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Die hundert Löcher von Hamburg ODER HuLoPo 2013 – Golf Extrem

“Es ist einfach schön, den ganzen Tag Golf zu spielen.” Teilnehmer beim HuLoPo

Mehr muss man eigentlich auch nicht über den legendäre 100-Loch-Pokal im GC Falkenstein sagen. Sven Henig hat einen wunderschönen Film über diese Institution im Hamburger Golfleben gedreht. Verdammt geil. Ich wünschte, mein Handicap würde den Anmelderegularien gerecht werden. Dann wäre ich auch dabei.

Hier nun aber der Film. Seht selbst.

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Road To Portugal ODER Arne will es wissen

Für einen kurzen Moment ist Arne Gebhardt an diesem Abend in der Hamburger Golflounge schon ganz Profi. Auf die Frage, was passieren würde, wenn er 2015 die Spielberechtigung für die European Seniors Tour in der Tasche hat, gibt es zunächst eine klassische Sportstudio-Antwort. “Ich will mich nicht damit beschäftigen, wenn ich noch nicht einmal für die Qualifying School spielberechtigt bin”, sagt er.

Aber natürlich hat er sich damit schon beschäftigt. “Am 8. Juli 2015 werde ich 50. Das ist direkt vor den British Open der Seniors”, erzählt Arne. “Und ich hab dann überhaupt nur fünf oder sechs Turniere, die ich dann spielen darf.”

Und die würde er alle spielen. Koste es, was es wolle. “Im Zweifel leihe ich mir die Kohle. Die Chance kriegst du auch nie wieder.” Recht hat er. So würden wir alle es wahrscheinlich auch machen.

Audio: Wie Arne auf die Idee mit der Senior Tour kam

Fast jeder Golfer hat schon mal davon geträumt, als Profi auf der Tour sein Geld zu verdienen. Und die meisten Spätstarter denken dabei meist an die European Senior Tour, auf der man ab dem honorigen Alter von 50 Jahren aufteen kann. Die Preisgelder sind dort nicht üppig, aber in den Top Ten schon lukrativ. 2015 will Arne Gebhardt hier spielen.

Allein um zur Q-School zugelassen zu werden, muss er Handicap -1 oder besser erreichen. Im Moment steht er bei -1,6. “Es ist ein Experiment”, sagt der 48-jährige Vermögensberater. Ihn treibt nur eine Frage an: “Ist das machbar oder ist das völliger Quatsch?”

Arne hat spät im zarten Alter von 29 mit dem Golfen begonnen. “Fast genau vor 20 Jahren”, sagt er. Der Enstieg in den Sport fiel ihm leicht. “Ich habe Hockey gespielt”, erzählt Arne – und wer seinen Schwung sieht, kann diese Vorbelastung noch immer deutlich erkennen. Wenn der Single-Handicapper auf den Ball haut, schaut es nicht immer schön aus, aber Arnold Palmer hat schließlich auch nie Preise für seinen grazilen Schwung gewonnen.

Doch das ist nicht das einzig Ungewöhnliche an Arnes Technik: “Ich habe noch ne zweite Macke”, gesteht er.  “Ich spiele einen extremen Draw mit meinen Wedges.” Für diese Bogenlampen muss er sich deshalb extem weit rechts ausrichten.

Den Wunsch, seinen Schwung herkömmlichen Schönheitsidealen anzupassen, hat Arne bislang nicht verspürt. “Ich habe auch so immer mein Handicap verbessert”, sagt er. Als Beispiel führt er seine Chiptechnik an. “Da stemme ich tatsächlich meinen rechten Ellbogen in den Körper und schwinge nicht frei.” Sein Trainer habe wochenlang versucht, ihm das abzugewöhnen.  “Aber ich habe dann einfach nur scheiße gechippt.”

