Kategorie-Archiv: BMW Championship

The Big Break – Germany

Die Stammleser werden sich erinnern: Ich bin ein großer Fan der Reality-Show “The Big Break”. Vor zehn Jahren fing der US-Sender Golfchannel damit an, unbekannte Profigolfer (und nervige Möchtegerns) um einen Turnierplatz auf einer der großen Touren kämpfen zu lassen. Das Format läuft noch immer – und zwar extrem erfolgreich.

Inzwischen bin ich der Meinung, dass die Show auch in Deutschland funktionieren könnte. Das Konzept müsste nur ein wenig abgewandelt werden. Natürlich kommt dafür eigentlich nur ein Sender in Frage: Sky.

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Die 1000 Augen des Robert Rock

Über Pfingsten durfte ich im Auftrag meines Arbeitgebers nach Wentworth reisen. Dort geht in dieser Woche die BMW PGA Championship über die Bühne und am Montag war dementsprechend schon viel Trubel auf der Anlage. Jede Menge Spieler, Caddies und die restliche European-Tour-Mischpoke wuselten auf dem Gelände des Edelclubs im Londoner Speckgürtel herum. Zum Pressetermin gehörte auch ein Treffen mit Tourpro und Stylegott Robert Rock.

Auf der gut besuchten Driving Range zeigte der Brite im Auftrag von Apple, mit welchen Apps und Geräten er sein Golfspiel verbessert (schöne Geschichte, aber die gibt es demnächst auf SPON). Danach fragte er, wer denn auch mal ein paar Bälle schlagen wolle. Nachdem niemand der anwesenden Journalisten “Hier!” schrie, meldete ich mich als Freiwilliger. Das Verhängnis nahm seinen Lauf.

Aber zunächst eine kleine Videoeinblendung aus der Prophezeiung “Tin Cup” zum besseren Verständnis.

Robert hatte sich auf der Range ganz am rechten Rand platziert. In direkter Nachbarschaft war der weiße Pavillion der Players Lounge. Dieser Blick bot sich mir also:

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Ich fragte: “Hast du ein Siebener?” Er antwortete: “Nimm das hier, das passt.” Dann hielt ich plötzlich ein 6er-Eisen (Blade) in der Hand. Der Sicherheitsmann vor der Players Lounge guckte grimmig, meine ausländischen Kollegen beobachteten mich gespannt und Robert Rock war auch noch da. Plötzlich konnte ich keinen klaren Gedanken fassen, geschweige denn, an meinen Golfschwung denken.

Ich holte aus.

Shank.

Mit einem lauten Knall traf mein Ball im Tiefflug das etwa 60 Meter entfernte Titleist-Schild auf der Range. Alle Profis und Caddies stellten plötzlich ihr Training ein und schauten in meine Richtung. Ich wurde rot.

Neuer Ball. Neues Glück.

Shank.

Diesmal verfehlte ich nur knapp das Titleist-Schild.

Noch ein Versuch. In meinem Kopf ratterte es.

Ich traf viel zu fett und beförderte geschätzte drei Quadratmeter Rasen in die Luft. Der Ball flog knapp hinter das Titleist-Schild.

Ein weiterer Ball.

Shank.

Die Kugel hob mit einem enormen Slice flach ab und krachte mit lauten Getöse auf das Dach der Players Lounge.

Danach gab ich Robert seinen Schläger zurück.

Man kann sagen, dass ich auf der Driving Range der BMW PGA Championship einen durchaus denkwürdigen Auftritt hatte.

Zum Glück konnten alle drüber lachen. Ich auch.

Ob dieses Schild in Wentworth nun abgeändert wird, weiß ich allerdings nicht.
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Screenshot Sky Deutschland

BMW Championship: The Ultimate Marketing Machine

Screenshot Sky Deutschland
Screenshot Sky Deutschland

Ich mochte die BMW Championship in der vergangenen Woche. Spannend war es (fast) bis zum Schluss und große Namen tummelten sich an der Spitze des Leaderboard. Dazu fand ich den Kampf um Platz 30 im FedEx-Ranking und damit um das letzte Ticket zum Tour-Finale in Atlanta auch nicht so uninteressant. Eine Sache ging mir aber im Laufe der Übertragungen gewaltig auf den Zeiger: BMW.

Die Automobilbauer aus Bayern haben als Titelsponsor anscheinend einen ausgefuchsten Deal mit der PGA Tour oder nutzen in den USA einfach nur ziemlich clever ihre Macht als Premium-Anzeigenkunde. Egal wie sie es geschafft haben: Die TV-Bilder des Turniers waren ein Marketingtraum – zumindest für die Marketingabteilung von BMW. Es war eine Golfversion der Pro7-Wok-WM.

Ich bin ja vieles gewohnt: Ein Auto als Hole-in-One-Belohnung, das gut sichtbar hinter der Teebox steht, adrette Stewardessen mit Regenschirm, das Logo des Sponsors an den Abschlagsmarkierungen oder auf den Caddie-Westen. Alles in Ordnung. Selbst an das unsägliche Kurzinterview mit irgendeinem Vize-Präsidenten des jeweiligen Titelsponsors habe ich mich gewöhnt. Aber BMW hat in den vergangenen vier Tagen den Vogel abgeschossen.

An Bahn 17 wurde die Motorhaube eines BMW fester Bestandteil der Übertragung und mit der Einblendung des Leaderboard gab es den Slogan der Münchner “The Ultimate Driving Machine” noch umsonst dazu. Die Hole-in-One-Karre wurde für mein Befinden ebenfalls extrem häufig gezeigt – und die Lobrede des Kommentators auf das Gefährt war eine klare Bewerbung um eine Testfahrt. Das kein Grün in einem BMW-Autohaus lag, grenzte schon an einem kleinen Wunder.

Höhepunkt der Werbeveranstaltung war jedoch der aufwändig produzierte Einspieler, in dem BMW-Nordamerika-Boss Ludwig Willisch über das gute Tun des Unternehmens schwadronieren durfte. Die zwei BMW-Filmchen auf dem offiziellen Youtube-Kanal der PGA Tour (siehe unten) wirken dagegen wie kritischer Journalismus.

Natürlich haben Titelsponsoren ein Recht darauf, dass ihre Marke ins Bild kommt – in diesem Fall wurde aber für mein Gefühl eine Grenze überschritten. BMW wurde regelrecht inszeniert und Teil des Spektakels. Und auch aus Marketingsicht halte ich die Penetranz und Penetration der Bayerischen Motorenwerke  nicht für besonders clever. In meinem Fall löst die Marke BMW seit dem Wochenende negative Gefühle aus: Als ich heute am frühen Morgen in mein Auto stieg, dachte ich für einen kurzen Moment, die Windschutzscheibe sei von Schüco.

Screenshot Sky Deutschland
Screenshot Sky Deutschland

 

BMW_Rose

BMW Championship: Nicht schon wieder Simpson!

Himmel hilf! Bitte nicht wieder Webb Simpson als Sieger! Der US-amerikanische Gotteskrieger wird mir mit seiner Form inzwischen unheimlich. Fehlt eigentlich nur noch, dass seine Bälle übers Wasser wandeln und aus Rough Fairway wird. Simpson spielte erneut eine großartige Runde und belegt mit -6 zusammen mit Mark Wilson den geteilten 2. Rang bei der BMW Championship. Auf der Platz 1 des Leaderboards steht derzeit Justin Rose mit acht Schlägen unter Par. Mal gucken, wie es weitergeht. Wahrscheinlich schießt ein Blitz vom Himmel herab und schickt den Briten in Runde 2 ins Lazarett. Und Simpson gewinnt das Ding dann …

Anbei die Highlights von Runde 1 (unten) und das Interview mit Justin Rose (oben). Kleines Detail am Rande: Man achte auf die angefressene Fresse von Zach Johnson. Keine Ahnung, warum der so bedröppelt guckt … mit -2 ist er noch gut dabei.

vinnie

BMW – The ultimate marketing machine

Es ist schon der Wahnsinn, welche Macht anscheinend BMW mit seinem Turnier in Chicago hat. Die PGA bombardiert gerade alle Kanäle mit mehr oder weniger interessanten Videos, in denen der bayrische Autohersteller extrem gut positioniert ist.  Zach Johnson fährt im BMW durchs Gelände, Rickie Fowler, Keegan Bradley (“Awesome!”) & Co dürfen auf einer Rennstrecke namens “Autobahn” im BMW rumgurken und das ProAm bekam auch eine besondere Aufmerksamkeit. Letzteres ist recht amüsant, denn es zeigt Adrien “Vinnie Chase” Grenier aus “Entourage” zusammen mit Tourspieler Kyle Stanley auf der Runde sowie den wahrscheinlich besten Pingpong-Spieler der PGA.  Aber könnt ihr selber gucken … Virale Scheiße, jetzt bin ich BMW auch auf den Leim gegangen.

PS: Wer mein Auto in den ersten 5 Sekunden des Videos findet, darf es nicht behalten.



 

tigercog

BMW Championship: Sturm auf Cog Hill

Endlich Donnerstag. Und Golf im Fernsehen. Das letzte Finale vorm großen Finale steht an: Die BMW Championship in Chicago siebt von den verbliebenen 70 Spielern noch einmal 40 aus. Nur die besten 30 in der FedEx-Cup-Tabelle dürfen dann bei der Tour Championship (22. bis 25. September) in Atlanta an den Start und sich um die 10 Millionen US-Dollar für den Sieg in der Gesamtwertung kloppen. Ein paar Spieler haben sich übrigens schon geäußert, was sie mit der Kohle machen würden. Bibeltwitterer Webb Simpson will “mehr Windeln” für sein Kind kaufen. Gary Woodland hat vor, eine golffreie Reise zu unternehmen und sich ein neues Auto zuzulegen. Matt Kuchar meint, dass er das Geld einfach verdoppelt. So, so.

Während die anderen schon vom dicken Scheck träumen, mosern einige Kollegen über den Platz der BMW Championship. Cog Hill wurde 2007 von Rees Jones umgestaltet. Die Spieler sprechen allerdings eher von einer Verunstaltung. Das Teil ist wohl extrem schwer geraten und macht nur wenig Spaß. Was allerdings auch bedeuten könnte, dass im Vergleich zu den unsäglich langweiligen Deutsche Bank Open (Birdie, Birdie, Eagle, Birdie, noch ein Birdie, Par, Eagle, Zzzzzzz!) mal wieder etwas Drama ins Spiel kommt … und somit das Turnier interessanter wird.

Tiger Woods hat in Cog Hill gefühlte 200 Mal gewonnen und dieses Mal bekanntermaßen nicht dabei. Dementsprechend verkündete jüngst die britische Presse, Luke Donald habe gesagt, dass des Tigers Era vorbei sei. Stimmt aber nicht, sagt Donald. Habe er nicht gesagt. Dem Tiger sei immer noch alles zuzutrauen.

Oben stehend finden sich noch die schönsten Momente aus der Cog-Hill-Historie. Meine Highlights sind der Sieg von Scott Verplank als Amateur und natürlich die Wood-Festspiele.

Zuguterletzt noch der Hinweis auf die Preview des Linksgolfers.