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whatsbag

Ihr geht mir auf den Sack!

What’s in your bag? Diese Frage stellt inzwischen jedes Golfmagazin und jede Golfwebseite irgendwelchen Tour-Pros in Bezug auf ihr Equipment. Ehrlich gesagt: Die Antworten interessieren mich nicht. Ich will nicht wissen, was Luke Donald in seiner Tasche trägt. Oder Jason Day. Oder gar Ricky Fowler. Es ist mir reichlich egal, ob die Jungs mit Callaway, Titleist, Cobra oder Topflite spielen, denn diese Information hat weder einen Mehr- noch einen Unterhaltungswert. Und in vielen Fällen ist das Ganze noch nicht einmal überraschend: Die meisten Profis tragen die Antwort auf ihren lustigen Golfkappen.

Sobald irgendeine Nase ein Turnier gewinnt, wird sofort publiziert, was der Kerl in seinem Bag hatte. Daher weiß ich dank Golf.com nun, dass Heritage-Sieger Brandt Snedeker mit einem TaylorMade Burner SuperFast (10.5°) mit Fujikura Morore F1 2.0-Schaft abschlägt, Bridgestone-Tourstage-GR-C-1-Eisen spielt, ein Bridgestone- (54 Grad) sowie ein Cleveland-Wegde (60 Grad) hat und mit dem Oyssey White Hot XG Rossie seinen Bridgestone B330-S-Ball puttet. Aha. Und nun?

Nun soll man sofort in den Pro-Shop rennen oder im Internet einfach auf den entsprechenden Link klicken und sich den ganzen Scheiß pronto kaufen – schließlich hat Brandt Snedeker damit ein PGA-Turnier gewonnnen. Ergo kann jeder mit all diesen Schlägern und dem Ball auch  Turniere gewinnen. Wer so einen Mist glaubt, der sollte sein gesamtes Golferleben lang mit einem Starterset von Tchibo spielen müssen.

Die “What’s in your bag”-Frage dreht sich nicht um die Golfbags der Tourspieler, sondern um die Brieftaschen der Amateure, denen so das Geld für neues Equipment rausgeleiert werden soll. Nicht nur diejenigen, die schon mal auf einem Turnier der PGA oder European Tour waren und die dicken Trucks von Taylormade, Ping und Konsorten gesehen haben, sollten allerdings inzwischen wissen, dass die Pros nicht mit handelsüblichen Schlägern spielen, sondern über extrem gefittetes Material verfügen.

Snedekers Driver hat mit dem gleichnamigen Modell aus dem Kaufhaus soviel gemein wie Crystal Meth mit einem Päckchen Brausepulver. Nicht zu vergessen, dass Abschläge nicht zwangsläufig gerader werden, nur weil man sich den TaylorMade Burner SuperFast (10.5°) zulegt. Eine Erkenntnis, die manchem Amateurgolfer bislang jedoch nicht gekommen zu sein scheint. Schließlich vergeht kein Turnier, bei dem nicht irgendeiner meiner Mitspieler die Schuld für den Slice beim Driver und nicht bei seinem Schwung sucht.

Mir wäre es lieber, die Golfmedien würden häufiger “What’s on your mind?” fragen, anstatt ständig dieses bescheuerte Marketingspielchen zu veranstalten.

Bleibt abschließend nur noch eine Frage: What’s in my bag (ProAce)? 

Driver:
Nike Sasquatch SQ 460 (10.5 Grad)

Eisen:
Nike Slingshot 0SS 5,6,7,9, PW Stahlschaft (Eisen 8 neulich irgendwo verloren, Eisen 4 an einer Birke vergessen und es gab keinen ehrlichen Finder), Eisen 4 mit Stahlschaft von irgendeinem Billighersteller

Wedge:
No-Name-Lobwedge (60 Grad), für 30 Euro im Lagerverkauf erstanden 

Hölzer:
Bayhill 3, 5, 7 (keine Ahnung wie die genaue Modellbezeichnung ist, waren in meinem allerersten Schlägersatz)

Putter:
Nike OZ 4

Erspielte Preise: Kaffeemaschine (macht 1-A-Latte), Wochenende Robinson Club Fleesensee, Golfschuhe, Rotwein, Rotwein, Rotwein, Schlägerfitting in Dänemark (Gutschein verfallen), diverse Proshop-Gutscheine, Rotwein, Bälle, Handschuh. Und noch mehr Rotwein.

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Kaymer, who the fuck is Kaymer?