Arnes Bogenlampe in Zeitlupe

Trainieren muss er jetzt trotzdem wie ein Tier. Punktuelle Hilfe kriegt der Mannschaftsspieler von den Pros in seinem Golfclub Wendlohe. “Jetzt erst mal die Deutschen Jung-Senioren-Meisterschaften bei uns auf der Anlage und dann die Europameisterschaft Bulgarien”, sagt Arne zu seinen Prioritäten. “Diese beiden Dinger muss ich ordentlich durchziehen.” Ob er dann im August, September oder erst im Oktober das 1,0-Handicap knackt, ist ihm “scheißegal”. 60 bis 70 vorgabenwirksame Turnier möchte er 2014 spielen.

Im November will Arne dann zwei Wochen ins Trainingslager düsen, so viel durchspielen wie es geht und dann so früh wie möglich nach Portugal fliegen. Dort hat er sogar einen kleinen Heimvorteil. “Die Tour lässt Wünsche in Sachen Platz für die Pre-Quali zu”, erklärt Arne. “Ich könnte auf meinem Lieblingsplatz die Pre-Quali und auf meinem Zweitlieblingsplatz das Finale spielen” Den Gramacho-Kurs  besuche er fünf bis achtmal im Jahr – und das seit den letzten 20 Jahren.

“Ich hab da schon unter Par gespielt. Allerdings von gelb oder weiß und bei der Tour wird von Schwarz abgeschlagen”, sagt Arne.  “Aber das ist nicht schlimm, denn der Platz ist von Schwarz nicht lang. Er ist von Gelb eher kurz.”

Angst hat er nur von den Grüns. “Ich habe acht Tage nach dem Finale auf dem Platz gespielt und die Dinger waren richtig schnell”, berichtet der Hamburger. “Da ist nicht nur das Putten schwerer, sondern auch das Chippen und die Bunkerschläge.”

Arnes Taktik für die Q-School: Nicht mit Gewalt die langen Drives versuchen, sondern sicher auf Wedge-Reichweite schlagen. Da sei er gut und lege die Teile regelmäßig nah an die Fahne. “Das ist immer ein sicheres Par.” Seine Schwächen sieht Arne beim  Putten und den langen Eisen. “Auch aus dem Bunker ist noch Luft nach oben.”

Infografik: So kriegt man die TourkarteInfografikEST

 

Arne ist selbsständig und hat meist eine 40-Stunden-Woche, die er sich frei einteilt. “Der Rythmus existiert seit 20 Jahren”, sagt er. Volle Rückendeckung für sein Projekt kriegt er von seinen drei Kinder und der Freundin. Was fehlt, sind noch Sponsoren.

“Es gibt viele Gespräche und extrem gutes Feedback”, sagt Arne zu dem leidigen Thema.  “Und ich hoffe, dass in den kommenden vier Wochen auch was dabei rumkommt – und zwar nicht nur kostenlose Bälle.”

Aber nicht alle Mitmenschen finden sein Projekt lobenswert. “Dem einen oder anderen wird es wahrscheinlich auf den Sack gehen und in meiner Mannschaft gibt es da zwei oder drei, die das nicht so witzig finden – und die sich wahrscheinlich auch zu Recht für bessere Golfer halten”, berichtet Arne. “Aber das ist mir völlig egal.”

Ganz am Anfang seines Projekts fragte ihn ein Freund: “Willst du dich wirklich zum Gespött im Club machen, wenn es nicht klappt?” Arne hat darüber kurz nachgedacht – und schnell eine Antwort darauf gefunden: “Sollte ich das Handicap oder die Tour nicht schaffen, ist das auch nicht schlimm. In einem Jahr hat man in diesem Fall meinen Namen eh wieder vergessen.” Die einzigartigen Erfahrungen dieser Zeit könne ihm jedoch keiner mehr nehmen.

Arnes Facebook-Seite für das Projekt 2015

The Rambler rules the Sea

Real McCoy: Sundowner auf dem Golfplatz Lutzhorn

Er ist tatsächlich einer meiner Lieblingsplätze in Deutschland: der 18-Loch-Kurs in Lutzhorn. Zugegeben, die Anlage in der Wallachei nahe Elmshorn genießt nicht den besten Ruf bei uns in der Gegend. Die Grüns seien scheiße, die Fairways ungepflegt und das Publikum sei auch nicht das beste, heißt es allgemein. Die würden ja jeden auf den Platz lassen und dementsprechend würde der Acker auch aussehen.

