das Fairway rasierte und letztendlich auch noch einen Baum traf. Dort verschwand die Kugel dann in einer Spechthöhle. Soweit mein Gedächtnisprotokoll.

Und nun? Nun hoppelt ein Ball aufs Wasser zu und bleibt direkt an der Kante liegen. PreSense heißt die Bremstechnik, die Audi damit bewerben möchte. Für mich sieht das allerdings nach Nonsens(e) aus.

In beiden Fällen gilt: Rein golferisch sind die Schläge katastrophal. Im ersten Spot ist der Ball unspielbar und wahrscheinlich auch für immer verloren, beim zweiten Filmchen kann man wohl kaum einen ordentlichen Stand einnehmen. Ein intelligentes Bremssystem, das Hindernisse erkennt, stelle ich mir definitiv schlauer vor.

Keine Ahnung, welche Agentur sich den Mist ausdenkt und welcher Marketingfuzzi diesen dann absegnet, aber ein wenig mehr Ahnung vom Thema wäre doch schön.

Wollte ich nur mal sagen. Censeo Schüco esse delendam.

Disclaimer: Ich fahre BMW.

 

fehertynut

Mittendrin, statt nur vorbei

Schnell etwas Infantiles … eigentlich habe ich nämlich den Arsch voll Arbeit und kann deshalb das Blog nicht so bespaßen. David Feherty hat für seine (nicht besonders gute) Golfchannel-Talkshow den NFL-Quarterback Tony Romo getroffen. Und er ihn. Herrlicher Unsinn und ein schöner Trick zum Nachmachen. Sehenswert ist auch Fehertys furchtbare Frisur.

Hier kann man sich das kurze Video angucken!

babyphone

Watching the babies!

Ab und zu gibt es immer wieder eine höchst amüsante Werbung zum Thema Golf. In diesem Fall hat FedEx einen schicken Spot gedreht. Meine Frau kann bestätigen, dass die Handlung dieses Filmes durchaus im Bereich des Möglichen ist.

Der Dank gehört dem Rambler, der das Teil jüngst in Oregon im TV sah. Apropos: Was macht der Kampf ums Jackett, Andy???

skylogo

Sky made me do it!

Manchmal möchte ich nach Unterföhring in die Sky-Zentrale fahren und Ärsche treten. Im Prinzip bin ich ein friedliebender Mensch, der in sich ruht und kleine Katzen streichelt, aber die Golf-Verantwortlichen des Bezahlsenders machen aus mir einen aggressiven Zeitgenossen gegen den John Rambo wie ein Wachturm-Verkäufer am Hamburger Hauptbahnhof aussieht.

Der Grund für diese Hulk-Mutation sind ausnahmsweise nicht das gebetsmühlenartige Geschwafel eines Carlo Knauss oder die Ich-steck-meinen-Kopf-in-deinen-Po-Interviews von Irek Myskow. Dieser Folter kann man ja meist mit dem Umstellen auf den englischen Originalton entgehen. Im Falle von Myskow hilft das zwar auch nicht, aber die 30 Sekunden überbezahlte Schleimerei gehe ich halt aufs Klo oder zum Kühlschrank. Nein, es sind die ständigen Werbeunterbrechungen, die an Willkür und Langweiligkeit nicht mehr zu überbieten sind.

Ernsthaft: Sollte ich jemals ein Fenster kaufen müssen, es wird mit Sicherheit keines von Schüco sein. Gefühlte 2000 Mal wird einem der Spot mit dem total süüüßen Mädchen in die Augen gebohrt. Wann die Scheiße versendet wird, ist dabei völlig egal. Auf das Spielgeschehen nimmt keiner Rücksicht. Danke schön!

Noch viel schlimmer sind allerdings die Rolex-Schwunganalysen. Martin Kaymer dient als Vorbild und Carlo Knauss kommentiert dessen übermenschliches Können gewohnt hölzern und mit einer bedeutungsschwangeren Dramatik gegen die ein brasilianischer Fußballreporter nur Gebärdensprache betreibt.

Knauss Schwunganalysen sind ein Festival der Phrasen und haben den Mehrwert eines platten Reifens. Der Sinn dieser mit Weltuntergangsmusik unterlegten Einspieler ist mir ein Rätsel.  Außer die Damen und Herren wollen unbedingt, dass ich nach Unterföhring komme und Ärsche trete. Diesen Wunsch kann ich ihnen sehr gerne erfüllen.

PS: Kleines Detail am Rande: Um 1.28 Uhr musste ich gestern während des Playoffs von Kanal Sky Sport HD 1 zu Sky Sport 2 wechseln. Der Grund: Wrestling hatte Vorrang.

Für mehr Abwechslung: