Kategorie-Archiv: Players Championship

We Are All In A Spanish Submarine!

Sergio Garcia macht den McAvoy und sichert sich den Tin Cup bei der Players Championship. Was für eine episches Finale auf dem TPC Sawgrass. Tiger Woods gewinnt am Ende – und machte es noch einmal selbst spannend. Dramatisch ist gar kein Ausdruck. Eine kleine Chronologie.


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Sky made me do it!

Manchmal möchte ich nach Unterföhring in die Sky-Zentrale fahren und Ärsche treten. Im Prinzip bin ich ein friedliebender Mensch, der in sich ruht und kleine Katzen streichelt, aber die Golf-Verantwortlichen des Bezahlsenders machen aus mir einen aggressiven Zeitgenossen gegen den John Rambo wie ein Wachturm-Verkäufer am Hamburger Hauptbahnhof aussieht.

Der Grund für diese Hulk-Mutation sind ausnahmsweise nicht das gebetsmühlenartige Geschwafel eines Carlo Knauss oder die Ich-steck-meinen-Kopf-in-deinen-Po-Interviews von Irek Myskow. Dieser Folter kann man ja meist mit dem Umstellen auf den englischen Originalton entgehen. Im Falle von Myskow hilft das zwar auch nicht, aber die 30 Sekunden überbezahlte Schleimerei gehe ich halt aufs Klo oder zum Kühlschrank. Nein, es sind die ständigen Werbeunterbrechungen, die an Willkür und Langweiligkeit nicht mehr zu überbieten sind.

Ernsthaft: Sollte ich jemals ein Fenster kaufen müssen, es wird mit Sicherheit keines von Schüco sein. Gefühlte 2000 Mal wird einem der Spot mit dem total süüüßen Mädchen in die Augen gebohrt. Wann die Scheiße versendet wird, ist dabei völlig egal. Auf das Spielgeschehen nimmt keiner Rücksicht. Danke schön!

Noch viel schlimmer sind allerdings die Rolex-Schwunganalysen. Martin Kaymer dient als Vorbild und Carlo Knauss kommentiert dessen übermenschliches Können gewohnt hölzern und mit einer bedeutungsschwangeren Dramatik gegen die ein brasilianischer Fußballreporter nur Gebärdensprache betreibt.

Knauss Schwunganalysen sind ein Festival der Phrasen und haben den Mehrwert eines platten Reifens. Der Sinn dieser mit Weltuntergangsmusik unterlegten Einspieler ist mir ein Rätsel.  Außer die Damen und Herren wollen unbedingt, dass ich nach Unterföhring komme und Ärsche trete. Diesen Wunsch kann ich ihnen sehr gerne erfüllen.

PS: Kleines Detail am Rande: Um 1.28 Uhr musste ich gestern während des Playoffs von Kanal Sky Sport HD 1 zu Sky Sport 2 wechseln. Der Grund: Wrestling hatte Vorrang.

Für mehr Abwechslung:

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Top Five: Shots of the Week

Und da sind sie wieder. Die fünf besten, genialsten, fast im Loch, voll im Loch Shots der Players Championship. Mein Favorit ist Kenny Perry auf Platz 2 mit seinem unglaublichen Eagle und dem anschließenden Satz zum Caddie: “Now this was the right club!”

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Tiger Woods: Im Schraubstock der PGA

Hui! Nachdem ein Golfchannel-Analyst live und laut vernehmbar im TV räusperte, dass Tiger Woods nur auf der Druck der PGA Tour an der Players Championship teilgenommen hat, hängt der Haussegen tief. Insbesondere nachdem der Tiger nach neun Löchern am ersten Tag aufgab und sich humpelnd vom Acker machte. Die PGA Tour rief laut Steve Elling von CBS (man beachte auch das Tiger-Bashing) beim Fernsehsender an und beschwerte sich bitterböse. Währendessen machte Verbandsboss Tim Finchem am Sonntag keine gute Figur bei der Players-Pressekonferenz als man ihm zu den Gerüchten ein paar Fragen stellte. Hier die entsprechenden Passagen aus dem Protokoll:

Q. You were on CNBC on Thursday talking about the incident with Tiger and being forced to play here.
TIM FINCHEM: I’m answering questions.

Q. I’ll ask you a question. It seems like irrespective of Tiger, it’s not unusual for the commissioner to contact players to see if they’re going to play in an event or try to tell them how important it is to play in an event, is it?
TIM FINCHEM: Well, I think the question that was put to me, and I’ll answer the question that was put to me, it’s been rumored that I pressured Tiger Woods to play in the tournament, and my response was no, I did not do that.

Q. Can you answer my question, then?
TIM FINCHEM: We communicate with players all the time with weak fields, weak field events, and we encourage players to move their schedule around and try to include a weak field. We never go to a player and say, would you please, please, please play this event, this event or any other event, ever, and I don’t recall ever talking to any player in my tenure about whether or not they were going to play THE PLAYERS Championship unless they came to me and said, I want you to know I’m not playing THE PLAYERS Championship or I want you to know how delighted I am that I am going to play THE PLAYERS Championship. I hope that sets the record straight.

Q. You seem to have been put off by the situation that you would twist Tiger’s arm to play when he might be hurt.
TIM FINCHEM: Well, it’s not about him, it’s any player. It’s any player. I don’t twist players’ arms, and as far as Tiger being hurt, guys, that’s a decision he has to make, and I had no information that he wasn’t ready to play golf. I don’t think anybody did. I don’t think he did. I was on the range with him for a half an hour on Tuesday. He was hitting it really well. He went and played nine holes, and he didn’t have a problem. He played the next day, he didn’t have a problem. He stayed on the range that day, he didn’t have a problem. So it’s all nonsense as far as I’m concerned, and I don’t want to talk about it anymore.

Das sieht nach einem kleinen Rosenkrieg aus.

collapcegmac

Players Championship: McDowell macht den McIlroy

UPDATED Der nach drei Tagen führende Graeme McDowell brach auf der Finalrunde der Players Championship ein und spielte eine furchtbare 79er Runde. Vielleicht hätte er auch Abend vorher doch in den Pub statt um 22 Uhr ins Bett gehen sollen. Gewonnen hat KJ Choi, der sich im Stechen am 17. Loch  gegen David Toms durchsetzte.

Martin Kaymer spielte eine Achterbahn-Even-Par-Runde und plumpste auf den geteilten 19. Platz. Für den gab es immerhin noch 107.214 US-Dollar und 28 Cent Preisgeld.

Round 4 Recap: 2011 PLAYERS Championship

UPDATE: Neues Video

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Players Championship: Kaymer ist dran

Mist. Da guckt man einmal den Eurovision Song Contest und schon spielt Martin Kaymer groß auf. Habe ich leider verpasst. Macht nix, dafür gucke ich heute abend. Kaymer liegt mit nur drei Schlägen hinter Graeme McDowell, der das Leaderboard mit 11 unter Par anführt. Der Finaltag wird also spannend. Insbesondere, da die dritte Runde aufgrund von Regen gestern nicht planmäßig beendet wurde. Sowohl Kaymer als McDowell konnten ihre Runden nicht beenden.

Ian Poulter wollte diesem Schicksal entgehen und fing deshalb auch plötzlich mit dem Rennen an. Der Brite wurde zum Aushängeschild für zügiges Spiel. Außerdem fiel ein Sack Reis in China um sprang eine Schildkröte ins Wasser. Es gab aber auch noch ein paar richtige Highlights .

Ian Poulter tries speed golf to finish round 3 of THE PLAYERS

Round 3 Recap: 2011 The PLAYERS

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Players Championship: Freitag, der 13.

Gestern war kein guter Tag für Titelverteidiger Tim Clark. Der Südafrikaner musste verletzungsbedingt aufgeben. Allerdings zeigte er sich generös und spendierte dem gesamten Pressezelt sowie den 1500 freiwilligen Helfern der Players Championship leckere Cupcakes. Chapeau!

In Führung liegt David Toms mit 10 unter Par.   Der ist immerhin 10 Jahre jünger als Mark O’Meara, der in Runde 1 so sensationell aufspielte und gestern jedoch eine 74 ablieferte. Der Golfrentner purzelte vom dritten auf den geteilten 23. Rang.

Martin Kaymer spielte “even par”. Damit liegt er mit -5 auf dem geteilten 17. Platz.

Michael Bradley hatte dem Datum angemessen gestern ein wenig Pech. Dem US-Amerikaner flutschte der Driver nach einem feuchten Pull-Hook am Abschlag von Loch 7 aus den Händen. Der Schläger landete im Wasser. Mit der Hilfe eines wagemutigen Fans konnte das gute Stück wieder ins Trockene gebracht werden. Zum Dank gab es von Bradley einen signierten Handschuh und von Oosthuizens Caddie einen Ball. Ach ja, und natürlich 15 Minutes of Fame.

Anbei die filmische Aufarbeitung des “Rescue Drivers”:

Fan helps retrieve driver in Round 2 of THE PLAYERS

Und natürlich die Higlights des 2. Tages:

Round 2 Recap: 2011 PLAYERS Championship

markplayers

Players Championship: Ein-Mann-Rentner-Gang

Der 54-jährige Mark O’Meara  war gestern der Star der Players Championship. Mit 6 unter Par spielte er sich am ersten Tag auf den geteilten dritten Rang und zeigte den jungen Hüpfern mal, was ein echter Golfer ist. “Ich weiß, ihr seid alle geschockt”, sagte der Senior im Anschluss an seine traumhafte Runde. Dafür musste er sich von einigen Journalisten fragen lassen, ob er tatsächlich alle Löcher gespielt hatte und von den weißen Abschlägen gestartet war. 

Auf Platz 1 liegt derzeit Nick Watney mit – 8, gefolgt von Lucas Glover mit -7. Martin Kaymer erwischte einen sehr guten Start und liegt mit 5 unter Par auf dem geteilten vierten Platz. Damit befindet er sich unter anderen in Gesellschaft von Graeme McDowell (der einen genial-komischen Bunkershot fabrizierte), Rory Sabbatini und Alvaro Quiros.

Die Nachricht des Tages war natürlich die verletzungbedingte Aufgabe von Tiger Woods nach 9 Löchern. Siehe hierzu:

Anbei die Highlights der ersten Runde.

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Wer den Schaden hat …

Tiger Woods humpelte gestern bei der Players Championship nach seiner stark verkürzten Auftakt-/Finalrunde Graeme McDowell über den Weg. Und der Kollege hatte nichts besseres zu tun, als gleich mal zwei Tweets abzusetzen, die man schon jetzt als legendär bezeichnen darf. Aber schaut selber …

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Tiger Woods – Everybody’s Asshole

“Die Geier kreisen schon!” Wann immer ein fliegender Vogel in Großaufnahme während eines PGA-Turniers gezeigt wird, besteht eine 90-prozentige Chance, dass irgendeiner der TV-Kommentatoren dieses gut abgehangene Witzchen vom Stapel lässt. Diese Woche hat der bärtige Spruch jedoch zum ersten Mal seine Berechtigung. Die Geier kreisen über der Players Championship. Sie alle warten darauf, endlich auf Tiger Woods einzuhacken.

Sex-Skandal, Scheidung, keine Siege und jüngst nun wieder eine Verletzung am Knie. Statt auf Platz Nummer 1 steht der ehemals allmächtige Golfgott auf Rang 8 der Weltrangliste. Tiger Woods ist am Boden. Und da tritt man gerne nach. Zumindest die US-Journalisten wittern Morgenluft beziehungsweise Blut und stürzen sich auf den angeschlagenen Tiger.

Jahrzehntelang waren die Medien vom Wohlwollen Woods abhängig. Dieser sorgte nicht nur für einen Anstieg der Preisgelder auf der PGA Tour, sondern auch für höhere Einschaltquoten, Auflagenzahlen und ein größeres Anzeigenvolumen.  Und der Ausnahmegolfer war sich seiner Ausnahmestellung durchaus bewusst. Wer es wagte, den Tiger zu kritisieren, durfte sich schnell seiner kalten Schulter gewiss sein. Eine Hofberichterstattung war die Folge. Doch die gehört nun der Vergangenheit an.

Man kann den Eindruck gewinnen, dass die US-Sportjournalisten ihm derzeit mit Wonne die Rechnung für all die Jahre der Frohndienste präsentieren. Hätte Woods nach dem Sex-Skandal sofort nahtlos an seine früheren Leistungen anknüpfen können, wäre wahrscheinlich alles wie bisher weitergelaufen. Doch die Erfolge blieben aus.

Seine Aura sei beim Master gestorben, schreibt beispielsweise Cameron Morfit vom GOLF Magazine, der neulich schon das Ende der Karriere Woods prophezeite. Auch Ron Sirak vom GolfDigest glaubt nicht mehr daran, dass die ehemalige Nummer 1 ein weiteres Major gewinnen wird.  Und der schottische Golfjournalist John Huggan lästert über Twitter. Nur eine kleine Auswahl für das Tiger-Bashing, das gerade in Mode kommt und für das nicht mehr viel Mut notwendig ist.

Natürlich ist Woods nicht ganz unschuldig an dem Shitstorm, der ihm gerade ins Gesicht bläst. Diverse PR-Disaster wie sein kläglicher Versuch, die Medien nach dem Sex-Skandal zu kontrollieren, oder das Post-Round-Interview mit CBS-Reporter Bill Macatee beim Masters heizen die Stimmung gegen ihn noch an. Und Woods wird immer dünnhäutiger.

Der Tiger wirkt auf Pressekonferenzen und in Interviews angespannt. Hinter jeder Frage vermutet er anscheinend einen Hinterhalt. Fragen nach seiner Leistung oder Form werden pampig beantwortet. Selbst seine Entourage verliert langsam die Kontrolle, die sie so lange erfolgreich auf die Medien ausgeübt hat.

Woods Schwungtrainer, Sean Foley, flippte diese Woche in einer irischen Radioshow aus und ging Bubba Watson an (Wer es im O-Ton hören möchte, hier der Link zur Show: Tuesday, Part 2, ab 13 Min.). Dieser hatte es gewagt in eine TV-Kamera zu sagen, dass Tiger mental irgendwie auf dem Holzweg sei.

Tigers ausführlicher Twitter-Ausflug (sehr schön von Kiki bei E13 beschrieben) ist wohl als verzeifelter Versuch zu werten, seine Fans zu mobilisieren und die Stimmung wieder zu seinen Gunsten zu kippen. Oder zumindest ein wenig Zuspruch und warme Worte zu ernten.

Fakt ist: Die US-Sportpresse steht bei der Players Championship schon in den Startlöchern, um dem einst über den grünen Klee gelobten Helden wieder einen überzubraten. Sollte Woods erneut im Mittelmaß landen oder den Cut nicht schaffen, ist ihm der Spott gewiss. Sollte Woods allerdings gewinnen … dann ist das eigentlich noch besser. Denn nichts lässt sich so gut verkaufen wie ein ordentliches Comeback.

NACHTRAG: Tiger Woods hat nach 9 Löchern in der ersten Runde aufgegeben. Smithers, lassen Sie die Hunde los!