Nun ja. Die Grüns gewinnen wirklich keine Schönheitspreise und die Bahnen könnten mal ein wenig häufiger gemäht werden. Das stimmt. Außerdem würde den Bunkern ein wenig frischer Sand gut stehen. Tja, und das Publikum? Zu denen gehöre ich. Lutzhorn ist einfach der absolut beste Platz, wenn man mit seinen Graugolfer-Freunden problemlos eine entspannte Runde spielen möchte. Denn es stimmt: Hier darf jeder auf den Abschlag – auch ohne DGV-Ausweis mit Hologram. Und das ist auch verdammt gut so.

Schlimme Hacker, die sich wie Mitglieder der hunnischen Golfnationalmannschaft aufführen und den Platz verwüsten, sind mir hier noch nicht begegnet. Dafür aber eine Menge Typen in Jeans und T-Shirt, die auch mal auf der Runde ein kaltes Bier trinken. Oder  ein paar Neueinsteiger wie meinen Cousin samt Kumpels, die eine richtige Runde spielen wollen, ohne gleich irgendwo Mitglied sein zu müssen. Entspanntes Feierabend-Golf halt. Der Preis für das Vergnügen ist sowieso unschlagbar:  20 Euro kostet eine Runde nach 16 Uhr an Wochentagen. 35 Euro ist der Standardtarif (WE 45 Euro bzw. 25 Euro ab 16 Uhr).

Außer der entspannten Club-Attitüde und dem extrem günstigen Preis gibt es allerdings einen noch viel besseren Grund, um nach Lutzhorn zu fahren: das Coursedesign. Bahn Nummer 1 zählt wohl zu den schwierigsten Eröffnungen der Region (angeblich hat Darren Clarke hier den Ball mal aufs Grün gedrivet) und die Löcher 10, 11 und 12 sind ein Triptychon des schmuddeligen Golfporns. Die drei Bahnen verlaufen idyllisch rund um einen Baggersee – und sind spielerisch eine Wucht. Darüberhinaus gibt es zahlreiche Löcher, die dank enger Fairways, blinder Schläge und klitzekleiner Grüns  richtig Laune bringen. Natürlich gibt es auch ultra-langweilige Bahnen (2,3, 16-18), die so gar nix zu bieten haben. Aber die haben ja auch die meisten anderen Clubs im Programm.

Das inoffizielle Clubhaus der Sundowner ist übrigens auch nicht schlecht: der Burger King an der A 23, Ausfahrt Tornesch. Bier gibt es an der Tanke nebenan. Weltklasse.

Anbei ein paar Bilder meiner vergangenen Runde mit den lieben Kollegen und dem Rambler (Abbruch wegen Dunkelheit an Loch 15, die Grüns waren tiptop). Fast alle liebevoll mit der iPad-App Instagram verschandelt. Ich mag sie trotzdem.

Loch 12, Par 4: Der Drive muss über den See. Der Rambler hat die Tigerline.
Loch 8, Par 4: Ein klitzekleines Grün mit Hang nach hinten.
Loch 1, Par 4: Extrem schmales Grün. Links, rechts, vorne, hinten – alles scheiße.

 

Loch 4, Par 3: Vom Abschlag knapp 200 Meter bis zur Grünmitte. Da darf man auch mal im Bunker liegen.
Loch 10, Par 4: Eigentlich eine einfache Angelegenheit. Wenn da nicht der See rechts und das Aus links wäre.
Loch 11, Par 3: Zur Abwechslung mal ein riesiges Grün.
Loch 13, Par 5: Blaue Stunde ganz ohne Instagram.
Hier kreuzen Bahn 13 und 14: Nach Loch 15 war aufgrund der Dunkelheit dann Schluss.