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The Rambler rules the Sea

Real McCoy: Sundowner auf dem Golfplatz Lutzhorn

Er ist tatsächlich einer meiner Lieblingsplätze in Deutschland: der 18-Loch-Kurs in Lutzhorn. Zugegeben, die Anlage in der Wallachei nahe Elmshorn genießt nicht den besten Ruf bei uns in der Gegend. Die Grüns seien scheiße, die Fairways ungepflegt und das Publikum sei auch nicht das beste, heißt es allgemein. Die würden ja jeden auf den Platz lassen und dementsprechend würde der Acker auch aussehen.

Nun ja. Die Grüns gewinnen wirklich keine Schönheitspreise und die Bahnen könnten mal ein wenig häufiger gemäht werden. Das stimmt. Außerdem würde den Bunkern ein wenig frischer Sand gut stehen. Tja, und das Publikum? Zu denen gehöre ich. Lutzhorn ist einfach der absolut beste Platz, wenn man mit seinen Graugolfer-Freunden problemlos eine entspannte Runde spielen möchte. Denn es stimmt: Hier darf jeder auf den Abschlag – auch ohne DGV-Ausweis mit Hologram. Und das ist auch verdammt gut so.

Schlimme Hacker, die sich wie Mitglieder der hunnischen Golfnationalmannschaft aufführen und den Platz verwüsten, sind mir hier noch nicht begegnet. Dafür aber eine Menge Typen in Jeans und T-Shirt, die auch mal auf der Runde ein kaltes Bier trinken. Oder  ein paar Neueinsteiger wie meinen Cousin samt Kumpels, die eine richtige Runde spielen wollen, ohne gleich irgendwo Mitglied sein zu müssen. Entspanntes Feierabend-Golf halt. Der Preis für das Vergnügen ist sowieso unschlagbar:  20 Euro kostet eine Runde nach 16 Uhr an Wochentagen. 35 Euro ist der Standardtarif (WE 45 Euro bzw. 25 Euro ab 16 Uhr).

Außer der entspannten Club-Attitüde und dem extrem günstigen Preis gibt es allerdings einen noch viel besseren Grund, um nach Lutzhorn zu fahren: das Coursedesign. Bahn Nummer 1 zählt wohl zu den schwierigsten Eröffnungen der Region (angeblich hat Darren Clarke hier den Ball mal aufs Grün gedrivet) und die Löcher 10, 11 und 12 sind ein Triptychon des schmuddeligen Golfporns. Die drei Bahnen verlaufen idyllisch rund um einen Baggersee – und sind spielerisch eine Wucht. Darüberhinaus gibt es zahlreiche Löcher, die dank enger Fairways, blinder Schläge und klitzekleiner Grüns  richtig Laune bringen. Natürlich gibt es auch ultra-langweilige Bahnen (2,3, 16-18), die so gar nix zu bieten haben. Aber die haben ja auch die meisten anderen Clubs im Programm.

Das inoffizielle Clubhaus der Sundowner ist übrigens auch nicht schlecht: der Burger King an der A 23, Ausfahrt Tornesch. Bier gibt es an der Tanke nebenan. Weltklasse.

Anbei ein paar Bilder meiner vergangenen Runde mit den lieben Kollegen und dem Rambler (Abbruch wegen Dunkelheit an Loch 15, die Grüns waren tiptop). Fast alle liebevoll mit der iPad-App Instagram verschandelt. Ich mag sie trotzdem.

Loch 12, Par 4: Der Drive muss über den See. Der Rambler hat die Tigerline.
Loch 8, Par 4: Ein klitzekleines Grün mit Hang nach hinten.
Loch 1, Par 4: Extrem schmales Grün. Links, rechts, vorne, hinten – alles scheiße.

 

Loch 4, Par 3: Vom Abschlag knapp 200 Meter bis zur Grünmitte. Da darf man auch mal im Bunker liegen.
Loch 10, Par 4: Eigentlich eine einfache Angelegenheit. Wenn da nicht der See rechts und das Aus links wäre.
Loch 11, Par 3: Zur Abwechslung mal ein riesiges Grün.
Loch 13, Par 5: Blaue Stunde ganz ohne Instagram.
Hier kreuzen Bahn 13 und 14: Nach Loch 15 war aufgrund der Dunkelheit dann Schluss.
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Why does it always rain on me?

Irgendjemand sagte gestern “British-Open-Wetter” und auf einmal standen wir reflexartig um kurz nach 19 Uhr am ersten Abschlag des Golfclub Lutzhorn. Der Nieselregen hätte eigentlich laut Wetterbericht schon zwei Stunden früher von dannen ziehen sollen, stattdessen wurde er schlimmer. Dazu kam noch ein laues Orkanwindchen. Kurzum: Wir fühlten uns wie auf einem Golftrip durch die Autowaschanlage. Nur ohne Trockenwachs.

Natürlich hatte keiner von uns dreien Bekloppten eine anständige Regenbekleidung. Einer meiner Kumpels spielte sogar ohne Handschuh. “Ich spiele immer ohne Handschuh”, sagte er. Nachdem ihm zweimal das Eisen mit voll Karacho im Stile einer fliegenden Guillotine entglitten war und diese mehr Meter als der Ball machten, überdachte er seine Einstellung noch einmal.

Da ich trotz dem Zorn der Natur ein Par auf der ersten Bahn gespielt hatte, reifte in mir der Gedanke, dass ich ab sofort immer bei Schietwetter spielen würde. Ich revidierte meine Meinung im Laufe des Abends. Eigentlich gingen nur die aufgeteeten Abschläge ganz gut, der Rest war Not und Elend. Meinen beiden Flightpartnern ging es – mit Ausnahme der laut Statistik üblichen Wunderschläge – ähnlich.

Aus gegebenen Anlass deshalb hier nun der längste Golfnerd-Post mit den meisten Videos aller Zeiten. Andy, Schütt … dies hier ist nur für euch. SO spielt man während des Armageddon bzw. bei Wind & Regen.  Nichtsdestotrotz: Danke fürs In-den- Geburtstag-Golfen, hat derbe Spaß gemacht.