Aus den Augen, aus dem Sinn. Kaum hat Lee Westwood nach dem Sieg auf einem eher bescheiden besetzten Turnier der Asia Tour den ersten Platz in der Weltrangliste errungen, entbrennt unter US-Journalisten die Diskussion, wer diese Ehre eigentlich verdient hat. Der Name Martin Kaymer fällt dabei nur selten bis überhaupt nicht. Die meisten Experten finden, dass Luke Donald die Nummer 1 sein sollte. Der war am Wochenende kurz davor, diesen Spot zu erobern, doch Donald verlor beim Hertitage gegen Milchschnitten-Boy Brandt Snedeker im Playoff  - und die Punkte reichten nicht für die Tabellenspitze.

Acht Wochen war Kaymer ganz oben, doch das scheint nicht zu zählen. Nicht einmal der Umstand, dass der Mettmanner dieses Wochenende überhaupt nicht angetreten ist und damit auch keine Punkte für das Ranking sammeln konnte.

Erschreckend ist meiner Meinung nach, welchen schwachen Eindruck Kaymer anscheinend bei der Fachpresse in den USA bislang hinterlassen hat. Ein Grund hierfür ist natürlich das erneute miese Abschneiden beim Masters. Ein anderer könnte die fehlende Präsenz auf der PGA Tour sein. Nichtsdestotrotz: Von den Kollegen in den Vereinigten Staaten hätte ich ein wenig mehr Sachverstand erwartet. Dass Kaymer demnächst wieder auf der Eins stehen könnte, halte ich nicht für abwegig – und schon überhaupt nicht für unverdient.

Hier mal ein Beispiel für die Luke-oder-Lee-oderCharl-aber-Kaymer-nie-gehört-Diskussion.

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Poulternormal Activity

Manche Geschichten sind zu schön, um wahr zu sein. Ian Poulter schwört doch tatsächlich felsenfest, dass es in seinem auf Hilton Head Island gemieteten Haus gespukt hat. Das ganze Grausen durfte man auf Twitter live verfolgen. Er flehte sogar John Daly an, den Geisterjäger zu spielen. Meiner Meinung nach hätte Poulter einfach eines seiner furchtbaren Outfits anziehen müssen … die sind so gruselig, dass sie eigentlich jeden Spuk sofort vertreiben.

Hier kann man noch einmal eine schöne Zusammenfassung der Tweets lesen.

traumflight

The Heritage: Highscorer Madness!

Oh. Mein. Gott. Die Organisatoren des Heritage auf Hilton Head Island haben meinen absoluten Traumflight zusammengestellt. Der “King of  Trailertrash”, John Daly (1998: 18 Schläge auf einem Par-5 in Bay Hill), spielt zusammen mit dem “Prince of Hackness”, Kevin Na (Vergangene Woche: 16 Schläge auf einem Par-4 in San Antonio). Komplettiert wird diese einmalige Gruppe mit dem “Master of Style”, Jesper Parnevik. Herrlicherweise haben die drei Herren auch noch die erste Startzeit um 7.20 Uhr am Morgen erwischt. Das bedeutet allerdings auch, dass wir auf der ersten Runde von diesem Tin-Cup-Gedächtnisflight nur wenig bis überhaupt nichts auf Sky zu sehen bekommen. Verdammt! Dabei wäre es doch interessant zu beobachten, ob Big John so früh bereits “fit” ist und ob Jesper Parnevik dem Mann neue Hosen verkaufen kann.

Apropos neue Hosen. Tarnhosenträger Boo Weekley ist ebenfalls am Start. Der Mann des einfachen Volkes konnte das Turnier bereits zweimal hintereinander gewinnen (2007, 2008) - und ist nicht nur Publikums-, sondern auch Golfnerd-Liebling.  Siehe Youtube-Video am Ende dieses Posts.

Die Vorfreude auf das PGA-Turnier, das derzeit händeringend nach einem neuen Titelsponsor sucht und vom Aus bedroht ist, ist meinerseits also gewaltig. Insbesondere freue ich mich schon auf die Siegerehrung, denn der Champ muss bekanntlich den hässlichen Bruder des edlen Zwirns aus Augusta überstreifen. Das karierte Jacket bringt wirklich die Augen zum Bluten. Boo stand es allerdings recht gut. Und auch Daly würde das Teil zumindest optisch gut passen.

steele

Texas Valero Open: The Man of Steele

Man möge mir das Supermann-Wortspiel in der Überschrift verzeihen, aber nachdem in den US-Medien ständig von den “nerves of steele” – den Nerven aus Stahl(e) – gefaselt wurde, war mir nach etwas Abwechslung zumute. Brendan Steele gewann die Texas Valero Open. Der PGA-Neuling sicherte sich mit einem Gesamtergebnis von -8 seinen ersten Turniersieg knapp vor Blondschopf Charley Hoffman. 

Freuen wir uns jetzt schon mal auf  kommende Woche. Dann macht die PGA-Tour Halt auf Hilton Head Island für das “Heritage”. Und dann sehen wir endlich wieder einen schönen Golfplatz.

Hier kann man sich schon mal auf den Harbour Town Golf Links einstellen.